Zählen

Neulich hat das Schnabeltier uns unheimlich überrascht. Er kann jetzt nämlich zählen. Irgendwie. Wenn er die Zahlen ausspricht, dann klingt alles irgendwie gleich „Dei, dei deiiii, deeeeei“.

Dennoch fing er auf einmal damit an, mit seinen Fingern mitzuzählen. So konnte er auf einmal auf die Frage, wie alt er ist mit „dei“ und zwei Fingern in der Luft punkten. Außerdem konnte er mir erklären, dass wir zwei Katzen haben, und die eine Oma ebenfalls.

„Du dei mau…[name]oma mau dei!“ mit den entsprechenden Fingern in der Luft.

Wer jetzt glaubt, dass es einfach nur an Zufälle glaubt, und denkt, „Na gut, dann wird der halt nur Sachen mit zwei aufzählen können, was regt die sich so auf?“ dem sei gesagt: Er kann auch drei Bagger auf der Straße zeigen „Dei badda“ oder ein…irgendwas.

Ich bin total fasziniert davon, wie er die Mengen erkennt und benennen bezeigen kann. Und sein Wordschatz wird auch immer größer.

Aktuell verstehen vor allem mein Mann und ich ihn. Aber wenn wir der Umgebung dann erklären, was er meint, dann ist denen das gleich klar (Oder sie tun so als ob). Aber es ist so toll ihm beim lernen zuzuschauen!…

Der Wurm

So langsam fängt es sich an einzupendeln. Kind geht in die Kita, Mama geht arbeiten. Sollte man zumindest denken. Also, ich würde das denken. Irgendwie. Ich weiß ja, dass ich durch Teilzeit jetzt einen komplett anderen Rhythmus fahren muss als zuvor. So richtig kann ich mich glaube ich noch nicht daran gewöhnen. Und das geht auch gar nicht. Kleiner Auszug?

Woche 1:

Wie schon geschrieben. Kind hat Bronchitis und darf nicht in die Kita. Notfallversorgung wurde ins Leben gerufen und hat auch irgendwie hin gehauen.

Woche 2:

Mir gehts am ersten Tag nicht gut, bringe das Kind zur Kita und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Unterwegs beschließe ich spontan kehrt zu machen und direkt meinen Hausarzt anzufahren. Keine schlechte Idee, denn in dessen Bad kann ich eher nochmal über das Frühstück nachdenken, als auf dem Weg zur Arbeit.

Woche 3:

So gut. Es fängt so gut an. Bis das Kind Nachts durch husten und anschließendes Weinen seinerseits ankündigt, dass er nochmal über das Essen nachdenken musste. Also am morgen erstmal einen Termin beim Kinderarzt organisieren, damit der junge Mann putzmunter den Rest der Woche krank geschrieben wird. Oaaaarrrrr….

Woche 4:

Wirkriegendashinwirkriegendashin…. Am Montag beschließt das Schnabeltier, dass bisher ein begeisterter Kitageher war, dass es zu Hause doch am schönsten ist, und er gar nicht hin möchte. Unter Tränen und „Nein! Mama! Nein! Papa“-Gebrüll wird er mir von der Erzieherin abgenommen. Mir wurde schon erzählt, dass das passieren kann aber…mein Mutterherz blutet. Beim abholen ist er der fröhlichste Mensch auf diesem Planeten und will eigentlich gar nicht so recht nach Hause. Tags drauf das gleiche Drama. Und Tags drauf ebenso…

habe ich erwähnt, dass nebenher für Donnerstag der Streik des öffentlichen Dienstes in unserer Kita angesagt war? Keine Ahnung, warum die das schlussendlich doch nicht gemacht haben. Wenns nicht eh meinen Mann erwischt hätte diese Woche, hätte ich den Mini wohl mit ins Büro genommen. Wenigstens weiß mein Mann jetzt auch, wie es ist, ein heulendes Elend abgeben zu können.

Woche 5:

Hat noch nicht angefangen, aber wird mit einem Besuch bei der Diabetesberatung beginnen. Spaßspaßspaß….

Aber echt mal. Der Wurm darf dann auch mal nach Hause gehen. Bei uns ist voll.…

Soziale Netzwerke

Wenn du gerade zwei Jahre Elternzeit hinter dir hast…

Wenn sich das Schnabeltier ohne Probleme in dem Monat davor an die Kita gewöhnt hat….

Wenn du dich an die 100 km Entfernt von der Familie befindest….

Wenn du aufgrund von Schwangerschaft eh nur zwei Monate auf Arbeit bist…

Wenn das Kind gleich Geburtstag hat…

DANN kannst du dir sicher sein, dass das Kind in deiner ersten Arbeitswoche Bronchitis haben wird und nicht zur Kita darf.

Betreuungsmöglichkeiten? Eh…

Danke an meine Mama, die ihren Urlaub bei uns ein paar Stunden verlängert hat, um sich zwei Tage um den kleinen zu kümmern.

Und Danke an meinen Schwiegervater, der die restlichen Tage der Woche jeden Tag 80 Kilometer (einfach) gefahren ist, um Zeit mit dem Schnabeltier zu verbringen.

Danke, dass ihr dafür gesorgt hat, dass mein Mann und ich in der Zeit arbeiten gehen konnten. Unsere Kinderkranktage konnten wir so für wirklich böse Sachen sparen. Fürs erste zumindest. Irgendwann hoffe ich auf ein Näheres soziales Netzwerk. Aber bis das steht, bin ich euch unendlich Dankbar!…