Kinderlieder umgedichtet #5

Starring: Das Schnabeltier!

Backe, backe Kuchen
der Bäcker hat gerufen
welcher will guten Kuchen backen,
der muss haben sieben Sachen
Butter und Salz
Eier und Schmalz
Mehl und Milch
Safran macht den Kuchen gel

 

Es ist nur klein. Aber so zuckersüß, dass ich schon den ganzen Tag einen Ohrwurm davon habe…

Danke, Schatz!

Kinder lernen. Ein Leben lang lernen sie. Immer alles neue. Wenn wir als Eltern wollen, dass die Kinder so etwas wie benehmen lernen, dann müssen wir ihnen das vorleben. Das sagt einem jeder halbwegs guter Erziehungsratgeber (Hoffe ich zumindest. Ich habe bisher nur den unglaublich empfehlenswerten vom gewünschtesten Wunschkind gelesen. Aber da steht das drinnen! Ehrlich!). Macht ja auch irgendwo Sinn.

Wieso soll das Kind anfangen mit „Bitte“ und „Danke“, wenn wir Eltern im Alltag nichtmal ansatzweise diese Wörter nutzen? Task für mich: „Schatz, kannst du mal xyz?“ Nachdenken. Bemerken, dass da schon wieder etwas fehlt, während mein Mann schon xyz macht. „Bitte!“, hinten anfügen. Selbstreflexion ist SO wichtig!

Also leben wir dem Kind vor.
Versuchsweise. Irgendwie.

Wir waren stets bemüht.

Rituale am Tisch

Und dann, während man vor sich so hin lebt, versucht keins der beiden Kinder allzu fest auf den Boden fallen zu lassen, wenn man gerade mal wieder gezwickt wird), versucht ein gutes Vorbild zu sein und sowieso immer total gesundes Essen auf den Tisch zu stellen (und neben dem Blogeintrag schreiben Nutella vom Löffel nuckelt), da passiert halt einfach das Leben.

Da nimmt dann das Kind das mit, was ihm vorgelebt wurde. Total unterbewusst.

Abends, Abendessen.
Mama hat gekocht, weil Papa lieber zwei Kinder jongliert und eh nur Nudeln mit Pesto im Kopf hat. Ich hab ihm mal verboten sich jedes Mal, wenn ich nachfrage Tortelloniauflauf zu wünschen. Jetzt sinds halt Nudeln mit Pesto. Mein Mann ist kulinarisch nicht sehr anspruchsvoll, fürchte ich.

Wir setzen uns alle zusammen hin und „WARTE, BIS ALLE WAS HABEN!“, füllen unsere Teller und Schüsseln „MAMA SITZT NOCH NICHT!“, springen nochmal auf, weil doch noch was fehlt „HABEN WIR SCHON PIEPPIEPPIEP GEMACHT?“, setzen uns, nehmen uns alle an den Händen und singen „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb, Piep, piep, piep, Guten Appetit!“ Danach darf gegessen werden.

Das Abendessen ist die Mahlzeit des Tages, bei der wir wirklich alle zusammen sitzen. Deswegen ist mir es wichtig, dass wir alle aufeinander warten und zusammen sitzen. Da wird erst angefangen, wenn Pieppieppiep durch ist. Auch wenn man dem Füchschen so lange den Teller außerhalb der unendlich langen Greifarme schieben und dem Schnabeltier das Besteck wegnehmen muss. Aber wenn das vorbei ist, darf jeder Essen.

Und ich springe nochmal auf, weil ich merke, dass mein Trinken fehlt. Oder ein Löffel für das Füchschen. Oder ein Glas. Irgendwas fehlt immer. Gemütlich Essen ist bei uns meistens nicht drinnen.

„Danke fürs kochen, Schatz“, tönt es dann aber aus dem Mund meines Mannes. Jeden Abend. Ich glaube, das ist sein eigenes, kleines Ritual vor dem Essen. Ich mag es, sag brav danke, renne noch fünfmal durch die Küche.

„Dande für Essen kohen, Schatz“, tönt es aus dem Mund des Schnabeltieres. Jeden Abend. Und ich sage brav Danke und immer gerne.

Ja, Kinder lernen daraus, was wir ihnen vorleben. Vielleicht nicht immer das, was wir wollen. Aber schön ist es dennoch. Und wer wird nicht gerne von seinem dreijährigem Kind „Schatz“ genannt?…

Superheldenmama

Montagmorgen.  In fünf Minuten geht die offizielle Kitazeit los. Wir stehen am obersten Treppenabsatz und haben gerade die Schuhe an alle vorhandenen Füße gezogen.  Durch meine Erkältung hat heute alles ein bisschen länger gedauert, als sonst. Und war anstrengender. Also eigentlich wie immer.

Ich nehme das Füchschen mehr schlecht als recht in den einen Arm, in die andere Hand kommt die Windelpackung, die wir mal wieder zur Kita bringen müssen. Das Schnabeltier ist groß genug, um die Treppe alleine herunter zu kommen. Auf gehts.

Zwei Stufen weit kommen wir.
„MAAMAA! Du mich an die Hand halten!“, kräht das Schnabeltier.
„Schatz, ich habe meine Hände voll, du schaffst das auch so.“ keuche ich und beende den Treppenabsatz.
„Mama! Du man an die Hand halten!“, kräht es weiter.
„Meine Hände sind voll, schau mal. Ich hab das Füchschen und die Windeln! Ich habe keine Hand mehr für dich frei.“, antworte ich, während ich die Windeln auf den Boden stelle, um das Füchschen in meinem Arm zurecht zu rücken.
„Aber ich falle unter!“, beschwert sich das Schnabeltier, kommt jetzt aber doch selbst hinunter getappt, auf den letzten Stufen halte ich ihm meine aktuell freie Hand hin und helfe ihm.
„So, jetzt muss ich aber wieder…“, ich nehme die Windelpackung wieder in die freie Hand, das Schnabeltier quetscht seine Finger noch irgendwie dazu. Na gut. Das Füchschen wird wieder zurecht gerutscht und wir gehen gemeinsam irgendwie die Treppen runter.

„Siehst du Mama! Du kannst das!“, flötet mir das Schnabeltier am letzten Absatz fröhlich zu. In seinen Augen gibt es keinen Grund dazu, dass ich hätte versagen können. In seinen Augen bin ich die Superheldin. Eigentlich kein so schlimmer Gedanke.…