Rhythmus im Blut

Bald ist das Schnabeltier tatsächlich ein ganzes Jahr alt. Das muss man sich mal  geben: Ein Jahr ist vergangen, seitdem ein kleiner Mensch bei uns in der Wohnung eingezogen ist und unser ganzes Leben einfach mal von Grund auf umgekrempelt hat. Als wäre das nichts.

Und er hat sich verändert. Und wie er sich verändert hat. Von Kleidergröße 56 ist er jetzt bei 86-92 gelandet. Sein Gewicht hat sich verdreifacht. Er bewegt sich nicht mehr wie eine schlechte Puppe in einem Film. Vor allem aber haben wir gemeinsam eins gefunden: einen Rhythmus.

Liebe mitlesende (Noch-)Nicht-Eltern: Wenn man ein Baby hat, dass ein paar Tage/Wochen alt ist, freut man sich über jede Minute Schlaf, die man bekommen kann. Am besten Gleichzeitig mit dem Kind, denn warum sollte man selbst schlafen, wenn das Kind wach ist?
Viel kann so ein Neugeborenes eh noch nicht machen: Schlafen, Essen, schlafen, gewickelt werden, schlafen, die Welt anschauen, Schlafen, Essen, Schlafen, schlafen, schlafen. Zumindest bei uns war das so. Aber da das Schnabeltier auch nicht schlafen wollte, wenn er allein irgendwo lag hieß das im Umkehrschluss immer: Auf Mama schlafen, schlafen, schlafen. Und Mama?

Binge-Watching?! HA! Mum-Watching!

Mama schaut Serien. Ohne Ende. Mama schaut Scrubs von vorne bis hinten, Greys Anatomy, Daredevil, The seven Deadly Sins, Call the Midwive, diverse Girls-United Filme und Ähnliches (von mir liebevoll „das worst of Netflix“ genannt), ein paar Folgen Vampire Diaries (warum steht die Girly-RPG-Szene so auf den scheiß?), ein bisschen Devious Maids. Und morgens noch die Summersplits der LCK. Und warum das alles? Weil das Schnabeltier ohne Sinn und Verstand auf dem Schoß lag und gepennt hat. Oder gegessen und dann wieder gepennt. Das waren die Zeiten, in denen ich froh war, wenn er wach war und ich ihn mal zur Seite setzen konnte, um endlich aufs Klo zu können. Von meinem schmerzendem Hintern ganz zu schweigen.

Eher unbewusst hat es sich dann eingeschlichen, dass das Schnabeltier immer weniger Schlaf brauchte. Weniger. Seltener. Es kamen mehr Wachphasen dazu. Irgendwie wollte er bespaßt werden, das Serienschauen ging nach und nach zurück. Eher unbewusst als Bewusst hat sich inzwischen dieser Rhythmus bei uns eingeschlichen, den ich am Wochenende jedes mal erneut meinem Mann erklären darf.

Schlafen – Essen – Schlafen  in Älter

Irgendwann um sieben herum (bittenichtfrüher, oh bittebloßnichtfrüher), wird das Kind wach. Es nuckelt noch ein bisschen an der Brust herum, bis es beschließt genug zu haben. Dann setzt es sich hin, schaut sich um, beschließt entweder selbst mit irgendwelchen Plüschtieren im Bett zu spielen oder eventuell aus selbigem zu klettern. Mama wird wach, hält das Kind von einem Sturz aus dem Bett zurück, bespaßt es noch ein bisschen, um selbst wach zu werden.
Spätestens gegen acht (aktuell eher früher), wird dann gemeinsam aus dem Bett geklettert, Mama und Schnabeltier machen sich tagfertig und es gibt Frühstück. Dann wird gespielt. So lange, bis das Schnabeltier quengelig wird (zwischen 10 und 11). Dann wird sich ins Bett (!) gelegt, das Schnabeltier schläft eine halbe Stunde, die Mama liegt daneben und weiß nichts mit sich anzufangen. Aber wehe sie steht auf!

Gegen 12 gibt es dann Mittagessen für die beiden. Das Baby darf Brei aus dem Tiefkühler schnabulieren, die Mama Reste von gestern. Oder Gemüse, das wild in die Pfanne geworfen und erhitzt wurde. Danach wird wieder gespielt, irgendwann wird sich aufgerafft und nach draußen gegangen. Ein kleiner Spaziergang mindestens, ein bisschen Lebensmittel kaufen meistens, Hunde bestaunen quasi immer.

Der Tag zeiht sich

Nachdem Mama total kaputt ein 12 Kilo Schnabeltier in Wintermontur und Einkäufe in den dritten Stock geschleppt hat gibt es einen Nachmittagssnack. Meistens Obst – eventuell in Getreidebrei gelöst. Es ist jetzt so gegen 15 Uhr und das Schnabeltier wird wieder müde. Also wird es nach dem Knabbern ins Bett gebracht und schläft da wieder eine halbe bis zwei Stunden. In der Zeit kommt der Papa nach Hause und muss sich still beschäftigen, um den Kleinen nicht zu wecken.

Danach wird wieder gespielt – und wenn Papa da ist ist Mama eh so uninteressant, dass sie kochen kann. Oder Aufräumen. Oder zum Sport gehen. Man könnte das jetzt als „freie Zeiteinteilung“ bezeichnen. Auf jeden Fall wird gegen 18 Uhr zu Abend gegessen. Je nach Müdigkeitsstand wird zwischen 19 und 20 Uhr das Schnabeltier ins Bett gebracht, Mama und Papa haben spätestens 21:30 frei. Um 22 Uhr so gehen die beiden allerdings schon selbst ins Bett, weil Papa früh raus muss und Mama nachts noch ein paar mal wach wird, um das Kind vom weiterschlafen zu überzeugen.

Fazit? Haben wir nicht.

Allgemein kann man wohl sagen, dass die hier genannten Uhrzeiten eher Richtlinien als wirkliche Regeln sind. Dennoch finde ich es spannend, wie sich dieser Rhythmus langsam eingeschlichen hat. Mir ist das gar nicht aufgefallen, bis ich mal auf das „wie war das eigentlich vor ein paar Monaten“ geachtet habe.

Also liebe Frisch-Eltern: Es wird besser. Immer 🙂…

Kinderlieder (um)gedichtet #3

Unser kleiner Zahnputzsong. Nicht umgedichtet. Aber existierend.

Zähneputzen das macht Spaß,
das macht Spaß,
das macht Spaß.
Zähneputzen das macht riesenspaß.

Zähneputzen das ist toll,
das ist toll,
das ist toll.
Zähneputzen das ist Wundertoll.

Neeeeein, wir würden nie versuchen das Unterbewusstsein unseres Kindes zu beeinflussen.

Mehr schreiben

Rein theoretisch würde ich gerne mehr. Mich mehr einbringen, mehr im Blog schreiben, meinen Blog irgendwie bekannter machen, mich vernetzen, mehr Kommentare unter anderen Blogs schreiben. Irgendwie sowas halt. Aber ganz ehrlich: Schaff ich aktuell nicht.

Ich habe mein online-Leben im letzten Jahr ärger eingeschränkt, als ich es gedacht hätte. Gut, während der Schwangerschaft ging noch alles, aber seitdem wird es immer weniger. In des Schnabeltieres ersten Monaten hat er noch so viel geschlafen, da konnte ich noch dies oder das oder jenes. Eine Freundin hatte mich mal gefragt, ob ich überhaupt Fotos von ihm habe, bei denen er die Augen offen hat – war tatsächlich schwer.

Inzwischen hat sich sein Schlafverhalten auf neue „Tiefpunkte“ eingepegelt. Einmal Vormittags und einmal Nachmittags. Und wenn ich nicht bei ihm im Bett liegen bleibe, dann wacht er nach einer halben Stunde wieder auf, ist quengelig und will aber auch beim besten Willen nicht einschlafen. Klar KÖNNTE ich in der Zeit viele viele Beiträge mit meinem Handy schreiben aber mal ehrlich: der letzte Blogeintrag war übers Handy geschrieben und hat mich einiges an Nerven gekostet. Ich hasse Handytastaturen!

Freizeit? Kennichnich

Also bleibt mir die Zeit, in der er im Bett ist für mich. Also so ab 20 ~21 Uhr etwa. In der ich meinen PC anmachen kann, einmal quer lesen, was auf meinen Lieblingsblogs so los ist und bestenfalls eine kurze Runde spielen kann. Um dann auch schon festzustellen, dass es 22 Uhr ist, mein Mann langsam ins Bett geht, weil er morgens früh raus muss, ich eigentlich auch schon K.O. bin und dann auch direkt wieder ausmache und ebenfalls ins Bettchen falle.

Aktuell kann ich nicht einmal mehr Serien durchsuchten, was ich bis vor kurzem Tagsüber gemacht habe, weil das Schnabeltier eben auf meinem Arm geschlafen oder sich anderweitig in der Wohnung beschäftigt hat. Neben dem hinterherräumen/kochen/reglos auf dem Sofa sitzen ging halt doch ein bisschen Serienmaterial den Bach flöten. Nun ist auch das Schnabeltier gewachsen und zeigt zunehmend Interesse an dem, was sich da auf dem Fernseher abspielt. Muss ich nicht haben. Also bleibt der auch aus. Man soll ja eh nicht den ganzen Tag vor der Flimmerkiste hocken. Mit uns als Eltern wird der Kleine früh genug die Faszination von Computern kennen lernen, fürchte ich.

Also, was ich sagen wollte: Ich will mehr schreiben hier, und das werde ich auch irgendwann tun. Gerade das Thema „Namensgebung“ habe ich ganz groß und dick auf dem Schirm. Irgendwann wollte ich auch noch meine Erinnerungen an die Geburt herunterschreiben. Ist geplant, ich weiß nur nicht genau, wann ich dazu komme. Nur um das mal gesagt zu haben.

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