Elternzeit mit Papa: Da da da!

Elternzeit mit Papa: Da da da!

Jetzt, da das Schnabeltier ganz offiziell kein Baby mehr ist – und ich mir noch abgewöhnen muss, es so zu nennen – da nimmt der Papa sich auch mal seine Zeit mit uns. Obwohl ich ein paar mal angesprochen habe, dass er sich auch gerne alleine auf das gesamte Kinder-hüten-Thema stürzten könnte, war die Aussage doch immer: „Nee, das traue ich mir nicht zu.“ Ich finds niedlich, weil ich es ihm mehr als nur zutrauen würde. Aber gut, wir haben gemeinsame Elternzeit. Das heißt wir kümmern uns zusammen ums Kind und versuchen in den beiden Monaten einiges zu erledigen. Denn: So viel Zeit zusammen werden wir kaum jemals wieder haben.

Jetzt was sehen!

Jetzt wohnen wir also schon seit 6 Jahren – in meinem Fall – in und um Berlin herum. In dieser Zeit haben wir es aber kaum geschafft, uns einmal die „Sehenswürdigkeiten“ dieser Stadt anzuschauen. Schande über unsere Häupter, aber wir sind nun einmal schlecht verbesserliche Couch-Potatoes. Aber jetzt, mit Kind und dem wunderschönem Wetter im Hintergrund dachten wir uns: „Jetzt aber mal raus!“ Außerdem haben wir eine Liste geschrieben mit Dingen, die wir tun wollen, sowohl unternehmungen, als auch umräumtechnisch in der Wohnung. Einer der Punkte war „Zoo“, das Wetter war toll. Also los.

Los. Ja. Gerade in Berlin findet sich ja mehr als ein Ort an, an dem man Tiere beschauen kann. Wohin also zuerst? Während also das Schnabeltier ganz unbedarft sein Vormittagsschläfchen abhielt wurden Fahrzeiten zu Zoo und Tierpark miteinander verglichen. Für diesen Montag gewann der Tierpark. Also schnell ein bisschen Knabberkram zusammengeworfen, ein kleines Mittagessen gegessen, und pünktlich zum Geläut der Mittagszeit waren wir unterwegs. unsere Verkehrsmittel hießen S-Bahn und Tram, und ich war glücklich, dass ich kein Anschlussticket für den Innenstadtbereich brauchte – als Sparfuchs habe ich mir nur ein BC-Jahresticket gekauft. Knapp 40 Minuten später hatten wir es auch geschafft.

Im Park selbst mussten wir uns erst einmal sortieren und orientieren. Tickets können weggepackt werden, ebenso die Gutscheinheftchen, die es dazu gab. Interessanter war der Parkplan, der schon einmal eine Menge dies und das versprach. Aber wo wollten wir lang gehen? Recht, Links, geradeaus? Entschieden haben wir uns für eine Tour außenrum, und dann noch querfelddurch. Und nach rechts, denn in der Richtung versprach der Plan das Raubtierhaus. Und ich stehe auf Raubtiere!

In den Tierpark!

Dem Kind wurden die Tiere gezeigt, die da waren. „Schau mal, Schnabeltier! Da, ein Bison! Ne…halt. Ein Zebu!“ Am Anfang brauchte unser kleiner Mann ein bisschen, um zu verstehen, was wir von ihm wollten. Das war ja sein erster Besuch. Und gerade die ersten Meter im Tierpark waren eher so..Meh. Ja, direkt am Eingang war einer Herde Zebus zu begutachten. Aber dann war da lange Zeit…Wald. Außerdem wollte das Kind nicht im Kinderwagen fahren, da saß es immerhin schon auf der ganzen Hinfahrt und selbst laufen wird aktuell total zum Renner bei uns. Mit ein bisschen gut Zureden und einer Banane haben wir den Weg zum nächsten Gehege dann aber gut rum bekommen. Und was für ein Gehege das war.

„Plitsch, Platsch“, machte da der Eisbär, der das gute Wetter nutzte, um in seinem Riesenpool mit einem Wasserball zu spielen. Das fand dann nicht nur das Schnabeltier spannend, sondern auch sein Vater und ich. So einen aktiven Eisbären hatten wir bei unseren bisherigen Tierparkbesuchen bisher noch nicht gesehen. Wunderschön.

Je weiter wir kamen und je mehr Tiere es zu entdecken gab, desto mehr taute auch unser Schnabeltier auf. Da wurde gezeigt und „Dadada!“ gemacht, was das Zeug hielt. Ein bisschen gewundert hatten wir uns über einen Bereich mit Nutztieren, aber auch die fand der Kleine unheimlich toll. Probleme hatten wir dann damit, ihn von den Shetland-Ponys wegzubekommen, die sich direkt am Zaun von den Besuchern streicheln ließen. Um so trauriger war ich dann, dass wir am Streichelzoo vorbei gegangen waren. Der lag nicht direkt auf der Route, aber „Wir können ja nachher nochmal vorbei gehen.“

Im Raubtierhaus konnte man dann – wie sollte es anders sein – die wenigsten Bewohner direkt finden. Ein Leopard hatte sich zu unserer Ankunft dekorativ auf einen Ast platziert. Ein Serval ist vor unseren Augen in ein uneinsehbares Teil des Geheges verschwunden und die Löwen sind im Urlaub, wie uns ein kleiner Junge entgegen quarkte, als wir uns diesen Raubkatzen näherten. Aber Nager und Vögel konnten wir einige antreffen. Immerhin.

Und obwohl die Löwen nicht da waren: Die Tiger haben wir gefunden. Gleich zwei Rassen der gestreiften Raubkatzen haben wir gefunden: Sibirische und Sundra Tiger. Die Gehege fast direkt nebeneinander, sodass man direkt unterschiede sehen konnte. Und wie alle Raubkatzen: Sehr beeindruckende Tiere. In meinem Fall ganz besonders beeindruckend, denn noch während ich das Schnabeltier hochhielt, damit es einen Blick auf die Katzen werfen konnte, schoss die Horrorvorstellung des Tages durch meinen Kopf: Wenn ich jetzt nicht richtig aufpasse, wenn ich eine falsche Bewegung mache, und mir das Kind auskommt, und es dann runter ins Gehege fällt … nicht nur, dass er sich alle Knochen brechen würde, weil aktuell gar kein Wasser im Becken war. Nein, er wäre dann bei diesen Tieren drinnen, und die sahen nicht so aus, als würden sie meinen kleinen Specki einfach ignorieren. GRAUSAM.

Und mein Kopf hört nach einem Gedanken ja nicht auf, nein. Der macht weiter. Und weiter. So lange, bis man das Schnabeltier ganz dicht an sich gedrückt weggetragen hat. Weit, weit weg. Weg aus dem Tierpark, weg aus Berlin, weg von dieser Welt! Aber nein, ganz so weit sind wir nicht gegangen, aber daher läuft mir noch immer ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke.

Nach einer kleinen Brezn-Pause ging es dann weiter. Die Elefanten fand das Schnabeltier besonders toll, und das war auch langsam der Punkt, in dem er endgültig nicht mehr sitzen, sondern selbst laufen wollte. Also, eigentlich wollte er am Gitter stehen und gucken. Und während ich noch mit meinem Mann scherzte, dass er da ja ohne weiteres drunter durch passen würde, hatte er sich schon auf den Po niedergelassen und versuchte unter dem Zaun durchzukrabbeln. Der versteht was ich sage, ich schwöre!

Die Giraffen waren für den Kleinen leider etwas zu weit weg, und irgendwie haben wir den richtigen Weg zum Giraffenhaus verpasst. Aus der Ferne haben wir sie allerdings galoppieren gesehen, wozu mein Mann meinte, dass das immer aussähe, als würde es in Zeitlupe abgespielt werden. Recht hat er ausnahmsweise.

So langsam taten uns dann auch die Füße weh, aber wir hatten doch noch lange nicht den gesamten Park mitgenommen! Wir wurden mit unserem Vorsatz „Alle Tiere anschauen“ ein bisschen schluderiger, gingen ein bisschen hier lang und ein bisschen da lang, immer grob den Weg vor Augen. Auf den Wegen zwischen den Tieren wurde das Schnabeltier mit allem bespaßt, was wir dabei hatten, und wenn es der Tierparkplan war, den er lesen durfte.

"Da müssen wir noch hin"

Ganz besonders süß von der Idee her fand ich den Vari-Wald. Das ist ein extra eingezäunter Bereich, in dem die Lemuren frei herumlaufen und von den Besuchern gestreichelt werden können – wenn sie sich denn heranwagen. Weil keine Kinderwagen erlaubt waren, musste mein Mann außen herum und ich bin mit dem Schnabeltier zu Fuß durch. Zwei von den Tieren sind auch direkt zu Anfang an uns vorbei gesaust um ins Häuschen zu kommen. Dort drin war dann Lemurenparty – im Wald selbst habe ich noch einen versteckt gesehen, aber der kam leider nicht ran.

Ebenfalls groß im Plan angekündigt war die Begehbare Känguru-Anlage, die ich persönlich aber nicht so spannend fand. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass die Kängurus nicht geneigt waren, sich mit den Besuchern (also uns) zu beschäftigen.

Schön für das Schnabeltier waren auch die Affen – die bewegen sich ja immer ganz viel. Um so mehr zu schauen – und zu zeigen hat dann natürlich so ein kleiner Mensch. Je mehr, desto besser. Aber ganz ehrlich: Bis wir am Affenhaus waren, waren wir echt schon ganz schön durch. Das Kind tragen, schieben und laufen lassen kann nämlich ganz schön auf die Arme und den Rücken gehen. Dennoch haben wir beschlossen noch einmal kurz die Tour ins „Gebirge“ zu gehen, und uns dann in Richtung Ausgang zu orientieren. Durch das Gebirge-Gebiet sind wir tatsächlich eher spaziert, als das wir uns die Tiere angeschaut haben. Außer die Luchse. Die mussten nochmal bestaunt werden. Allerdings fand auch hier das Kind nicht genug Bewegung vor sich, um begeistert zu werden. An diesem Punkt des Parkes waren wir aber wirklich enorm alleine und konnten beinahe vergessen, dass wir in Berlin waren.

Von dem hoch und runter waren wir aber endgültig geschafft und ganz froh, jetzt doch den Ausgang suchen zu dürfen. Am Schloss vorbei, und dann noch quer durch den Park. Und durch den Park, und durch den Park….

Schloß im Tierpark Berlin #lumia950xl #nofilter #berlin

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An dem Punkt, den mein Mann da fotografiert hatte, haben wir vielleicht die Hälfte geschafft gehabt. Rechts und links von uns gab es auch noch einiges an Rehen zu sehen, aber die haben wir dann wirklich nur noch im vorbeigehen gesehen.

Erinnert sich noch jemand an das „Wir können nochmal zum Streichelzoo“ vom Anfang? Ja. Ich mich auch. Aber das musste nicht sein. Echt nicht. Zumal es schon nach 18 Uhr war, und der Park offiziell ab 18 Uhr zu macht. Und das Kind hatte auch noch nicht sein zweites Schläfchen gemacht, und wir hatten Hunger und sowieso. Also haben wir beschlossen den Streichelzoo einfach bei unserem nächsten Besuch mitzunehmen. Und einen nächsten Besuch wird es sicherlich geben, wir haben den Tag nämlich allesamt sehr genossen.

Aber beim nächsten mal schauen wir uns erst einmal an, was der Zoo so zu bieten hat. Bis dann!