Irland 1.2 – Killarney

Irland 1.2 – Killarney

Tatsächlich liegt das Städtchen Killarney, in dem wir das Ferienhaus gebucht hatten, etwa eine viertel Stunde mit dem Auto vom Flughafen entfernt. Eine Viertel Stunde, in der meine Mutter sich an das Fahren auf der falschen Straßenseite gewöhnen, das Kind wieder wegdösen, und wir uns die tolle Landschaft anstaunen konnten.

Ich liebe es, dass die irischen Namen immer mit auf den Schildern stehen

Wusstet ihr, dass es in Irland keine richtigen Hausnummern gibt? Wir hatten den Straßennamen, wir hatten ein Bild von dem Haus, das wir suchten. Und wir hatten keine Ahnung. Die Straße war eine Hauptstraße, aber irgendwie waren wir vom Auto aus nicht in der Lage, das Haus zu finden. Also wurde das Auto abgestellt und die Jungs sind los gelaufen, die Straße auf und ab zu laufen, bis wir wussten, wo es hin gehen sollte. Zum Glück kam nur ein kleines Stück der Straße in Frage. Mein Mann fand es dann hinter der ersten Häuserreihe versteckt! Da muss man erst einmal drauf kommen. Meine Mutter durfte ein bisschen vor sich hin fluchen, denn die Einfahrt war verdammt eng.

Okay, wir hatten das Haus gefunden und es war…leer! Ja, wir waren ein paar Minuten vor der verabredeten Zeit da, aber nicht so unendlich viel. Nachdem wir ein paar Minuten gewartet hatten, wurde uns klar, dass hier erst einmal niemand vorbei kommen würde, um uns den Schlüssel in die Hand zu drücken. Zum Glück hatten wir die Buchungsdetails ausgedruckt, auf denen auch die Telefonnummer der Besitzerin geschrieben stand, sodass dort angerufen werden konnte. Niemand hat abgenommen, aber meine Mutter hat es ganz souverän geschafft, auf Englisch auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Ein paar Minuten später hatten wir als Antwort eine SMS, dass wir uns den Schlüssel in einem Pub in der „Innenstadt“ abholen sollte. Rein theoretisch hätte es diese Information per Email von der Webseite, auf der das Haus gebucht worden ist, geben sollen, aber wer weiß, wer da mal wieder geschlafen hatte.

Erste Einblicke

Aber so hatten wir immerhin die Gelegenheit uns noch ein bisschen zu Bewegen und einen Blick in die Touristenstraße zu werfen. Die war zum Glück keine fünf Minuten zu Fuß entfernt, weswegen wir einfach den Buggy ausgepackt haben und zusammen losmarschiert sind. Die Straße, auf der wir zuvor schon mit dem Auto gefahren sind ging es wieder runter. Vorbei an all den süßen, irischen Reihenhäuschen und einmal um die Ecke und ZACK! Eine belebte Straße voller Pups, kleinen Shops, irgendwie so irisch, wie man es sich nur irgendwie vorstellen kann. Okay, die Autos müssten nicht zwingend sein, aber auch die kann man verkraften.

Der Freund meiner kleinen Schwester war unser Navigator und hat als solcher erst einmal leicht versagt. Eigentlich hätten wir einfach die Straße lang gemusst, sein Handy führte uns in eine kleine Nebengasse, von dort aus auf eine Straße und dann…war da nicht das, was wir gesucht hatten. Also mussten wir doch noch einmal einen Mann ansprechen, der gerade da war, uns uns direkt zurück auf die Straße geschickt hat. Und da, keine drei Häuser weiter war dann auch der Gesuchte Pub.

Und auch der war irgendwie, wie man sich das in Irland halt vorstellt. Klein, eng, dunkel, mit netten Menschen gefüllt. Ich glaube mit dem Buggy hätte ich theoretisch nicht rein fahren müssen, aber alleine draußen bleiben wollte ich auch nicht. Total problemlos wurde uns darin ein Umschlag in die Hand gedrückt, in dem sowohl der Schlüssel, als auch eine Wegbeschreibung zum Haus selbst steckten!

Wegbeschreibung! Na ein Glück wussten wir jetzt, wo wir hin mussten. Yeah.

Brrrrrr

Zurück am Haus haben wir dann erst einmal die Koffer ausgepackt, einen kurzen Blick durch das Haus geworfen und meine Mutter und der Freund meiner Schwester sind noch einmal los gefahren, um Letztere auch abzuholen.

Das Kind, mein Mann und ich sind mit dem Schnabeltier im Haus geblieben. Wir wollten es unserem kleinem Fieberkind nicht unbedingt antun noch einmal quer durch die Gegend Autofahren zu müssen. Den ganzen Tag hatte er noch nicht wirklich durch die Gegend sausen können – jetzt hatte er die Zeit und den Platz dazu. Während er also ein bisschen Energie loswurde, haben wir vor uns hin gefroren und versucht herauszufinden, wie wir das verdammte Haus geheizt bekommen.

Die Besitzerin hatte einen Ordner im Wohnbereich deponiert, in dem alles mögliche Beschrieben war. Unter anderem, dass die Heizung Morgens und Abends laufen würde, wenn das nicht reiche, könnte man XYZ machen, um von „Hand“ zu heizen. XYZ wurde sowohl von meinem Mann als auch von mir ausprobiert und es tat sich…nichts. Absolut gar nichts. Die anderen Knöpfe der Heizung waren dick und fett mich „DON‘T TOUCH“ Beschriftet, weswegen wir davon die Finger gelassen haben.

Als es uns allerdings wirklich zu kalt wurde und ich mich mit dem Mini in die Sonnenecke verzogen hatte, rief mein Mann dann eben noch einmal bei der Besitzerin an und lies sich von ihr das Ok geben, doch mal auf die Don‘t Touch-Knöpfe zu drücken. Anscheinend hätte der Hausmeister die Heizung anmachen sollen, bevor wir angekommen sind, aber irgendwie ist das wohl unter gegangen. Egal. Wärme!

Unser Ferienhaus

Das Haus selbst war übrigens echt toll! Wahrscheinlich ein bisschen typisch-Irisch, gemischt mit ein bisschen Ich-bin-ein-Ferienhaus-Architektur. Das gesamte Erdgeschoss war ein großer, offener Raum. Begonnen beim Sonneneck, in ein Wohnzimmer übergehend, das schließlich zu einem Esszimmer wird. Am Ende gab es dann noch die große offene Küche und unter der Treppe die Toilette dieses Stockwerkes. Wenn man die mit flauschigem Teppich ausgelegten Treppen nach oben ging, waren da zwei große Schlafzimmer mit je einem Doppel- und einem Einzelbett. Jedes der Zimmer hatte ein eigenes, wunderschönes, großes Bad. Das eine mit Badewanne, das andere mit Dusche. In einem der Schränke hatten wir sogar ein Baby-Reisebett gefunden. Wir mussten ein bisschen Rätseln, haben es aber geschafft es aufzubauen und als Rausfallschutz neben unser Bett zu schieben. Ursprünglich wollte ich das Schnabeltier ja wirklich in dem Bett schlafen lassen, aber er war so fertig…

Ein bisschen gruselig war die Aussicht aus dem hinterem Schlafzimmer. Auf einer Anhöhe hinter dem Haus befand sich eine Nervenheilklinik, die auch genau so aussah. Groß, dunkel, herrschaflich. Als wäre sie aus dem nächstbesten Gruselspiel/Film geklaut und dort auf der Anhöhe aufgebaut worden. Mein Mann und ich haben uns dann das andere Schlafzimmer ausgesucht… Die Sonne hatte es so schön aufgewärmt. Jawoll.

Versteht ihr, was ich meine? Es sah schon echt gruselig aus.

Meine Mutter wollte sich zu keinem der Pärchen mit ins Zimmer drängeln. Deswegen hat sich eine der Einzelbett-Matratzen geschnappt und es sich im Wohnzimmer bequem gemacht. Aber natürlich erst, nachdem wir zwei Stunden auf die Ankunft der drei gewartet haben, hungrig und durchgefroren waren! Die Gastfamilie meiner kleinen Schwester hatte noch zu Tee geladen und danach waren sie noch zum Lidl zum einkaufen gefahren. Na gut, dann gab es immerhin noch ein kleines Abendessen. Nur so viel: der Freund meiner kleinen Schwester darf seitdem keine Eier mehr für uns kochen. Wir haben noch ein bisschen beisammen gesessen und gequatscht, aber weil das Schnabeltier müde war, sind wir auch bald ins Bett gegangen.…