Ich schlafe noch!

Das ich eigentlich ein Langschläfer bin, muss ich wahrscheinlich niemandem erzählen. Ebensowenig verwundern wird die Tatsache, dass das Schnabeltier mit eher weniger Schlaf auskommt. Beziehungsweise morgens einfach früher wach wird als ich. Kein Ding. Inzwischen ist er auch so weit, dass er selbst mal ein bisschen durch das Bett rollt, seine Zehen zählt, mir Geschichten vorbrabbelt, all sowas eben.

Manchmal antworte ich ihm sogar, im Halbschlaf eben. kitzel ihm am Bauch, döse ein bisschen vor mich hin, lass mich berieseln von seiner Kinderstimme. Bis er irgendwann aufsteht, sich sein Kuscheltierschnabeltier ins Bett holt und mir ins Gesicht drückt. Kein Witz, ist heute echt so passiert.

Auf jeden Fall genieße ich in solchen Momenten die Zeiten, in denen ich bei Omas übernachte. Weil diese meistens irgendwie früher als ich wach werden und den Kleinen aus dem Bett/Zimmer zupfen, um ihn ein wenig zu bespaßen. Währenddessen kann ich ein bisschen weiterschlafen. Meistens. Einen kleinen Moment zumindest. Bis ihm dann einfällt, dass Mama nicht da ist. Und er kreischend wieder zu mir ins Bett gekrabbelt kommt und sich auf mein Gesicht setzt.

Neulich bei der Oma

Da gab es auf jeden Fall diesen Halbkomatösen morgen. Kind wach, Mama und Papa so halb. Kind zieht ein bisschen brabbelnd durch die Gegend. Mama befreit ihn aus dem Schlafsack, er macht sich auf den Weg weg vom Bettenlager. Immerhin gibts am anderen Ende des Zimmers Fische, die man sich anschauen kann. Und während er glücklich das Aquarium anbrabbelt, öffnet sich die Tür und die Oma streckt den Kopf zum Zimmer rein.

Oma: Na? Wie siehst aus? Kommst du her?
Schnabeltier: NEIN!

Das Schnabeltier hechtet zurück ins Bett, legt sich einmal quer über Mamas Füße und beginnt (höchstwahrscheinlich mit offenen Augen) Schlafgeräusche zu immitieren. Als würde er Oma sagen wollen: „Nein Oma. siehst du nicht dass ich ganz brav und ruhig bin und noch schlafe, genau wie Mama und Papa? Wieso willst du mich wecken?“ Sehr unschuldig und niedlich das ganze.

Naja, auf das gemeinsame lachen seiner Eltern hin, ist er dann doch aufgestanden und mit Oma raus gegangen. Aber einen Versuch war es immerhin wert.…

Wie macht denn…?

Das Schnabeltier lernt die Welt entdecken. Als Mutter finde ich es unheimlich faszinierend zu sehen, wie er gefühlt täglich etwas neues dazu lernt. Am Anfang waren Bücher halt Dinger, durch die er durchblättern konnte. Inzwischen kann man darauf auch Bilder sehen und alles mögliche entdecken. Ich persönlich bin ja ein Fan von Büchern mit Tieren, und glücklicherweise haben wir inzwischen eine Hand voll davon hier. Beizeiten mache ich mal Fotos und schreib etwas dazu. Aber heute nicht – ich warte eigentlich nur auf einen Anruf und muss dann los.

Inzwischen kann er, mit seinen 15+ Monaten diverse Tiere erkennen und auseinander halten. Sowohl auf den Fotos, als auch vom Tiernamen her. Und wenn wir ihn fragen, wie ein bestimmtes Tier macht, dann kommen oft die…nunja, die richtigen Geräusche. Schriftlich ists ein bisschen schwierig, aber ich versuche es mal.

Tiere á la Schnabeltier

Mama/Papa: Wie macht denn ein/e….

….Katze?
…Hund?
…Tiger?
…Kuh?
…Ente?
…Fisch?
…Auto?
…Löwe?
…Eidechse?
…Pferd?
…Specht?
…Vogel?
…Insekt?
…Traktor?
…Hase?
…Hahn?

Schnabeltier:

Maaaaau
(Mund geschlossen, wie gewolltes Husten) Humphump
BWAAAAH
Mmmmbwuuu
Jagjajaja
(Schmatzt mit dem Mund zweimal)
Bwwwwww
Bwaah (quasi wie der Tiger)
(Schiebt die Zunge raus und freut sich seines Lebens)
Pppfffffffft
(Klopft mit dem Zeigefinger auf das Buch vor sich)
(Wir versuchen ihm Pieppiep beizubringen, aber es ist eher ein Schmatzen)
(Schmatzt)
(Hüpft zweimal auf und ab)
(Schmatzt)
Igihi

Erklärungsansätze

Von der Aufzählung hier konnte er die Katzen übrigens zuerst – vollkommen ohne Hilfe meines Mannes oder von mir. Kein Wunder, Katzen, die ihm so etwas beibringen, hat er ja direkt von hier. Als nächstes kamen die Hunde, die er auf unseren Spaziergängen ständig sieht. Fasziniert bin ich davon aber schon – bellende Hunde hat er erst später mitbekommen. Dennoch konnte er sein humphump machen, und dabei auf einen Hund zeigen. Keine Ahnung, wo er das her hat.

Besonders toll finde ich ja den Specht, den ich einmal in einem unserer Bücher gesehen habe und ihm gezeigt habe, dass der auf Bäume klopft. Seitdem macht er das ohne Probleme nach. Ursprünglich beim Pferd hätte ich eigentlich versucht ihm „Wieher“ oder so beizubringen, das Pfffffft kam dann als Idee von meiner Mutter übers Telefon. Sie wurde von uns übernommen und für gut befunden – und es ist aktuell eines seiner Lieblinge.

Der Traktor kommt wohl daher, dass ich „Tuckertucker“ gemacht, und ihn dabei auf meinen Beinen habe springen lassen – so ein Traktor fährt ja auf hupeligen Boden. Bei vielen Tieren – Insekten, Hasen, Fröschen… – bleibt es aktuell auch bei einem Schmatzen, obwohl wir immer mal versuchen die „richtigen“ Geräusche in sein Ohr zu bekommen. Bei der Eidechse mit der Zunge hats ganz schnell geklappt, das Schweinchen und „Oink“ läuft seit Wochen nicht an. Aber was solls! Er kann schon so viel und ich bin mega stolz auf den kleinen Weltentdecker.

Und wie macht jetzt…?

Schwierig wird es bei den Tieren, zu denen mein Mann und ich selbst keine Geräusche zuordnen könnten. Wie macht denn eine Giraffe? Oder ein Zebra? Wie machen Reh und Hirsch? Oder Marder? Wie macht eigentlich ein Fuchs oder ein Dachs oder oder oder… wir sind dran. Man tut ja schließlich, was man kann. Und mit dem reden wird es auch langsam. Zumindest weiß er, dass ich Mama bin. Und Papa Mama ist. Neulich war sogar die Nachbarstochter Mama. Und er weiß schon, was Ja und Nein bedeutet und kann es sagen und zeigen!

 

Sie lasen: den Text einer stolzen Mutter, die unbedingt mal wieder etwas in den Blog schreiben musste und gerade 10 Minuten Freizeit hatte, in der das Telefon immer noch nicht geklingelt hat……