Soziale Netzwerke

Wenn du gerade zwei Jahre Elternzeit hinter dir hast…

Wenn sich das Schnabeltier ohne Probleme in dem Monat davor an die Kita gewöhnt hat….

Wenn du dich an die 100 km Entfernt von der Familie befindest….

Wenn du aufgrund von Schwangerschaft eh nur zwei Monate auf Arbeit bist…

Wenn das Kind gleich Geburtstag hat…

DANN kannst du dir sicher sein, dass das Kind in deiner ersten Arbeitswoche Bronchitis haben wird und nicht zur Kita darf.

Betreuungsmöglichkeiten? Eh…

Danke an meine Mama, die ihren Urlaub bei uns ein paar Stunden verlängert hat, um sich zwei Tage um den kleinen zu kümmern.

Und Danke an meinen Schwiegervater, der die restlichen Tage der Woche jeden Tag 80 Kilometer (einfach) gefahren ist, um Zeit mit dem Schnabeltier zu verbringen.

Danke, dass ihr dafür gesorgt hat, dass mein Mann und ich in der Zeit arbeiten gehen konnten. Unsere Kinderkranktage konnten wir so für wirklich böse Sachen sparen. Fürs erste zumindest. Irgendwann hoffe ich auf ein Näheres soziales Netzwerk. Aber bis das steht, bin ich euch unendlich Dankbar!…

Papa

Papa

Heute mal ein bisschen was Zusammenhangloses. Eigenes. Gedankensprünge. Sachen, die wenig mit Eltern lernen, aber viel mit mir zu tun haben. Wen es nicht interessiert, der darf wegsehen. Könnte komisch werden. Anders, als sonst.

Es geht ums sterben, um Teeniegedanken dazu, ums Tod sein und damit zurecht kommen müssen. So, als Lebender. 

Sagt nicht, ich hab euch nicht gewarnt. 

Eine Eingewöhnung

Ich kenne meinen Zwerg. INzwischen würde ich sogar sagen, dass ich meinen Zwerg verdammt gut kenne. Schon als ich damals den Eintrag zu seinem Kitaanfang schrieb, war mir im Grunde klar, dass das kein Problem werden würde. Zumindest für ihn nicht. Und nun sitze ich hier, daheim auf dem Sofa, und starre irritiert zurück in die Wochen, die seitdem vergangen sind.

Vielleicht habe ich doch gehofft, dass er ein bisschen mehr Probleme macht. Insgeheim war das so ein…Daumen drücken. Und gleichzeitig auch nicht. Was wäre, wenn er zu Beispiel die Erzieherinnen auf den Tod nicht hätte leiden können? So schön die Kita gewesen wäre, so doof wäre die Eingewöhnung dennoch gelaufen.

Alles bangen umsonst

Aber was bringen „Was wäre wenns…?“, wenn sie sowieso nicht zutreffen? Überhaupt gar nicht? Also gut, wir sind also am ersten Tag zur Kita gegangen, wurden mit einem irritiertem „Wir haben euch erst im März erwartet, aber kommt rein.“, empfangen und waren mitten drin. Ich durfte mich neben die Gruppe setzen, das Schnabeltier war direkt mitten im geschehen. Und – wie erwartet – hat er mitgemacht. Irgendwie. Klar, aller Anfang ist schwer und so, aber es gab so viel Spielzeug und andere Kinder, dass er sich gar nicht für mich interessiert hat. Das gemeinsame Obstfrühstück hat er ein bisschen irritiert quittiert – bis zu dem Moment, in dem die anderen Kinder fertig waren. Da saß er dann auf seinem Platz und hat einfach weiter gegessen.

Danach ging es noch ein bisschen raus in den Garten, wo er Bobbycar fahren und im Sandkasten Buddeln durfte. Alles in allen waren wir am ersten Tag etwa 1,5 Stunden da. Eher mehr. Auf jeden Fall mehr, als ich erwartet hätte.  Und diese Zeit hat auch tatsächlich ausgereicht, um ihn ganz schön zu schaffen. Zu Hause war er dann quengelig, hat Sachen durch die Gegend geworfen und allgemein so viel Chaos gemacht, dass ich ihn kurzerhand ins Bett gesteckt habe. Und dann hat mein Kind, dem Mittagsschlaf bisher wenig interessiert hat, einfach geschlafen.

Raus mit der Mami

Danach ging alles sehr schnell. Nachdem ich am zweiten Eingewöhnungstag noch mit ihm die erste Stunde verbringen durfte, wurde ich später einfach rausgeschickt, zum warten und schauen, wie das Kind reagiert. Am nächsten Tag durfte ich ihn nur in die Runde bringen und mich dann raus setzen. Selbst als die Gruppe an mir vorbei gegangen ist, wurde ich keines Blickes gewürdigt. Wahrscheinlich hat er mich gar nicht wahrgenommen.

Es ging wirklich Schlag auf Schlag. Schlussendlich wurde mir nahe gelegt doch einfach nach Hause zu fahren, um ihn dann um 11 abzuholen. Das war dann der Punkt, an dem ich auf das Fahrrad umgestiegen bin. Wenn ich eine halbe Stunde pro Strecke brauche, wenn ich zu Fuß unterwegs bin, dann bin ich um viertel vor 10 zu Hause, um dann um kurz halb 11 wieder los gehen zu dürfen, um das Kind rechtzeitig wieder abzuholen. Die Zeit zu Hause ist dann ein Minimum. Das muss ja auch nicht sein. Mit dem Rad geht das alles viel entspannter. Wenn es nicht gerade so schweinekalt ist, wie es gerade diese Tage war. Zeitweise dachte ich wirklich, dass ich vom Rad kippe, zum Eisklotz gefroren. Keine Ahnung, wie es dem kleinen Mann auf dem Kindersitz hinter mir ging. Bestimmt nicht viel besser.

Zukunftsmusik: Mittagsschlaf in der Kita

Noch eine Woche, dann muss ich wirklich wieder arbeiten gehen. Welch seltsamer Gedanke. Ich weiß noch nicht, wann ich mir DARAN gewöhnen werde. Bald, hoffentlich. Das Schnabeltier war bisher immer bis nach dem Kitamittagessen da und wurde dann von mir abgeholt, um dann zu Hause hoffentlich schlafen zu können. Heute ist der letzte Tag, an dem das so ist, ab nächster Woche wird er in der Kita schlafen müssen. Darauf bin ich WIRKLICH gespannt. Schlafen gehen ist das roteste Tuch, dass ich vor die Augen des Schnabeltieres hängen kann. Selbst mit Kitachaos. Lasst uns die Daumen drücken, dass es in einer ungewohnten Umgebung besser klappt.

Ich bin jedenfalls glücklich darüber, dass er sich heute nach dem Frühstück hingesetzt hat, seinen Fahrradhelm ausgepackt, seinen Schal, seine Mütze und raus wollte. Ich musste ihn daran erinnern, dass er noch eine Hose anzuziehen hatte. Und ich. Und ich eigentlich noch halb am Frühstücken war (ich brauche morgens immer EWIG!). War ihm egal, er wollte jetzt raus. Dafür wurde auch ganz freiwillig eine Hose geholt. Und ohne gezeter in den Schneeanzug gestiegen. Und in die Schuhe. Er hat sich echt gefreut.
Als wir schließlich (viel zu früh) auf dem Fahrrad saßen, fragte ich ihn, ob wir jetzt in die Kita führen? Die Antwort: „JAAAA! Pady, Pady!“ Ich mag es, wenn er sich so freut.

Ich platze

Die Erzieherinnen andererseits mögen meine Chaosnase auch sehr gerne. Neulich wurde ich angesprochen, ob wir denn Treppen zu Hause hätten. Er würde schon so toll hoch und runter gehen, das könnte mancher Großer noch nicht.

Oder das Lob dafür, dass er schon so toll selbstständig essen kann „Da braucht er ja gar kein Lätzchen mehr.“ Sich selbstständig das Trinken eingießt (Was zur Hölle, das kann er?!), ganz toll mitmacht, aufräumt. Mein kleines Mamaherz ist vor Stolz so voll, dass es bestimmt demnächst platzt.…