Superheldenmama

Montagmorgen.  In fünf Minuten geht die offizielle Kitazeit los. Wir stehen am obersten Treppenabsatz und haben gerade die Schuhe an alle vorhandenen Füße gezogen.  Durch meine Erkältung hat heute alles ein bisschen länger gedauert, als sonst. Und war anstrengender. Also eigentlich wie immer.

Ich nehme das Füchschen mehr schlecht als recht in den einen Arm, in die andere Hand kommt die Windelpackung, die wir mal wieder zur Kita bringen müssen. Das Schnabeltier ist groß genug, um die Treppe alleine herunter zu kommen. Auf gehts.

Zwei Stufen weit kommen wir.
„MAAMAA! Du mich an die Hand halten!“, kräht das Schnabeltier.
„Schatz, ich habe meine Hände voll, du schaffst das auch so.“ keuche ich und beende den Treppenabsatz.
„Mama! Du man an die Hand halten!“, kräht es weiter.
„Meine Hände sind voll, schau mal. Ich hab das Füchschen und die Windeln! Ich habe keine Hand mehr für dich frei.“, antworte ich, während ich die Windeln auf den Boden stelle, um das Füchschen in meinem Arm zurecht zu rücken.
„Aber ich falle unter!“, beschwert sich das Schnabeltier, kommt jetzt aber doch selbst hinunter getappt, auf den letzten Stufen halte ich ihm meine aktuell freie Hand hin und helfe ihm.
„So, jetzt muss ich aber wieder…“, ich nehme die Windelpackung wieder in die freie Hand, das Schnabeltier quetscht seine Finger noch irgendwie dazu. Na gut. Das Füchschen wird wieder zurecht gerutscht und wir gehen gemeinsam irgendwie die Treppen runter.

„Siehst du Mama! Du kannst das!“, flötet mir das Schnabeltier am letzten Absatz fröhlich zu. In seinen Augen gibt es keinen Grund dazu, dass ich hätte versagen können. In seinen Augen bin ich die Superheldin. Eigentlich kein so schlimmer Gedanke.…