Rahnjan Lefael Daeran jah-Rodyn

Rahnjan Lefael Daeran jah-Rodyn

Über die Namensgebung

Eine der ersten Fragen, die wir als Eltern gestellt bekommen haben, war „Oh, wie seid ihr denn auf den Namen gekommen?“ Das ist ein Thema, das mich schon seit Jahren immer wieder umtreibt, und über das ich jetzt mal alle Gedanken runterschreiben wollte.

Und gleich mal vorneweg: Der Name dieses Beitrags ist nicht der Name meines Kindes. Ich war vor Jahren (und bin ein bisschen weniger immer noch) in der Welt der RPG-Foren unterwegs. Also einen Charakter ausdenken, und als dieser Geschichten mit anderen Leuten schreiben. Je Fantasy-Lastiger die Welt wird, desto ausgefallener können die Namen werden. Und ich liebe ausgefallene Namen. Eines Tages kam es dann so weit und ich konnte mich zwischen vier Namen nicht entscheiden. „Tja“, hieß es da, „was hindert dich daran, dem Charakter einfach alle Namen zu geben?“
Stimmt eigentlich, dachte ich mir, und das Namensmonster ward geboren. Auch sonst hatten meine Charaktere gerne ein bisschen seltsamere Namen. Ich hatte eine Lilith, eine Jolea Celia, einen Ejrik, einen Zequoya….ich denke der Trend ist klar: Ich liebe seltsame, verrückte, ausgefallene Namen, die spannend klingen, eine Geschichte erzählen, irgendwie anders sind.

Wenn man jetzt aber ein Baby benennen will, muss man ja nicht nur an sich selbst denken, sondern auch daran, dass dieses Kind für den Rest seines Lebens mit diesem Namen leben wird. Also muss es doch irgendwie ein alltagstauglicher Name werden. Ein Name, keine Bezeichnung. Ein Name, kein Sammelbegriff.
Außerdem sollte auch mein Mann mitreden dürfen, das Schnabeltier ist ja nicht nur mein Kind. Also musste irgendwie eine Idee her, die uns beiden gefallen würde. Ein System, mit dem wir beide arbeiten könnten.

 Listenwirtschaft

Die erste Idee war ganz einfach. Jeder von uns setzt sich mit einem Buch voller Vornamen hin, und schreibt die Namen auf, die ihm gefallen. Einfach so, ohne Sinn und Verstand. Eben alles, was einem an einem Kind gefallen könnte. Anschließend haben wir die Listen verglichen: Denn wenn ein Name doppelt auftaucht, bedeutet das ja, dass er uns beiden gefällt. Dann können wir das Kind so nennen. Soweit die Theorie.

Die Praxis sah dann so aus, dass ich um einiges mehr Namen hatte als mein Mann, und sich absolut kein Name in irgendeiner Art und Weise auch nur ansatzweise gedoppelt hat. Also haben wir jeweils die Namen des anderen genommen und versucht herauszufinden, welche der Namen einem denn ebenfalls zusagen. Zu dem Zeitpunkt wussten wir das Geschlecht des Schnabeltieres übrigens noch nicht, was bedeutete, dass wir uns sogar Namen aus beiden Geschlechtern raussuchen mussten. Interessanterweise fiel es mir leichter, Mädchennamen zu finden, die gut klangen, während mein Mann mehr Interesse an den Jungennamen hatte.

Ein Blick auf die Liste meines Mannes lies mich allerdings stark an seiner Kompetenz zweifeln. Nicht nur, dass sein Schriftbild GRAUENHAFT zu lesen war (Manche Namen konnte selbst er nachträglich nicht entziffern), nein, ich hab auch noch den Fehler gemacht ihm das Buch mit den nordischen Vornamen in die Hand zu drücken.

Raus kamen bei ihm dann Namen wie „Ninja“, „Friso“ und „Guy“. Ernsthaft. Wer will sein Kind denn Guy nennen, von meinem Mann mal abgesehen? (Schatz, wenn du das hier liest: Ich liebe dich dennoch!) Die einzigen Namen von seiner Liste, bei denen ich mitgegangen wäre waren „Jan“ und „Finn“. Nur, dass „Finn“ der Name des Katers meiner Mutter ist und „Jan“ der bürgerliche Name eines meiner Exen. Geht nicht. Gar nicht. Bwaah.

Im Gegensatz dazu habe ich mich aber auch bei meinem Mann nicht mit Ruhm bekleckert, als ich Namen wie „Gabriel“, „Raphael“ oder „Samuel“ auf die Liste gesetzt hatte. Viel zu Religiös angehaucht, wenn man ihn fragt. Dabei hab ich in dem Moment gar nicht an so etwas gedacht, sondern vor allem an den Klang der Namen, den ich sehr schön finde.

Der perfekte Name

Ich glaube, an dieser Stelle nehme ich nichts vornweg, wenn ich sage, dass wir uns auf diese Art einfach nicht einigen konnten. Wir verschoben das Thema einfach erst einmal auf später. Irgendwas würde und sich doch sicherlich im Laufe der Zeit finden lassen.

Ein paar Wochen später war es dann klar: das Kind wird ein Junge. Okay. Problem für mich, die bisher eher mit den Frauennamen geflirtet hatte. Also mussten wir beide noch einmal ran, diesmal miteinander redend: Was ist für uns eigentlich der perfekte Babyname? Also, Was würde uns eigentlich gefallen? Was für Ansprüche an einen Namen haben wir?

Für mich war vor allem klar: ich wollte keinen eingeenglischten Namen. Keinen Dänijel, keinen Robberd. Auch wenn der Klang der beiden Namen im Deutschen sowie im Englisch toll ist, so sind wir doch in Deutschland und es verzieht mir immer ein wenig das Gesicht, wenn ich von sprachlich definitiv im deutschen Raum Lebenden Menschen diese Namen höre. Anscheinend bin ich da sehr konservativ.

Außerdem sollte der Name toll klingen. Von der Theorie her gefällt mir „Mats“ als Name unheimlich gut. sowohl vom schriftlichen, als auch vom (englisch) sprachlichen (Mäds). Wenn man daran aber die erste Regel andockt, dann heißt das Kind eben Mats. Und das klingt für mich eben nach Matz, was zumindest bei mir zuhause ein Begriff für ein freches (?) Kind ist.

Ganz besonders wichtig war uns vor allem, dass es kein Name werden würde, der für uns bereits mit anderen Personen verknüpft war. Also weder Daniel, noch Robert, noch Mathias (in welcher Schreibweise auch immer). Zuletzt gab es dann noch ein paar Kleinigkeiten von beiden Seiten, wie eben die Sache mit den biblischen Namen, mit den nordischen Namen, auf keinen Fall in Chantalismus verfallen, schreibbar sein undundund.

Ojemine, wie nennen wir ihn denn nun?

Die Zeit verging, und eine Antwort auf diese Frage blieb noch immer aus. Hin und wieder warfen wir uns gegenseitig Namen für Jungs an den Kopf, die aber direkt wieder verworfen wurden. Also, eigentlich warf ich, und mein Mann verwarf. Der Blick auf den Listen, auf Namensseiten im Internet, überall. Im Kopf und auf der Zunge wurden Kombinationen ausprobiert, wieder verworfen, gesprochen…es war eine interessante Zeit, in der wir uns nicht einigen konnten.

Bis ich eines Tages einen meiner Lieblingsnamen, an den ich kaum gedacht hatte, aussprach und ihn mit „Johannes“ kombinierte.
„Ja, das klingt gut.“ Wie, gut? Das war es? So sollte unser Sohn heißen? Um Himmels willen, wir hatten einen Namen? Jetzt konnte ich mit dieser Namenskombination spielen, aussprechen, nutzen, mir den Klang anhören und feststellen, dass ich Johannes so gar nicht mochte. Johannes, wer heißt denn bitte schön so? (Sorry an alles Johannes‘ dieser Welt).

Und mein Mann, gerade mein Mann, der so viele Namen abgeblockt hatte, weil sie ihm zu biblisch waren bestand auf einmal auf Johannes! Ich kam mir ein kleines bisschen verarscht vor, auch seine Ausrede, einer seiner Opas habe so geheißen, zog bei mir nicht. Wenn ich schon einen biblischen Namen bekommen sollte, dann doch nicht Johannes bitte!

Also wurde weiter gegrübelt und schließlich kam ich auf einen Namen, der wenigstens ähnlich war. Jonas. Vorname 1 + Jonas klang doch in der Aussprache eben so gut, wie das zuerst vorgeschlagene Johannes. Also alles gut. Mein Mann konnte sich mit dieser Alternative abfinden.

Und wie seid ihr jetzt auf den Namen gekommen?

Die Hauptfigur meines Lieblingsmärchenfilmes heißt so. Welch einfache Lösung. Außerdem habe ich eben festgestellt, dass der Name tatsächlich auf meiner Liste verzeichnet gewesen ist.

Jonas wurde aus der Notwendigkeit heraus geboren, einen Namen zu finden, der Nahe an Johannes ist. Auch hier kam die Inspiration aus einem Buch, dass wir beide kurz zuvor gelesen hatten. Tatsächlich wurde ich erst ein paar Monate nach der Geburt darauf angesprochen, dass ich doch schon einen Jonas kennen würde. an den ehemaligen Mitschüler in meiner Stufe hatte ich wirklich nicht gedacht.

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Und wer jetzt noch Namen entziffern möchte, der darf sich gerne in die von uns geschriebenen Listen einlesen, die ich nochmal brav abfotografiert habe. Ein Klick auf die jeweilige Datei öffnet das Bild in groß.…

Kinderlieder umgedichtet – Talk

Wenn es darum geht neue Texte auf bekannte Melodien zu finden und damit Kinderlieder für uns Eltern ein bisschen abwechslungsreicher zu machen, dann ist mein Mann da ganz vorne mit dabei. Aktuell ist das „Lied vom Wecken“ sein größter Favorit.

Um es kurz zu machen: Es handelt davon, was man sich alles vom Markt kauft, um den zu besingenden morgens zu wecken. Am Ende jeder Strophe werden alle Weckgeräte mitsamt Geräuschen aufgezählt. Das original hat 5 Strophen, mein Mann hat…mehr.

Neulich hat er zum Beispiel einen Düsenjet und einen Marsmenschen vom Markt gekauft. Auf die Frage hin, was das denn für ein Markt sei, auf den er da gehe, konnte er allerdings nicht befriedigend antworten. Ich vermute einen Schwarzmarkt und sollte vielleicht seine Aktivitäten außer Haus besser im Auge behalten.
Allerdings hat mir auch das Geräusch des Düsenjets gefallen: Brweeeehm, Brweeeeehm, so wie ein Formel 1-Wagen.

Eine neue Kuriosität beim einkaufen gehen hat er neulich beim Abendwickeln gezeigt.

Im Kinderzimmer, da wird gesungen

Papa: Wenn ich zum Park geh…
Mama wickelt vor sich hin, Kind lacht.
Papa: … dann kauf ich mir ein Eichhörnchen […]
Mama: Und ich dachte, da kommt jetzt was Gesellschaftskritisches. „Wenn ich zum Park geh, dann kauf ich mir ne Packung Heroin“ oder so.
Papa: Das klingt, als könnte man Heroin als eine Packung kaufen, so wie Taschentücher. Mit Werbung und Inhaltsstoffen…
Mama: Ich hoffe doch mal, das Heroin Inhaltsstoffe haben wird. Als Homöopathisches Mittel macht das doch gar keinen Spaß!

Was bin ich froh, dass unser Kind noch nicht mitbekommt, was seine Eltern für einen Quatsch erzählen können……

Wie man ein Baby wickelt

Auf dem Weg ins Zimmer mit der Wickelkommode wird das Baby beim Namen gerufen. Eventuell entscheidet es ja selbst, dass es dazu stoßen möchte.

Feuchttücher und eine neue Windel werden bereit gelegt. Erneut sollte man das Baby rufen. Danach begibt man sich auf die Suche nach der Schutzcreme, die sich unter dem Wickeltisch befindet.

Schließlich werden alle Utensilien, die nicht gebraucht werden aus dem Weg geräumt, ansonsten erledigt das Baby das für einen.

Wenn nun alles Vorbereitet ist, kann das Baby gesucht werden – im Normalfalle befindet es sich am anderen Ende der Wohnung und spielt mit dem Katzenklo. Oder den Katzen. Oder den Topfdeckeln. Vielleicht auch dem Geschirrspüler. Oder….das übliche eben.

Mit Baby im Arm geht es nun zurück zum Wickeltisch. Nun legt man das Baby hin. Da es sich direkt hingesetzt hat, legt man es erneut hin. Nach dem ausziehen der Hose sowie dem Öffnen des Bodys, wird das Feuchttuch aus der Hand des Babys genommen und selbiges wieder hingelegt. Die Windel wird geöffnet und der Inhalt mit dem gerade geklautem Feuchttuch entfernt. Während man das Baby mit einer Hand am davonkrabbeln hindert, wird mit der anderen das Feuchttuch gehalten und der entsprechende Bereich gesäubert.

Die Feuchttücher sowie die Windel werden weggeworfen. Inzwischen steht das Baby. Nein halt, es kuschelt mit dem Wickelnden im stehen und drückt dabei gekonnt mit den Füßen die Wickelunterlage beiseite. Mit einiger Balance ist es dennoch machbar, das Kind einigermaßen aufrecht zu halten, die Tube mit der Creme zu öffnen und einen Teil davon auf dem Po zu verteilen. Bestenfalls wird die Tube mit einer halben Hand nun wieder verschlossen.

Tatsächlich erfordert es einiges an Übung, dem sehr instabilem Kind nun die Windel anzuziehen und fachgerecht zu schließen. Vor allem wenn es dabei Zappelt. Und wegkrabbelt. Oder versucht sich in den Abgrund zu stürzen. Deshalb an dieser Stelle daran denken: Immer eine Hand am Kind! Und die restlichen drei an der Windel. Angeblich soll es auch für diesen Fall gemachte Hosen-Windeln geben, aber der Versuch das Kind alleine in eine solche zu befördern endet zumeist abenteuerlicher als mit der klassischen Version.

Die Windel ist an und halbwegs fest geschlossen? Kein Pipi irgendwo auf dem Tisch/dem zu Wickelnden/dem Baby verteilt? Wunderbar, dann ist bereits beinahe alles geschafft. Nun muss man nur noch den Body schließen. Aber damit auch dies nicht zu langweilig wird, beschließt auch hier, das Baby davon zu krabbeln. Oder sich hinzusetzen und selbst am Verschluss zu spielen. Alternativ kann es auch immer wieder aufstehen und sich wackelig am Wickelnden festhalten, dabei aber mit den Beinen strampeln. Man sieht also: Es wird NIE langweilig.

Doch auch dieser Part ist irgendwann geschafft und das Baby kann vom Wickeltisch gehoben werden, denn die Hose zieht man ihm doch sowieso am besten im Sitzen an. Und sobald das geschafft ist, kann man das Kind auch direkt auf den Boden setzen, damit es zum Katzenklo krabbeln kann. Oder den Katzen…. Oder…naja, das übliche halt.

Keine Angst, nach drölfzig Wiederholungen hat man irgendwann den Dreh raus.…