Papa

Papa

Heute mal ein bisschen was Zusammenhangloses. Eigenes. Gedankensprünge. Sachen, die wenig mit Eltern lernen, aber viel mit mir zu tun haben. Wen es nicht interessiert, der darf wegsehen. Könnte komisch werden. Anders, als sonst.

Es geht ums sterben, um Teeniegedanken dazu, ums Tod sein und damit zurecht kommen müssen. So, als Lebender. 

Sagt nicht, ich hab euch nicht gewarnt. 

Eine Eingewöhnung

Ich kenne meinen Zwerg. INzwischen würde ich sogar sagen, dass ich meinen Zwerg verdammt gut kenne. Schon als ich damals den Eintrag zu seinem Kitaanfang schrieb, war mir im Grunde klar, dass das kein Problem werden würde. Zumindest für ihn nicht. Und nun sitze ich hier, daheim auf dem Sofa, und starre irritiert zurück in die Wochen, die seitdem vergangen sind.

Vielleicht habe ich doch gehofft, dass er ein bisschen mehr Probleme macht. Insgeheim war das so ein…Daumen drücken. Und gleichzeitig auch nicht. Was wäre, wenn er zu Beispiel die Erzieherinnen auf den Tod nicht hätte leiden können? So schön die Kita gewesen wäre, so doof wäre die Eingewöhnung dennoch gelaufen.

Alles bangen umsonst

Aber was bringen „Was wäre wenns…?“, wenn sie sowieso nicht zutreffen? Überhaupt gar nicht? Also gut, wir sind also am ersten Tag zur Kita gegangen, wurden mit einem irritiertem „Wir haben euch erst im März erwartet, aber kommt rein.“, empfangen und waren mitten drin. Ich durfte mich neben die Gruppe setzen, das Schnabeltier war direkt mitten im geschehen. Und – wie erwartet – hat er mitgemacht. Irgendwie. Klar, aller Anfang ist schwer und so, aber es gab so viel Spielzeug und andere Kinder, dass er sich gar nicht für mich interessiert hat. Das gemeinsame Obstfrühstück hat er ein bisschen irritiert quittiert – bis zu dem Moment, in dem die anderen Kinder fertig waren. Da saß er dann auf seinem Platz und hat einfach weiter gegessen.

Danach ging es noch ein bisschen raus in den Garten, wo er Bobbycar fahren und im Sandkasten Buddeln durfte. Alles in allen waren wir am ersten Tag etwa 1,5 Stunden da. Eher mehr. Auf jeden Fall mehr, als ich erwartet hätte.  Und diese Zeit hat auch tatsächlich ausgereicht, um ihn ganz schön zu schaffen. Zu Hause war er dann quengelig, hat Sachen durch die Gegend geworfen und allgemein so viel Chaos gemacht, dass ich ihn kurzerhand ins Bett gesteckt habe. Und dann hat mein Kind, dem Mittagsschlaf bisher wenig interessiert hat, einfach geschlafen.

Raus mit der Mami

Danach ging alles sehr schnell. Nachdem ich am zweiten Eingewöhnungstag noch mit ihm die erste Stunde verbringen durfte, wurde ich später einfach rausgeschickt, zum warten und schauen, wie das Kind reagiert. Am nächsten Tag durfte ich ihn nur in die Runde bringen und mich dann raus setzen. Selbst als die Gruppe an mir vorbei gegangen ist, wurde ich keines Blickes gewürdigt. Wahrscheinlich hat er mich gar nicht wahrgenommen.

Es ging wirklich Schlag auf Schlag. Schlussendlich wurde mir nahe gelegt doch einfach nach Hause zu fahren, um ihn dann um 11 abzuholen. Das war dann der Punkt, an dem ich auf das Fahrrad umgestiegen bin. Wenn ich eine halbe Stunde pro Strecke brauche, wenn ich zu Fuß unterwegs bin, dann bin ich um viertel vor 10 zu Hause, um dann um kurz halb 11 wieder los gehen zu dürfen, um das Kind rechtzeitig wieder abzuholen. Die Zeit zu Hause ist dann ein Minimum. Das muss ja auch nicht sein. Mit dem Rad geht das alles viel entspannter. Wenn es nicht gerade so schweinekalt ist, wie es gerade diese Tage war. Zeitweise dachte ich wirklich, dass ich vom Rad kippe, zum Eisklotz gefroren. Keine Ahnung, wie es dem kleinen Mann auf dem Kindersitz hinter mir ging. Bestimmt nicht viel besser.

Zukunftsmusik: Mittagsschlaf in der Kita

Noch eine Woche, dann muss ich wirklich wieder arbeiten gehen. Welch seltsamer Gedanke. Ich weiß noch nicht, wann ich mir DARAN gewöhnen werde. Bald, hoffentlich. Das Schnabeltier war bisher immer bis nach dem Kitamittagessen da und wurde dann von mir abgeholt, um dann zu Hause hoffentlich schlafen zu können. Heute ist der letzte Tag, an dem das so ist, ab nächster Woche wird er in der Kita schlafen müssen. Darauf bin ich WIRKLICH gespannt. Schlafen gehen ist das roteste Tuch, dass ich vor die Augen des Schnabeltieres hängen kann. Selbst mit Kitachaos. Lasst uns die Daumen drücken, dass es in einer ungewohnten Umgebung besser klappt.

Ich bin jedenfalls glücklich darüber, dass er sich heute nach dem Frühstück hingesetzt hat, seinen Fahrradhelm ausgepackt, seinen Schal, seine Mütze und raus wollte. Ich musste ihn daran erinnern, dass er noch eine Hose anzuziehen hatte. Und ich. Und ich eigentlich noch halb am Frühstücken war (ich brauche morgens immer EWIG!). War ihm egal, er wollte jetzt raus. Dafür wurde auch ganz freiwillig eine Hose geholt. Und ohne gezeter in den Schneeanzug gestiegen. Und in die Schuhe. Er hat sich echt gefreut.
Als wir schließlich (viel zu früh) auf dem Fahrrad saßen, fragte ich ihn, ob wir jetzt in die Kita führen? Die Antwort: „JAAAA! Pady, Pady!“ Ich mag es, wenn er sich so freut.

Ich platze

Die Erzieherinnen andererseits mögen meine Chaosnase auch sehr gerne. Neulich wurde ich angesprochen, ob wir denn Treppen zu Hause hätten. Er würde schon so toll hoch und runter gehen, das könnte mancher Großer noch nicht.

Oder das Lob dafür, dass er schon so toll selbstständig essen kann „Da braucht er ja gar kein Lätzchen mehr.“ Sich selbstständig das Trinken eingießt (Was zur Hölle, das kann er?!), ganz toll mitmacht, aufräumt. Mein kleines Mamaherz ist vor Stolz so voll, dass es bestimmt demnächst platzt.…

90cm

Damals, als mein Freund und ich uns ein Bett gekauft haben, war das irgendwie komisch für mich. So unendlich lange waren wir noch nicht zusammen und aufgrund von vorherigen Beziehungen war ich ein gebranntes Kind. Und jetzt sollten wir uns also gemeinsam ein Bett kaufen. Weil sein bisheriges Bett, freundlich ausgedrückt, scheiße war. Rollrost, durchgelegene Matratze. Mit Federn, die ausgerechnet immer in meinen Rücken gepiekst haben. Die 140cm, die das Teil hatte, haben uns irgendwie weniger gestört. Wir waren ja recht frisch zusammen, da ist nächtliches Kuscheln ja nichts schlimmes. Nur individuelle Bettdecken haben wir uns sehr früh angewohnt. Wahrscheinlich habe ich ihm zu oft seine geklaut oder so. Keine Ahnung.

Auf jeden Fall standen wir eines Tages im Möbelladen. Meine Mutter hatte mir zum Geburtstag Geld für ein neues Bett geschenkt, weil sie selbst im bisherigen Probe liegen durfte. Und dann war da die Frage: Welches Bett? Wollten wir, quasi beinahe frisch zusammen gekommen, noch einmal ein „kleines“ 140cm Futonbettchen haben? Mein Freund wollte etwas großes. Was ordentliches. Ein Doppelbett. Zwei Matratzen, viel Platz auf beiden Seiten.

Ich habe diese Dinger als „Ehebett“ kennen gelernt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weswegen ich damals so zögerlich war. Ich und ein Ehebett? Ich und Ehe?! Bitte nicht! Auf keinen Fall. Irgendwie hatte er es dann doch geschafft, mich zu überzeugen. Ein großes Bett, mehr Platz für uns beide und vor allem eine eigene, steinharte Matratze für mich allein. Stimmt, ich hatte ganz vergessen, wie sehr ich seinen weiche-Matratzen-Fetisch gehasst habe. Meine eigene Matratze war also quasi das Züglein an der Waage, das mich überzeugt hat. 90cm meines eigenen Reiches!

Viele Jahre später

Das Bett haben wir immer noch. Verheiratet sind wir nun auch. Nur die Matratzen wurden inzwischen einmal ausgetauscht. Inzwischen hat er eingesehen, dass steinharte Matratzen halt doch das beste auf der Welt sind und sich mit meinem Matratzen-kauf gleich auch eine neue besorgt. Fun fakt: Wieder ein Geschenk meiner Mutter. Die, die wir damals zum Bett dazu gekauft hatten waren recht billig und verdammt schnell durchgelegen. Aber von 90cm mein Reich ist schon lange nichts mehr.

Angefangen hat das mit den Katzen, die sich – gerade im Winter – sehr gerne zu einem unter die Bettdecke kuscheln. Und dann am Bauch liegen, wärmen und schnurren. Manchmal schläft man auch einfach in den Armen seines geliebten Menschen ein. Manchmal hat man auch sein geliebtes Schnabeltier in den Armen, während man einschläft. Alles nicht schlimm. Alles tolle Sachen. Ich liebe meine Katzen. Ich liebe meinen Mann, und ganz besonders liebe ich unseren Sohn. Aber aktuell wird das alles irgendwie zu viel. Die Nächte, in denen ich meine Betthälfte WIRKLICH für mich habe, belaufen sich im letzten Jahr auf…vielleicht eine Hand voll. Höchstens.

Gerade jetzt, wo ich noch einen zweiten Menschen mit mir herumtrage, wird das echt anstrengend. Zumal das Schnabeltier die erste Hälfte der Nacht immer wunderbar in seinem eigenem Zimmer schläft. Aber irgendwann – irgendwie zwischen 3 und 6 Uhr herum spätestens (neulich war es 23 Uhr), ist der kleine Mensch halt doch bei uns im Bett. Und dann wird meistens meine Decke mit in Anspruch genommen, obwohl er schon lange seine eigene hat. Die wird nur Nachts irgendwann weggestrampelt. Und sowieso, als Baby war er viel weniger zappelig.

Bedürfnisse

Und am besten schläft es sich halt doch, wenn man die Nase direkt in Mama reindrücken kann. So nah, wie es nur irgendwie geht, ist aktuell in den Morgenstunden angesagt. Dass ich mich währenddessen immer weiter auf die Seite quetsche ist egal. Ich bin ja froh, dass ich nicht aus dem Bett rausfallen kann. Sonst wäre ich das in letzter Zeit schon sehr oft.

Stattdessen versuche ich halt das Kind irgendwie vom zappeln abzuhalten, meine Decke bestmöglich zwischen uns beiden aufzuteilen und das schnarchen der beiden Männer neben mir zu ignorieren, um irgendwie wieder einzuschlafen. Leicht ist das nicht. Aber immerhin wache ich inzwischen nicht mehr vom Wecker meines Mannes mit auf und brauche dann ewig um wieder einzuschlafen.

Und ganz ehrlich: Ich habe lieber die beiden, und gerne auch noch die Katzen mit mir im Bett, als niemanden. Es gibt nämlich auch Nächte, in denen ist mein Mann auf Dienstreise. Oder gemeinsam mit dem Kind bei der Oma, während ich nicht mit kann wegen irgendwelchen Sachen. In diesen Nächten gehören 180cm Bett auf einmal mir. Keine tretenden Füßchen in meinem Bauch oder Rücken, kein Schnarchen. Höchstens das leise Schnurren der Katzen rechts und links von mir. Aber diese Nächte sind einsam. Die schlimmsten.…