Augenblicke

Augenblicke

Wir Menschen sind schon seltsame Wesen. Wenn uns etwas schönes passiert, dann erfreuen wir uns daran, glauben, dass dies der beste Moment unseres Lebens war und allzu bald ist er vorbei. Wir waren Glücklich. Diesen einen, kurzen Augenblick lang waren wir Glücklich. Vielleicht war es ein großer Augenblick, und wir zehren noch ein bisschen daran. Dann ist es aber vorbei, und wir sehen uns unserem Alltagsleben ausgesetzt.

Schlechte Augenblicke, die behalten wir ewig. „Boah, damals, als du im Unterricht die Vokabel für „Pferd“ nicht kanntest, weißt du noch?*“, denkt das Gehirn total plötzlich, oder „Erinnerst du dich dran, vor ner Ewigkeit, als du besoffen heim gelaufen bist und den Nachbarn in die Einfahrt gekotzt hast?“* Vielleicht kann es auch ein „Vor Peter, in den du in der Grundschule total verknallt warst, hast du dich Dieses eine Mal total daneben benommen*“ sein. Beliebt ist auch das berühmt berüchtigte „Mensch, DER Spruch wäre eigentlich total Schlagfertig gewesen.“, 24 Stunden später. Oder drei Tage. Oder Wochen. Oder Monate.

Man erinnert sich an so viel Dreck in seinem Leben. Fühlt in sich drinnen genau die Scham, das komische Gefühl, die Hilflosigkeit, die man damals gefühlt hat, und kann absolut nichts dagegen tun.

Wir lernen aus Fehlern

Vielleicht liegt es ja wirklich daran. Der Spruch ist so alt, so oft gehört, so abgedroschen. Aber es ist halt irgendwie was wahres dran. Irgendwie hat man Fehler gemacht, man erinnert sich noch den Rest seines Lebens daran in der Hoffnung, daraus zu lernen.

Wahrscheinlich bin ich nicht die erste, die auf die Grandiose Idee kommt, einfach mal zu versuchen, sich das gute in Erinnerung zu behalten. Gerne würde ich sie konservieren, diese kleinen Augenblicke, in denen etwas so schönes geschieht, dass man ewig davon zehren könnte. Vor allem mit meinen Kindern habe ich oft das Gefühl, gegen Wände zu laufen und irgendwas zu brauchen, wovon ich jetzt in diesem Augenblick zehren könnte. Zum Beispiel wenn das Schnabeltier mich beim kochen zum tausendsten Mal fragt „Mama, du mach?“.
Und wenn ich nur den Zitronensaft zurück in den Kühlschrank stelle.

„Mama, du mach?“

Ich kann diese Frage inzwischen nicht mehr hören. Ich kann darauf antworten. Irgendwie. Immer. Aber wenn man gerade einen Deckel sucht, nebenher irgendwie Schnabeltierfinger aus den Schüsseln halten will, Gemüse abwäscht, Paprika schnippelt, Messer zusammenkratzt, den Tisch deckt, das Jammern des Füchschens hört, schon wieder Schnabeltierfinger aus der Schüssel rauskomplimentiert und dann den Topf davon abhalten muss, überzukochen, dann ist das tausendunderste „Mama, du mach?“ einfach irgendwann zu viel. Dann hilft es auch nicht, dass die nächste Frage danach „Warum?“ ist.

Dann möchte ich mir einen kleinen Container vom Küchentisch nehmen können, aufschrauben, mir unter die Nase halten und einatmen.

Und dann atme ich sie ein, diese kleinen Momente, die so vieles so gut machen. Diese kleinen Momente, in denen ich denke, dass das Leben, so wie es gerade ist, das schönste auf der ganzen Welt ist. Diese winzigen Momente, die den Bauch so warm machen, dass da unten anscheinend so viel Wasser verdampft, dass es zu den Augen hinaus will.

Wenn das Schnabeltier dir stolz seine winzigen Duplotürmchen zeigt, die es gebaut hat, während du mit Stillen beschäftigt warst.
Wenn das Füchschen dich überglücklich angluckst, weil du ihre kaum vollgepinkelte Windel wechselst.
Wenn das Schnabeltier sich kringelig lachst, weil du mit ihm Ball spielst.
Wenn das Füchsen morgens im Bett vor sich hin strampelt und fröhlich losgluckst, wenn sie merkt, dass du jetzt endlich auch wach bist.

4 Türmchen aus Duplosteinen.. Auf dem roten und dem grauen sitzen Menschen, auf dem grünen ein Duplovogel und auf dem gelben ein Duplohund

Wenn das Schnabeltier dich beim aus-der-Kita-abholen entdeckt, alles fallen lässt, um dich umzurennen.
Wenn du aus dem Urlaub zu Hause auf dem Sofa sitzt und sich direkt die Katzen glücklich an dich heran schnurren.
Wenn das Schnabeltier mit dem Marionettendrachen, von dem es weiß, dass du ihn in der Hand hältst, spricht wie mit einem Menschen.
Wenn das frisch geimpfte Füchschen auf dem Heimweg endlich im Tragetuch einschläft, du aber deine Hand nicht runternehmen kannst, weil sie sich an einem deiner Finger festgeklammert hat.
Wenn das Schnabeltier im Schwimmbad stundenlang überglücklich durchs Wasser tobt.

Wenn alles warm und weich und schön riecht. Man die Welt durch eine kleine, rosarote Brille sieht. Diese Momente, liebes Hirn, die darfst du bitte bis in alle Ewigkeit abspeichern. Du kannst sie wieder hervorholen, wenn ich am wenigsten damit rechne. Dann ertrage ich auch die nächsten tausend „Mama, du mach?“

 

*Geschichte frei erfunden…

Lieblingsding #4: Nachtlichtschildkröte

Lieblingsding #4: Nachtlichtschildkröte

Über dieses Lieblingsding wollte ich schon ewig einmal schreiben. Allerdings hat sich das nie ergeben, weil das Schnabeltier es nicht als Lieblingsding anerkannt hat, und sie nun sehr lange ungenutzt im Regal gelegen hat. Mit dem Füchschen bekam sie allerdings noch eine zweite Chance, die sie direkt genutzt hat. Unsere Nachtlichtschildkröte!

Nachtlichter, die meistens Sterne und Monde auf die Wände projizieren, sind meiner Meinung nach halbwegs bekannt. Über eine Freundin bin ich allerdings über eine Schildkröte gestolpert, die nicht Monde in verschiedenen Farben an die Decke kleistert, sondern Wasserlichteffekte! Geräusche kann sie auch – Meeresrauschen oder eine Melodie. Für mich als kleinen Meerfan das absolute MUSS!

Abgeschreckt hatte mich anfänglich der Preis, der mit 57€ (in einem Spielemax habe ich sie auch schon für 50€ gesehen, man kann also auch die Augen offen halten) ja doch eher in Richtung „heftig“ tendiert. Als wir das Schnabeltier dann in sein eigenes Zimmer umgezogen haben, haben wir sie dann dennoch angeschafft – leider zu spät um ihn daran zu gewöhnen. Für ihn war es eher eine Spielmöglichkeit (lauter, leiser. Meeresbewegungen an. Und aus. Und Licht an. Und aus.) Entsprechend enttäuscht war ich.

Unterwasser-Einschlafwelt

 

Jetzt, über ein Jahr später haben wir die Gute wieder ausgepackt, denn ein zweites Kind bedeutet ja eine zweite Chance! Und Tatsache: das Füchschen lässt sich von der Melodie und den Bewegenden Lichtern über sich erstaunlich gut beruhigen. Manchmal können wir sie mit der Schildkröte neben sich einfach ins Bett legen und unsere eigenen Dinge machen – oder das Schnabeltier bespielen. Sie, die sie die Elternklette in Person ist, liegt dann im Bett und brabbelt und gluckst fröhlich vor sich hin, das einem das Herz aufgeht. Und schläft dabei auch mal ein.

Auch des Füchschens Cousin, nennen wir ihn mal Raubtierchen, hat auf unsere Empfehlung eine Schildkröte spendiert bekommen und mag diese sehr gerne. Beide Kinder durften neulich neben unserer Kröte liegen. Wir als Eltern konnten direkt die Ruhe sehen, die die beiden ausgestrahlt haben

 

und vom Raubtierchen auch bereits versuchte Interaktion mit der Schildkröte.

Einziges Manko: So wirklich klappt das nur, wenn es dunkel ist. Man ka

nn die Helligkeit zwar varriieren, aber selbst die hellste Stufe kann nicht das Tageslicht einer hellen Wohnung nicht überdecken. Dafür hält sie das Zimmer bei Nacht erstaunlich hell. Glücklicherweise lässt sich diese Helligkeit ganz leicht regeln. Auch die dunkelste Stufe ist bei Nacht noch hell genug, um die Wellen in Bewegung zu sehen.

Also: Von mir aus eine klare Empfehlung, wenn man das Kind früh genug an Nachtlichter heranführen will. Das Geld ist sie nämlich allemal wert!

cloud b: Tranquil Turtle bei Jako-o gekauft (Unser erster Versuch war ja das Bestellen auf Amazon, aber da war die Lieferzeit bei ca 3 Monaten und wurde dann irgendwann, trotz schon ausgelöster Bestellung storniert. Bei Jako-o bekamen wir sie ein paar Tage später einfach so.)

 

Lieblingsdinge sind Sachen, die wir im Laufe unserer Elternzeit angeschafft haben, und die sich für uns als sehr praktisch herausstellten. Ich werde für diese Werbung nicht bezahlt. Meine guten Erfahrungen möchte ich auf diese Weise an andere Eltern weitergeben.

Still-BHs

Als Frau mit großen Brüsten, sind und bleiben die teuersten Stücke in meinem Kleiderschrank (Neben dem Hochzeitskleid) ganz klar: Die BHs. Große Cups findet man in den normalen H&M- und C&A-Filialen sowieso kaum bis gar nicht. Und das, wo meine Größe noch gar nicht soo ungewöhnlich zu sein scheint. Von Qualität brauchen wir auch gar nicht zu reden. Klar ist nämlich: Was was halten will, das muss auch von guter Qualität sein und wenns dann auch noch nicht aussehen sollte, als hätte ich es aus Uromas Schrank gerupft, dann dürfen auch schon einmal an die 50€ über den Tresen gehen. Pro Stück versteht sich. Spätestens in dem Moment, in dem ich gelernt habe, dass ich gar nicht 95D, sondern eher so 85F (Tippfehler wollte mich eben 85V tragen lassen. Uiuiui) trage, hab ich das akzeptiert.

Ich glaube, ich muss keiner Frau erklären, dass BH nicht gleich BH ist, die gleiche Größe von unterschiedlichen Herstellern unterschiedlich ausfallen kann, und das BHs teilweise sowieso die Ausgeburt der Hölle sind. Aber dass gerade Still-BHs mich noch einmal für die Herausforderung meines Lebens stellen würden, damit habe ich damals nicht gerechnet.

Brustveränderung Ahoi

In der Schwangerschaft verändert sich die Brust, und nach der Geburt noch einmal. Und dann, kurz nach dem Milcheinschuss noch einmal und noch einmal und.. hach, das dauert, bis es sich dann irgendwann eingespielt hat, mit der Größe. Bis es soweit ist, braucht man halt auch irgendetwas, das die Milchtüten hält.

Beim Schnabeltier habe ich es so gehalten, dass es mir vor allem Nachts Wurst war, wie der BH aussah, hauptsache ich hab rein gepasst und die Stilleinlage wurde gehalten. Sonst kann es vorkommen, dass die Brust sich selbstständig macht und du am nächsten morgen (Oder mitten in der Nacht, je nachdem, wie schnell man es halt mitbekommt), seine gesamte Bettwäsche durchwaschen kann. Faszinierend, so ein Körper. Was der alles produziert, wenn man ihn denn lässt.
Auf jeden Fall wurden für den Beginn die billigen Rossmann-BHs angeschafft und durchgetragen. Dass die 15€-Qualität eben genau das war, merkte man daran, dass die Dinger spätestens nach dem erstem Waschen Gummi verloren haben. Trotzdem hatte ich eine Hand voll davon im Schrank.

Als meine Brüste sich dann irgendwann größentechnisch entschieden hatten, bekam ich durch meine Mutter (Danke dafür!), den einen oder anderen mega guten Anita-Still-BH in meinen Kleiderschrank. Mit Bügel, also auch halbwegs Stützfunktion. Hübsch! In meiner Größe. Ein Träumchen, sage ich euch! Die haben so viele Waschungen überlebt, sie existieren auch heute noch. Nur nicht in meinem Kleiderschrank…

Alles wird weniger

Weil…irgendwann habe ich beschlossen, mein Körpergewicht abzubauen. Und das verlor ich halt nicht nur an Bauch, Beinen und Po, sondern auch an den Armen. Den Händen. Im Gesicht. Am Hals. Und an den Brüsten. Und auf einmal waren die schönen 85F-BHs, die passten wie angegossen vieeeel zu groß. Also. Wirklich VIEL! ZU! GROß! In der Zeit, in der ich kein Kind stillen musste, bin ich dann in einen Laden geschleppt worden, um mich mal in meiner neuen Größe einzukleiden. 75F! Dass das überhaupt existiert, war mir neu. Nicht neu ist allerdings die Tatsache, dass meine Mutter ein Engel auf erden ist, und drauf bestanden hat, die 70€ pro BH zu bezahlen. Zitat „Du machst das doch selbst eh nicht.“ Recht hat se. Die Frau kennt mich zu gut…

Und nun… sitze ich hier mit dem zweiten Stillkind, meine alten BHs passen nicht mehr und wurden an meine Schwägerin abgegeben. BilligBHs in der Größe sind…quasi nicht vorhanden. Der Gedanke von Herstellern scheint zu sein „Kleines Unterbrustband, kleiner Cup“. So findet man bei Band 75 Größen wie A und B, vielleicht noch C, wenn man glücklich ist. Cups mit E drauf, gibts dann ab Größe 90+. Zumindest bei Rossmann, wenn ich geschaut habe.

Und somit kommen wir zu dem Grund, warum ich diesen Artikel überhaupt schreibe. Ich habe aktuell drei Still-BHs, die ich abwechselnd trage. Zwei von Bonprix und einer bei Toys R Us gekauft. Alle Drei in Größenverhältnissen der Marke „passt schon grob über den Daumen gepeilt“, gekauft mit „sieht ja eh keiner“ und getragen als „sonst werden meine TShirts nass“. Also…alles nicht das Wahre, aber besser als nix. Aber so langsam bin ich soweit, dass sich meine Brüste nicht mehr groß verändern, das heißt, ich kann wieder auf Shopping Tour gehen. Passende Unterwäsche Ahoi!

Meine Brüste und mein Rücken werden sich freuen.

Mein Geldbeutel leider nicht.…