Still-BHs

Als Frau mit großen Brüsten, sind und bleiben die teuersten Stücke in meinem Kleiderschrank (Neben dem Hochzeitskleid) ganz klar: Die BHs. Große Cups findet man in den normalen H&M- und C&A-Filialen sowieso kaum bis gar nicht. Und das, wo meine Größe noch gar nicht soo ungewöhnlich zu sein scheint. Von Qualität brauchen wir auch gar nicht zu reden. Klar ist nämlich: Was was halten will, das muss auch von guter Qualität sein und wenns dann auch noch nicht aussehen sollte, als hätte ich es aus Uromas Schrank gerupft, dann dürfen auch schon einmal an die 50€ über den Tresen gehen. Pro Stück versteht sich. Spätestens in dem Moment, in dem ich gelernt habe, dass ich gar nicht 95D, sondern eher so 85F (Tippfehler wollte mich eben 85V tragen lassen. Uiuiui) trage, hab ich das akzeptiert.

Ich glaube, ich muss keiner Frau erklären, dass BH nicht gleich BH ist, die gleiche Größe von unterschiedlichen Herstellern unterschiedlich ausfallen kann, und das BHs teilweise sowieso die Ausgeburt der Hölle sind. Aber dass gerade Still-BHs mich noch einmal für die Herausforderung meines Lebens stellen würden, damit habe ich damals nicht gerechnet.

Brustveränderung Ahoi

In der Schwangerschaft verändert sich die Brust, und nach der Geburt noch einmal. Und dann, kurz nach dem Milcheinschuss noch einmal und noch einmal und.. hach, das dauert, bis es sich dann irgendwann eingespielt hat, mit der Größe. Bis es soweit ist, braucht man halt auch irgendetwas, das die Milchtüten hält.

Beim Schnabeltier habe ich es so gehalten, dass es mir vor allem Nachts Wurst war, wie der BH aussah, hauptsache ich hab rein gepasst und die Stilleinlage wurde gehalten. Sonst kann es vorkommen, dass die Brust sich selbstständig macht und du am nächsten morgen (Oder mitten in der Nacht, je nachdem, wie schnell man es halt mitbekommt), seine gesamte Bettwäsche durchwaschen kann. Faszinierend, so ein Körper. Was der alles produziert, wenn man ihn denn lässt.
Auf jeden Fall wurden für den Beginn die billigen Rossmann-BHs angeschafft und durchgetragen. Dass die 15€-Qualität eben genau das war, merkte man daran, dass die Dinger spätestens nach dem erstem Waschen Gummi verloren haben. Trotzdem hatte ich eine Hand voll davon im Schrank.

Als meine Brüste sich dann irgendwann größentechnisch entschieden hatten, bekam ich durch meine Mutter (Danke dafür!), den einen oder anderen mega guten Anita-Still-BH in meinen Kleiderschrank. Mit Bügel, also auch halbwegs Stützfunktion. Hübsch! In meiner Größe. Ein Träumchen, sage ich euch! Die haben so viele Waschungen überlebt, sie existieren auch heute noch. Nur nicht in meinem Kleiderschrank…

Alles wird weniger

Weil…irgendwann habe ich beschlossen, mein Körpergewicht abzubauen. Und das verlor ich halt nicht nur an Bauch, Beinen und Po, sondern auch an den Armen. Den Händen. Im Gesicht. Am Hals. Und an den Brüsten. Und auf einmal waren die schönen 85F-BHs, die passten wie angegossen vieeeel zu groß. Also. Wirklich VIEL! ZU! GROß! In der Zeit, in der ich kein Kind stillen musste, bin ich dann in einen Laden geschleppt worden, um mich mal in meiner neuen Größe einzukleiden. 75F! Dass das überhaupt existiert, war mir neu. Nicht neu ist allerdings die Tatsache, dass meine Mutter ein Engel auf erden ist, und drauf bestanden hat, die 70€ pro BH zu bezahlen. Zitat „Du machst das doch selbst eh nicht.“ Recht hat se. Die Frau kennt mich zu gut…

Und nun… sitze ich hier mit dem zweiten Stillkind, meine alten BHs passen nicht mehr und wurden an meine Schwägerin abgegeben. BilligBHs in der Größe sind…quasi nicht vorhanden. Der Gedanke von Herstellern scheint zu sein „Kleines Unterbrustband, kleiner Cup“. So findet man bei Band 75 Größen wie A und B, vielleicht noch C, wenn man glücklich ist. Cups mit E drauf, gibts dann ab Größe 90+. Zumindest bei Rossmann, wenn ich geschaut habe.

Und somit kommen wir zu dem Grund, warum ich diesen Artikel überhaupt schreibe. Ich habe aktuell drei Still-BHs, die ich abwechselnd trage. Zwei von Bonprix und einer bei Toys R Us gekauft. Alle Drei in Größenverhältnissen der Marke „passt schon grob über den Daumen gepeilt“, gekauft mit „sieht ja eh keiner“ und getragen als „sonst werden meine TShirts nass“. Also…alles nicht das Wahre, aber besser als nix. Aber so langsam bin ich soweit, dass sich meine Brüste nicht mehr groß verändern, das heißt, ich kann wieder auf Shopping Tour gehen. Passende Unterwäsche Ahoi!

Meine Brüste und mein Rücken werden sich freuen.

Mein Geldbeutel leider nicht.…

Katzen und Kinder

Katzen und Kinder

Es ist schon echt verwunderlich. Als das Schnabeltier ein Baby war und neu in die Familie integriert wurde, da waren die Katzen sich seiner nicht ganz sicher. So weit es ihnen möglich war, ignorierten sie ihn. Umgingen ihn, holten sich ihre Streicheleinheiten ab, wenn mein Mann oder ich uns einmal nicht um ihn kümmern mussten. Irgendwann hatten sie sich an ihn gewohnt, sind ihm aus dem Weg gegangen, wenn sie mussten oder haben ein wenig mit ihm gekuschelt, wenn sie eigentlich an meinen Mann und mich ran mussten.

Vor ein paar Monaten fing das Schnabeltier dann wirklich selbst damit an, sich für die Katzen zu interessieren und sie zu streicheln – auf seine eigene Art und weise. Ein bisschen grober meistens, aber tatsächlich haben die beiden Fellnasen ihn gewähren lassen. Viel mehr, als meinem Mann und mir erlaubt werden würde.
Ich bin sogar bereit zu sagen, dass sie sich so sehr an ihn gewöhnt haben, dass sie ihm einfach auf seiner Nase herum tanzen, wie es ihnen gefällt. Er ist ihnen schlicht und einfach egal geworden. Wenn er versucht, sie von irgendwo zu verscheuchen gucken sie einfach nur ein bisschen hochnäsig (Katzen halt, ne?) und bewegen ihre Hintern nicht, bis er sie wirklich wegschiebt.

Und das Füchschen

Das wurde von Anfang an EINFACH IGNORIERT. Da ist noch ein Baby. Okay, ein paar Tage kann man doof gucken, aber deswegen muss katze doch nicht auf ihre Streicheleinheiten verzichten. Dann schieben sie sich eben an dem Baby vorbei, um an meine Finger zu kommen. Oder ist da eventuell ein bisschen Platz auf meinem Schoß, obwohl sich da schon zwei Kinder zusammenkuscheln? Rauf da! Ach, Mama liegt im Bett, das Baby direkt neben ihr, da kann katze ja einfach über den kleinen Menschen drüberhüpfen, um in Frauchens Streichelreichweite zu gelangen.

Der aktuelle Lieblingsschlafplatz der beiden Monsterchen ist übrigens der Wickeltisch. Klar, der steht ja direkt am Fenster und da kann man am besten Sonnenstrahlen einfangen. Und er ist hoch und Sicher und überhaupt. Und wenn ein Baby dazu gelegt wird, damit die Windel gewechselt werden muss, dann wird das von den Königinnen auf dem Thron auch so akzeptiert. Solange das Baby ruhig liegt. Na gut, ein bisschen strampeln darf es. Na gut, ihr Gesicht im Katzenfell ist auch in Ordnung. Und ein kleines Fäustchen. ABER MEHR NICHT, SONST GEHE ICH!

Katzen sind schon irgendwie komisch. Und lustig.

Ich wette, wenn ich ein drittes Baby bekommen sollte, wären sie noch härter und würden über den Minimenschen drübertrampeln. Wozu auch springen, ist ja anstrengend.…

Die zwei Morgenszenarios der Familie H.

Version 1

7:20

Ich wache vom Weckerklingeln auf. Das Füchschen und das Schnabeltier schlafen noch. Ich schleiche mich ins Bad und gehe erst einmal aufs Klo. Das Schnabeltier ist inzwischen aufgewacht und spielt chaost vor sich hin.
Mit dem Versprechen auf baldiges Frühstück lässt er sich auf den Wickeltisch locken und wickeln. Das Frühstück muss allerdings als Nackidei eingenommen werden. Mit ein bisschen Überredungskunst schaffe ich es allerdings, ihm eine Unterhose über die Windel zu ziehen.

Wir Frühstücken. Wenn ich Glück habe, verlangt er einen Brei, dann muss ich den nur machen und er isst komplett alleine. Wenn ich Pech habe will er Brot, dann muss ich ihm beim schmieren, belegen und schneiden helfen.
Irgendwann während meinen ersten Bissen wird das Füchschen wach und verlangt schreiend nach Nahrung und Nähe. Ich schlinge also mein Brot hinunter, gehe das Füchschen wickeln, muss eventuell noch ein zweites Brot für das Schnabeltier schmieren, das nur halb gegessen wird, und stille das Füchschen.

8:20

Oh verdammt, es ist spät geworden. das Füchschen wird von der Brust entfernt, Kleidung für das Schnabeltier zusammen gesucht. Wir ziehen uns an. Das Füchschen wird ins Tragetuch eingebunden, Schuhe wandern erst an meine, dann an des Schnabeltieres Füße. Alles dabei? Schlüssel, Handy, Geldbeutel, eventuell Rucksack zum einkaufen? Radio ist aus? Tür zu, Treppe runter, ab in den Schuppen, Laufrad holen, Helm auf des Schnabeltieres Kopf – verdammt, ich habe meine Mütze gar nicht auf. Egal. Wir sind eh spät dran.

Zum Glück schläft das Füchschen so toll im Tragetuch, spätestens auf dem Gehweg hat sie aufgehört zu brüllen und döst fröhlich an meiner Brust. Fröhlich fährt das Schnabeltier auf seinem Laufrad zur Kita, ich hinterher. Am Bahnhof müssen die Bagger beobachtet werden, mit dem trockenem Laub auf den Wegen wird geraschelt, Zweige und Eicheln eingepackt und wieder weggeworfen. Für andere Radler wird mehr schlecht als recht Platz gemacht. Oh verdammt, das Laufrad ist kaputt, er repariert es mal schnell. Viermal innerhalb von 10 Metern.

Ich bitte, bettle, flehe und sporne an. Gehe vorneweg und hinterher. Wir zwei schaffen das. Wenigstens weiß er halbwegs, wie er sich im Verkehr benehmen muss. Über die Schranken, den kurzen Weg zur Kita, weil wir eh schon so spät dran sind. Überzeugungskraft. Der lange Weg ist viel B E S S E R!
Mama soll da bleiben. Mama und Baby sollen nicht nach Hause. Mama soll da bleiben. Papa soll ihn abholen. Mama soll in der Kita bleiben.

9:10

Wir habens geschafft. Das Schnabeltier stellt sein Laufrad in den Fahrradständer, öffnet die Kitatür und marschiert rein in Richtung seiner Gruppe. Andere Kinder da. Erzieher da. Mama vergessen. Abgang Schnabeltier. Na gut, den Fahrradhelm gibt er doch ab. Abgang Schnabeltier, die zweite. Mama räumt die Mitgebrachten Dinge in sein Fach und verlässt die Kita. Pfffff, geschafft

 

Version 2

6:20

Das Schnabeltier wird wach. Es schnappt sich Kissen, Kuscheltier und Trinken und wirft alles in mein Bett. Dann zieht er noch einmal in sein Zimmer zurück, um seine Decke zu holen. Ich helfe ihm ins Bett zu klettern, muss ihm helfen, seine Sachen zurecht zu rücken und versuche noch ein bisschen weiter zu schlafen.

Das Schnabeltier bleibt wach. Es zappelt, strampelt, plappert, beschwert sich über die offenen Fenster, steht auf um sie zu schließen, wird von mir angemault, schiebt seinen Kopf auf mein Kissen und klaut meine Decke. Wiederholt wird gefragt, ob ich denn schon wach bin, und ob das Baby wach ist. Ich versuche den Drang zu unterdrücken, ihn mit meinem Kopfkissen zu bewerfen und maule nur ein bisschen rum. Irgendwann steht das Schnabeltier auf, holt sich Bücher, kommt wieder zu mir ins Bett und verlangt, dass ich ihm vorlese. Weil ich schon wieder weggedöst bin, mecker ich schon wieder. Das Füchschen ist inzwischen auch wach und will etwas essen. Sie wird gestillt.
Das Schnabeltier verzieht sich in sein Zimmer, macht sein Musikauto an, spielt ein bisschen oder liest selbst. Vielleicht nimmt er auch die Wohnung ein wenig auseinander.

7:20

Der Wecker klingelt. Ich gebe auf. Wenn das Füchschen fertig gestillt ist, stehe ich halt auf. Dann wird es auf den Wickeltisch gelegt, das Schnabeltier klettert dazu, damit ich beide Kinder zusammen wickeln kann. Das findet er immer super. Spätestens beim zweiten Kind trete ich nervös von einem Fuß auf den anderen. Ich muss doch auch!

Zwei Popos sind frisch gewindelt, das Füchschen wird schnell auf dem Bett des Schnabeltieres abgelegt und ich sause ins Bad, während das Schnabeltier auf seine Schwester „aufpasst“. Anschließend bekommt das Schnabeltier seine Unterhose an, und während ich mich anziehe, deckt er den Tisch.
Weil er das letzte saubere Brett haben will, bekomme ich einen Kinderteller, den ich mit einem Kuchenteller austausche. Ich helfe ihm sein Brot zu schmieren, entferne 3 Kilo Margarine von seinem Messerchen, schneide, schmiere mir selbst ein Käsebrot. Das Füchschen will Nähe, deswegen nehme ich es auf den Arm . Mit einer Hand esse ich irgendwie.

8:10

Wenn das Frühstück vorbei ist, wird ein bisschen aufgeräumt. Das Schnabeltier versucht wieder mich zum Spielen und lesen zu animieren. Ich versuche ihm und dem Füchschen gerecht zu werden. Je näher der große Zeiger in Richtung 30 rückt, desto mehr wird versuche ich, das Kind kitafertig zu machen. Sonnencreme, Klamotten, Sonnenmütze. Klamotten für mich und das Füchschen ebenfalls. Anschließend das Baby ins Tragetuch, Schuhe für das Schnabeltier und mich, meine Mütze. Alles dabei? Schlüssel, Handy, Geldbeutel, eventuell Rucksack zum einkaufen? Radio ist aus?

Laufrad aus dem Schuppen, Helm auf den Schnabeltierkopf, und los gehts. Wir sind entspannt, weichen Radlern und Fußgängern aus, passen auf Autos auf, sammeln Stöcke, Blätter und Eicheln, schauen Bagger am Bahnhof an, Lastwägen am Getränkemarkt, warten an der Schranke auf die Züge, watscheln über die Schienen, nehmen den langen Weg zur Kita, wir haben ja die Zeit.

9:10

Mama soll bleiben. Mama bleiben. Papa abholen. Wir sind in der Kita angekommen, ich kanns so langsam nicht mehr hören und hab zum zwanzigsten Mal versprochen, Papa zu fragen, ob er Zeit hat, das Schnabeltier heute abzuholen. Das Laufrad wird im Fahrradständer geparkt. Das Kind öffnet die Kitatür, wir gehen hinein, Mama ist vergessen. Sie ist nur noch da, um kurz den Helm vom Kopf zu ziehen und die Sonnenmütze drauf zu packen. Schnabeltier weg und Glücklich, Mama auch irgendwie. Aus der Kita raus. Pfffft. Geschafft. Also ich. Also alles wie immer.…