Lieblingsding #2: Fühlbilderbuch

Lieblingsding #2: Fühlbilderbuch

Manchmal ist das Schnabeltier wie seine Mutter: Es liebt Papier. Vor allem in Buchform. Zeitungen sind auch manchmal ganz interessant, aber aktuell findet er die Bücher ganz besonders ansprechend. Hin und wieder zieht er gerne meine Kochbücher und Rezeptsammlungen aus dem Regal und schaut sich die an. Allerdings gibt es einiges an anderer babygeeigneter Lektüre, in der er blättern üben kann. Über Stoffbücher wollte ich ein anderes mal schreiben, heute geht es um das Fühlbilderbuch.

Wir haben hier die Gute-Nacht-Version, die wir geschenkt bekommen haben. Momentan wird es allerdings eher tagsüber gelesen, weswegen ich darüber nachdenke, mir noch eins aus der Reihe zu holen. Mitten am Tag übers einschlafen zu lesen kommt mir schon sehr seltsam vor.

bilderbuch

Es handelt sich um ein Pappbuch mit einem kleinen Reim und einem großen Bild auf jeder Seite. Das „besondere“ daran sind die Dinge, die in den Seiten eingelassen wurden um vom Baby ertastet zu werden. Das kann ein bisschen Stoff vom Schlafanzug sein, ein wenig Fell vom Schäfchen oder ein Herzchen.

kuscheldecke
Eine Kuscheldecke mit ein bisschen Kuschelstoff und einem Reim

Inzwischen bekommt das Schnabeltier die Motorik zum Buch greifen und Seiten aufreißen ganz gut zusammen. Man findet ihn also gerne mal mit dem Buch auf dem Boden hocken und durch die Seiten …nunja, stöbern. Er hat auch seine Lieblingsseiten, auf denen er sich immer ganz besonders freut und wenn Mama versucht ihm das ganze Buch vorzulesen, will er wieder zurück zu diesen Seiten.
Das Buch ist so kurz, inzwischen kann ich es auswendig rezitieren und er freut sich immer direkt, wenn er die ersten Worte hört, weil er genau weiß, was jetzt passiert.

An und für sich wirklich niedlich, habe ich doch zwei Problemchen mit den Büchern, die das Schnabeltier allerdings nicht stören:
  1. Die Reime….nun, ich habe eins von den Negativbeispielen bereits ins Bild gesetzt. Tatsächlich wird an zwei Stellen im Buch ein Wort mit dem gleichen Wort gereimt. Ein dicker Minuspunkt an den Texter an dieser Stelle.
  2. Die Fühlanteile. Die sind in großen Teilen des Buches echt süß gemacht, wie bereits beschrieben. Es gibt ein paar Felle, Stoff, Lederimitat, all sowas. Aber es gibt eben auch vier Seiten, in denen der Fühlanteil aus Glitzerfolie besteht. Ein bisschen Glitzer am Bett, Glitzerbuch, Glitzersterne. Wer hätte es vermutet: das sind genau nicht die Lieblingsseiten des Babys. Da will er direkt immer wieder zu den interessanteren. Ich kann es ihm nicht verdenken und hätte mir mehr erhofft.

    mondamhimmel
    Eine der leider zu vielen Glitzerseiten

Vielleicht liegt das aber auch daran, dass es sich hierbei um ein Schlafbuch handelt und man das Baby nicht zu sehr „aufregen“ möchte. Ich weiß es nicht, aber jedes Mal, wenn ich an die Seiten komme denke ich mir „das hätte auch schöner werden können“

Alles in allem ist das Buch aber empfehlenswert und ich denke bereits darüber nach, mir ein weiteres aus der Reihe zu besorgen. Bei Amazon findet man auf jeden Fall ein paar mehr.…

Breizeit

Breizeit

Ich habe vor ein paar Wochen schon darüber gesprochen, wie das Breiessen bei uns gestartet hat. Damals ging es vor allem um den Anfang. Inzwischen ist ein bisschen Zeit vergangen und ich dachte, ich erzähle euch mal ein bisschen mehr dazu.

Essen für Anfänger

Wie bereits angemerkt, habe ich einfach damit angefangen, ein bis zwei Karotten in unserem Nudeltopf zu dünsten. Der Pastaeinsatz war ganz hilfreich dabei, man muss das Wasser ja nicht hoch in den Topf füllen. Sobald die Karotten weich gekocht waren, konnte ich sie zu Brei verarbeiten. Je nach Menge habe ich dabei unseren Pürierstab oder die Küchenmaschine verwendet. Dazu kam dann noch ein Esslöffel voll Rapsöl*, und schon war der Babybrei fertig.

Ein bis zwei Karotten sind natürlich viel zu viel für so ein junges Schnabeltier zum komplett aufessen, also wurde ein Teil direkt verfüttert und der Rest portionsweise eingefroren. Und ich rede hier wirklich von Miniportionen. Zum Beispiel Eiswürfelformen, Silikonpralinenformen und -Cakepopformen. Alles, aus dem man eben gefrorene Miniportionen wieder heraus bekommt. Da ich viel auf Vorrat gekocht habe, habe ich die Portionen meist über Nacht in der Form gelassen, am nächsten morgen heraus genommen (und dabei eine Eiswürfelform komplett zerstört….) und in eine Gefriertüte gepackt, um die Förmchen direkt für den nächsten Brei zu nutzen.

Auf diese Art habe ich einiges an Gemüse verarbeitet. Neben Karotten hab es noch Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Süßkartoffeln… eben was ich gerade so gefunden habe. Theoretisch wollte ich auch immer mal Pastinake ausprobieren, aber die sind jedes mal schlecht geworden, weil ich doch anderes zu tun hatte.

Später habe ich auch eine Hand voll Fleisch gekocht und im Mixer zerkleinert. Hier habe ich kein Öl, sondern zwei Esslöffel Apfelsaft* eingemischt, bevor die Portionen in den Tiefkühler kamen. So hatte ich im Laufe der Zeit ein Tiefkühltrühchen (von einer Truhe kann man bei uns nicht reden…) voller verschiedener Geschmackssorten, die man je nach belieben mischen und dem Kind servieren konnte. Und tatsächlich hat er alles ohne Probleme gegessen.

Eating for Runaways – Essen für Fortgeschrittene

Mit der Zeit kam der Hunger des Kindes, der immer größer wurde. Irgendwann haben die einfach vorbereiteten Gemüsehäppchen nicht mehr gereicht und es musste mehr her. Von einer Freundin hatte ich ein Buch geschenkt bekommen, in dem ein bisschen was zu Babyernährung geschrieben steht. Vieles wusste ich schon, ein paar der Tipps empfinde ich als schwachsinn (Babybrei gehört nicht mit der Flasche gefüttert), aber die Rezepte sind gut und geben einiges an Ideen, was man noch probieren kann.

Seitdem werden für das Mittagessen größtere Gemüse-Kartoffel-Portionen entweder mit Putenfleisch oder mit Hirseflocken vorbereitet und ebenfalls eingefroren – diesmal allerdings in größeren Behältern.

Morgens und Abends

Außerdem sind wir dazu übergegangen, auch Abends was zum Essen zu geben. Dafür haben wir Schmelzflocken, Griesbrei und Reisflocken hier, die abwechselnd je nach Anleitung angerührt und mit ein bisschen Obst (von Pflaume über Banane und Birne zu Mango und Ananas) püriert und frisch gegeben. Und das braucht er auch. Als ich einen Abend zu faul war, etwas zu machen, habe ich das die Nacht darauf direkt bereut, in der er alle paar Stunden wach war, und Nahrung verlangt hat. Seitdem wird brav Abends gefüttert.

Auch morgens gibt es inzwischen ein Frühstück für ihn, seitdem er mir meinen Haferbrei aus dem Mund geklaut hat. Aktuell sind es nur Haferflocken mit Wasser, die in der Mikrowelle gekocht und mit Obst gemischt wurden. Ich denke allerdings, ich werde demnächst mal sehen, dass ich Vollkornbrot kaufe und ihm ein bisschen was schmiere. Ich werde berichten.

 

* „Apfelsaft und Rapsöl, häh?“ mag sich vielleicht der ein oder andere denken, der sich noch nicht mit Nahrungsaufnahme beschäftigt hat. Kein Problem, kann ich erklären:
Apfelsaft enthält Vitamin C, dass die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung erleichtert. Deswegen wird der auch in die Hirseflocken mit reingemischt, wenn ich die nicht direkt mit Obst ansetze.
Rapsöl enthält, wer hätte es gedacht, Fett, welches die Aufnahme von Vitaminen aus dem Gemüse erleichtert. Deswegen kommt in jeden Babybrei immer eine gewisse Menge an Öl. Oder Butter. Außer in die Milchbreie.

Und Hirse im Brei? Nun, da ich für mich größtenteils vegetarisch lebe, wollte ich auch nicht für jeden Brei, den das Baby bekommen wird, Fleisch mitkochen, wenn es Alternativen gibt. Und die gibt es. Hirse und Hafer enthalten von Natur aus Eisen und auch Eiweiß, kann also als Fleischersatz in Breien herhalten, wenn man gerade zu fault ist zum Metzger zu gehen.…

Über das Essen von Brei

Ich wundere mich ja gerne über andere Eltern. Wirklich gerne. Wundern ist ein wunderbares Hobby. Vor allem dann, wenn man selbst Kinder hat. Also hier einmal eines meiner Wunderthemen:

Na, isst deiner schon Brei?

Werfen wir hier doch einfach mal einen Blick auf die offiziellen Empfehlungen zum Thema Stillen der WHO:

Die WHO empfiehlt, voll ausgetragene, mit Normalgewicht geborene Kinder bis zum sechsten Monat (180 Tage) ausschließlich zu stillen, […]

Eigentlich sollte damit alles klar sein und die Fragen doch rein theoretisch nicht vor dem 6ten Lebensmonat gestellt werden. Tja, falsch gedacht. Tatsächlich kam ich bereits mit dem Thema in Berührung, da war das Schnabeltier gerade mal 3 Monate alt. Und das war kein „Ach, Sie haben ja noch 3 Monate, bis Sie anfangen müssen sich Gedanken über Brei zu machen.“
Ich würde es eher als „Na wenn der so weiter wächst, werden Sie bestimmt mit 16 Wochen schon mit Brei anfangen.“

Wenn das bei einem Mal geblieben wäre, würde ich heute nicht hier sitzen und diesen Eintrag schreiben. Tatsächlich passierte es mir wirklich Häufig, dass mir die Frage nach dem Breiessverhalten meines Kindes gestellt wurde. Ein bisschen später kamen dann die Omas dazu, die mich aufforderten, man könnte ihm doch schon Kuchen/Brot/Karotten in den Mund stecken. Und obwohl ich die oben verlinkte Empfehlung zu dem Zeitpunkt bereits kannte, habe ich mich aufgrund des ganzen hin und her dazu hinreissen lassen, ihm mal eine Karotte zu dünsten, zu zermantschen und ihm probehalber in den Mund zu schieben. Und obwohl das Schnabeltier an der Brust wirklich hervorragend isst, konnte er mit dem oragenem Zeug wirklich nichts anfangen. Der Rest des damaligen Experimentes wurde eingefrohren und hin und wieder, wenn die Fragen zu sehr nervten, wieder hervorgeholt. Immer mit dem gleichen Ergebnis: Das Baby mag keinen Brei essen.

Erst zur Zeit, in der dieser Blogeintrag spielt, wurde das erste Mal freiwillig Brei in „Mengen“ gegessen. Aber selbst nach diesem heroischem Einsatz meines Mannes, gelang es mir nicht, ihm feste Nahrung zu geben. Und das eine ganze Weile lang. Knabberkarotten beim Zahnen ja, Breikarotten zum Essen Nein.

Und während man so herumexperimentiert und sich fragt, ob man eventuell was falsch machen könnte, wird das Kind einfach von sich aus älter, reifer und experimentierfreudiger. Irgendwann ist die erste Ladung Karotte komplett im Müll gelandet, weil das Kind sie einfach nicht mampfen wollte. Und dann, als das Kind langsam von selbst Anfing zu sitzen, und in den Hochstuhl durfte, den ich kurz zuvor besorgt hatte, fing es auch tatsächlich an die ersten Löffelchen Brei in seinem Gesicht zu verschmieren zu essen. Jetzt ist er 7 Monate alt und sperrt den Schnabel ganz weit auf, wenn ein Löffelchen auf ihn zugeflogen kommt.

Hab ich was draus gelernt? Jap, das ganze Chaos davor hätte ich mir nicht geben müssen, sondern einfach mein Kind beobachten. Nur weil Oma A etwas verlangt und Oma B etwas ähnliches, muss das noch lange nicht umgesetzt werden. Und Knabberkarotten kommen trotz allem schonmal ganz gut an bei einem Baby.

Liebe Leute: Gebt dem Kind einfach die Zeit zu wachsen, die es selbst braucht. Sie werden doch sowieso schon viel zu schnell groß.…