Abstillend

Bei allen Müttern ist irgendwann dieser Punkt, in dem es heißt: Ab sofort keine Brust (mehr) fürs Baby. Die einen sagen das vom ersten Tag der Schwangerschaft an, die nächsten nach ein paar Tagen und kaputtgebissenen Brüsten, noch welche nach den empfohlenen 6 Monaten, und es gibt auch Frauen, die noch 3jährige Kinder stillen. Jede darf wie sie will. Inzwischen ist ja auch die Wissenschaft so weit Säuglingsnahrung der Muttermilch anzupassen. So weit es eben geht.

Mir persönlich war das ganze Herumgetue mit Wasser abkochen, abkühlen lassen, Pulver einrühren weiter abkühlen lassen und und und viel zu anstrengend. Was war ich froh, als nach drei, vier Tagen nach der Geburt meine Brust endlich kapiert hat, dass da ein kleiner Mensch an selbiger hängt und bitte etwas Essen möchte. Nach zwei durchwachten, weinenden Nächten mussten wir nämlich dazu übergehen Säuglingsnahrung zu verfüttern, weil das Schnabeltier keinen Tropfen abbekommen hat und hungrig war.

Seitdem lief das Stillen aber quasi problemlos. In der Anfangsphase musste mein Körper sich an das alles gewöhnen. Eine kleine Pilzinfektion, zu viel Milch, ein Milchstau – in der Anfangsphase habe ich gefühlt alles mitgemacht, was es so an Problemchen geben kann. Danach glücklicherweise nicht mehr. Es lief halt.

Seitdem das Schnabeltier angefangen hat zu Essen wurde dann auch nach und nach das Stillen weniger – bis zu letzt die Brust nur noch zum Einschlafen gegeben wurde. Abends. Der Mittagsschlaf ging sehr schnell ohne. Mit 16 – 17 Monaten war selbst das nur noch ein bisschen genuckel, der Gewohnheit wegen. Es war auch das Gewohnheitsrecht, dass das Schnabeltier immer wieder morgens zurück an meine Brust geschickt hat. Ich halb schlafend, er eher wach an mir herum reißend, nur um dann doch lieber spielen zu gehen. Schließlich wurde es mir zu bunt. Auf ein bisschen herumgekaue an mir hatte ich dann auch keine Lust.

Aufhören – aber wie?

Nach über einem Jahr stillen musste ich mir jetzt die Frage stellen: Wie hört man denn eigentlich auf damit? Bei Brüsten, die sich daran gewöhnt hat, Abends immer noch mal Milch bereit zu stellen, sodass man irgendwann Abends nur noch schmerzen hat, wenn das Kind nicht dran hängt ist das gar nicht so leicht. Und dem Kind erklären, dass er jetzt nur noch zweimal saugen darf, damit die Mama keine Schmerzen hat ist ja auch doof.

Hilfreich für mich war ein Tipp, den es zur Anfang der Stillzeit gab: Niemals Pfefferminz- und Salbei(tee) zu sich nehmen. Beides wirkt abstillend. Theoretisch mag ich Pfefferminztee nicht, und Salbei noch weniger, aber für die Unternehmung, die ich jetzt vor hatte, klang das doch genau richtig. Also wurde beim nächsten einkauf eine Packung Pfefferminztee eingepackt und von da an getrunken. Jeden Morgen eine Tasse, über den Tag verteilt noch einmal zwei, mindestens. Geschmeckt hat es nicht wirklich. Geholfen aber schon.

Ehrlich gesagt habe ich damit gerechnet, dass das Schnabeltier direkt in der ersten Nacht Protest veranstaltet, weil es eben nichts zu trinken gab. Aber nö. Schnuller wurde genommen, mit Mama gekuschelt und eingeschlafen, als wäre das noch nie ein Problem gewesen. Wow. Okay. Nicht übel. Ein bisschen verwirrt bin ich dann ins Bett gegangen und hab mich gefreut, als Sohnemann dann mitten in der Nacht doch einmal Hunger angezeigt hat – der Tee hat die Produktion erst einmal nach hinten verschoben.

Nach und nach haben wir uns allerdings wirklich eingespielt. Zum einschlafen keine Brust, Nachts keine Brust, morgens keine Brust. Der ganze Prozess hat vielleicht eine Woche gedauert, danach haben wir beide uns gut genug eingespielt. Das Kind bekommt jetzt einen Becher mit Wasser ins Bett. Wenn er Nachts wach wird, kann man ihm den in die Hand drücken, er trinkt ein paar Schlucke und schläft wieder ein. Ebenfalls positiv: Jetzt kann Papa auch mal Nachts aufstehen und das Kind wieder zum schlafen bringen. Meistens schläft er nach dem trinken auch wieder in seinem Bett ein. Wir müssen ihn gar nicht mehr zu uns rüber holen.

Und zuletzt darf sich mein Hormonhaushalt auch mal wieder umstellen. Das Stillhormon schiebt sich ja irgendwie in den weiblichen Zyklus ein. Ich bin gespannt, wie der sich jetzt wieder umstellt. Das Leben mit Schnabeltier: ein einziges, dauerhaftes Umgestelle.…

Nachweihnachten

Nachweihnachten

Ja, ich gebe zu, dass ich die letzten Tage ein kleines bisschen leise gewesen bin. DAs lag unter anderem der Tatsache geschuldet, dass ich mir eine schöne Woche in meiner Heimat gegönnt habe. Mehr dazu werde ich definitiv schreiben, wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe, denn aktuell ruft mich bereits mein Bett und morgen gehts zum Silvester feiern bereits wieder weiter. Aber ich verspreche, ich werde hier noch dazu kommen ein paar Worte zum ersten Weihnachten des Schnabeltieres niederschreiben. Nur 2016 schaffe ich das nicht mehr. Nur so viel:

Zum Thema „Essen“ kann ich allerdings ein bis zwei Wörtchen heute schon verlieren, bevor sie wieder verjähren. Da ich heute Kartoffel-Kartoffel-Brei für uns gekocht habe, kam mein Mann auf die Idee, vor dem Würzen doch ein bisschen was zur Seite zu packen und dem Kind als Abendessen zukommen zu lassen.

Gesagt, getan. Nur das Schnabeltier war nicht begeistert von dem Zeug, obwohl er den Geschmack rein logisch bereits kennen müsste. Ich kann inzwischen nicht mehr zählen, wie oft ich ihm schon Kartoffeln und Karotten als Brei gegeben habe. Nur die Milch war neu, und fein püriert wars auch nicht.

Naja, wir konnten ihn auf jeden Fall nicht davon überzeugen auch nur ein Stückchen davon im Mund zu behalten. Kein Bitten, kein Betteln, kein Mangopüree, das wir dazu gemischt haben konnten ihn überzeugen. Die Mango wurde gerne gegessen, allerdings nur solange nichts anderes mit in den Mund wandern wollte.

Auch eine Mama, die sich genau das selbe Zeug begeistert in den Mund schaufelte (ich liebe Spinat und selbstgemachten Kartoffelbrei) war nur ein interessierter Blick zu sehen, gegessen werden wollte das Essen dennoch nicht. Um des lieben Friedens wollen haben wir aufgegeben. Zu einer Zeit, in der das Essen auf meinem Teller bereits kalt war und Papa aufgegessen hatte. Njam. Nun gut, da das Vatertier ja schon gegessen hatte, konnte er ja auf das Kind aufpassen und ich aufessen.

Heute gibt es Selbstgematschtes

Und damit sich das Schnabeltier nicht langweilen konnte haben wir mal ein bisschen was geändert. Anstatt ihm einfach was anderes zum Essen zu kochen, wurde das bereits gekochte Essen genommen und in seine Reichweite gestellt. Der Papa hatte eine Hand auf dem Kinderteller, damit dieser nicht einfach so auf den Boden segeln konnte und es durfte gematscht werden. Und gematscht wurde. Was das Zeug hielt. Anscheinend ist die Konsistenz von Spinat und Brei spannend genug um sie sich quer übers Gesicht schmieren zu können. Und an die Klamotten. Und an den Hinterkopf. Und sowieso überhaupt anders hin. Tatsächlich ist auch die eine oder andere Hand tatsächlich in seinem Mund gelandet. Hah! Mission erfolgreich. Ob wirklich gegessen wurde, kann ich allerdings nicht zu hundert Prozent bestätigen.

Das Schnabeltier hat sich gefreut, ich habe mich gefreut, immerhin durfte ich aufessen (kalten Spinat…bwah). Der Papa war minderbegeistert, denn irgendwie sind auch an ihm Essensreste gelandet. Ich habe das Schnabeltier gefragt, er kann sich das nicht erklären. Auf jeden Fall endete dieses Abendessen in einer Grundreinigung der Küche und des Kindes. Ein Glück wollte ich es heute sowieso in die Badewanne stecken und hatte dies bis dahin noch nicht geschafft. Und weil er so ein braves Wasserschnabeltier ist, gabs als Nachspeise noch ein bisschen Haferflockenmüsli.

Mit dieser kleinen Geschichte aus unserem Tag entlasse ich euch für dieses Jahr und wünsche allen hier lesendes einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein schönes 2017.…

Breizeit

Breizeit

Ich habe vor ein paar Wochen schon darüber gesprochen, wie das Breiessen bei uns gestartet hat. Damals ging es vor allem um den Anfang. Inzwischen ist ein bisschen Zeit vergangen und ich dachte, ich erzähle euch mal ein bisschen mehr dazu.

Essen für Anfänger

Wie bereits angemerkt, habe ich einfach damit angefangen, ein bis zwei Karotten in unserem Nudeltopf zu dünsten. Der Pastaeinsatz war ganz hilfreich dabei, man muss das Wasser ja nicht hoch in den Topf füllen. Sobald die Karotten weich gekocht waren, konnte ich sie zu Brei verarbeiten. Je nach Menge habe ich dabei unseren Pürierstab oder die Küchenmaschine verwendet. Dazu kam dann noch ein Esslöffel voll Rapsöl*, und schon war der Babybrei fertig.

Ein bis zwei Karotten sind natürlich viel zu viel für so ein junges Schnabeltier zum komplett aufessen, also wurde ein Teil direkt verfüttert und der Rest portionsweise eingefroren. Und ich rede hier wirklich von Miniportionen. Zum Beispiel Eiswürfelformen, Silikonpralinenformen und -Cakepopformen. Alles, aus dem man eben gefrorene Miniportionen wieder heraus bekommt. Da ich viel auf Vorrat gekocht habe, habe ich die Portionen meist über Nacht in der Form gelassen, am nächsten morgen heraus genommen (und dabei eine Eiswürfelform komplett zerstört….) und in eine Gefriertüte gepackt, um die Förmchen direkt für den nächsten Brei zu nutzen.

Auf diese Art habe ich einiges an Gemüse verarbeitet. Neben Karotten hab es noch Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Süßkartoffeln… eben was ich gerade so gefunden habe. Theoretisch wollte ich auch immer mal Pastinake ausprobieren, aber die sind jedes mal schlecht geworden, weil ich doch anderes zu tun hatte.

Später habe ich auch eine Hand voll Fleisch gekocht und im Mixer zerkleinert. Hier habe ich kein Öl, sondern zwei Esslöffel Apfelsaft* eingemischt, bevor die Portionen in den Tiefkühler kamen. So hatte ich im Laufe der Zeit ein Tiefkühltrühchen (von einer Truhe kann man bei uns nicht reden…) voller verschiedener Geschmackssorten, die man je nach belieben mischen und dem Kind servieren konnte. Und tatsächlich hat er alles ohne Probleme gegessen.

Eating for Runaways – Essen für Fortgeschrittene

Mit der Zeit kam der Hunger des Kindes, der immer größer wurde. Irgendwann haben die einfach vorbereiteten Gemüsehäppchen nicht mehr gereicht und es musste mehr her. Von einer Freundin hatte ich ein Buch geschenkt bekommen, in dem ein bisschen was zu Babyernährung geschrieben steht. Vieles wusste ich schon, ein paar der Tipps empfinde ich als schwachsinn (Babybrei gehört nicht mit der Flasche gefüttert), aber die Rezepte sind gut und geben einiges an Ideen, was man noch probieren kann.

Seitdem werden für das Mittagessen größtere Gemüse-Kartoffel-Portionen entweder mit Putenfleisch oder mit Hirseflocken vorbereitet und ebenfalls eingefroren – diesmal allerdings in größeren Behältern.

Morgens und Abends

Außerdem sind wir dazu übergegangen, auch Abends was zum Essen zu geben. Dafür haben wir Schmelzflocken, Griesbrei und Reisflocken hier, die abwechselnd je nach Anleitung angerührt und mit ein bisschen Obst (von Pflaume über Banane und Birne zu Mango und Ananas) püriert und frisch gegeben. Und das braucht er auch. Als ich einen Abend zu faul war, etwas zu machen, habe ich das die Nacht darauf direkt bereut, in der er alle paar Stunden wach war, und Nahrung verlangt hat. Seitdem wird brav Abends gefüttert.

Auch morgens gibt es inzwischen ein Frühstück für ihn, seitdem er mir meinen Haferbrei aus dem Mund geklaut hat. Aktuell sind es nur Haferflocken mit Wasser, die in der Mikrowelle gekocht und mit Obst gemischt wurden. Ich denke allerdings, ich werde demnächst mal sehen, dass ich Vollkornbrot kaufe und ihm ein bisschen was schmiere. Ich werde berichten.

 

* „Apfelsaft und Rapsöl, häh?“ mag sich vielleicht der ein oder andere denken, der sich noch nicht mit Nahrungsaufnahme beschäftigt hat. Kein Problem, kann ich erklären:
Apfelsaft enthält Vitamin C, dass die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung erleichtert. Deswegen wird der auch in die Hirseflocken mit reingemischt, wenn ich die nicht direkt mit Obst ansetze.
Rapsöl enthält, wer hätte es gedacht, Fett, welches die Aufnahme von Vitaminen aus dem Gemüse erleichtert. Deswegen kommt in jeden Babybrei immer eine gewisse Menge an Öl. Oder Butter. Außer in die Milchbreie.

Und Hirse im Brei? Nun, da ich für mich größtenteils vegetarisch lebe, wollte ich auch nicht für jeden Brei, den das Baby bekommen wird, Fleisch mitkochen, wenn es Alternativen gibt. Und die gibt es. Hirse und Hafer enthalten von Natur aus Eisen und auch Eiweiß, kann also als Fleischersatz in Breien herhalten, wenn man gerade zu fault ist zum Metzger zu gehen.…