(K)ein normaler Wochenendmorgen

7:24

Das Kind ist wach.
Aufstehen.
Aufs Klo gehen.
Kind wickeln und anziehen.
Aufpassen, dass Kind nix kaputt macht.
Eigene Klamotten zusammen suchen.
Auge aufs Kind haben.
Langsam wach werden.
Kind aus dem Bad holen.
Anziehen.
Kind aus dem Bad holen.
Weiter anziehen.

Kaffeewasser kochen.
Kind ein halbes Buch vorlesen.
Kaffee machen.
Kind aus dem Bad holen.
Kind beschäftigen.
Aufpassen, dass Kind nicht vom Sofa purzelt.
Geburtstagsgeschenk einpacken.
Kind trösten, das vom Sofa gepurzelt ist.
Geburtstagsgeschenk zuende einpacken.
Kind auf den Arm nehmen.
Mit Kind auf dem Arm Geschenkverpackungsmaterial aufräumen.
Kind absetzen um einen Schluck Kaffee zu trinken.
Kind aus dem Bad holen.

Das Chaos in der Wohnung begutachten.
Kind ein halbes Buch vorlesen.
Haare bürsten.
Haferflocken fürs Kind in der Mikrowelle kochen.
Schluck Kaffee trinken.
Kind aus dem Bad ziehen.
Eier kochen.
Das Kind ist so ruhig. Kind suchen gehen.

Kind beim spielen in seinem Zimmer beobachten und seelig grinsen.
Früchte in die Haferflocken kippen und nochmal ab in die Mikrowelle.
Kind das ganze Buch vorlesen.
Der Kaffee ist kalt. Trotzdem runter damit.
Kind das halbe Buch vorlesen.

Blog schreiben und überlegen, wie hart die Eier inzwischen sind.
Frühstückskram auf dem Tisch verteilen.
Kind suchen.

9 Uhr. Guten morgen zusammen.…

Das wars also mit 2016

Das wars also mit 2016

Das war es also, dieses seltsame Jahr 2016. Das Jahr, von dem es im Internet heißt, dass es das schlimmste überhaupt war (oder so ähnlich), weil unheimlich viele Stars unserer Generation gestorben sind. Um ehrlich zu sein: Wirklich beroffen haben mich von „all den vielen Menschen“ genau drei Stück. Bud Spencer, mit dessen Filmen ich quasi groß geworden bin. Alan Rickman, der einen wunderbaren Professor Snape und Metatron gespielt hat und Carrie Fisher, die ich, wie wahrscheinlich die meisten Menschen, als Prinzessin Leia kenne.

Vielleicht klinge ich ein bisschen arrogant, wenn ich nur diese drei benenne und auch nur diese Rollen aufzähle. Ich war noch nie gut im Fangirlen und Betroffenheit heischen, wenn doch eigentlich gar keine da ist. Und meine Betroffenheit hält sich in Grenzen, wenn Menschen sterben, die ich nicht kenne. Ja, ich mag den Tod im allgemeinen auch nicht und mir tut es natürlich um die Menschen und deren Familien leid. Aber dieses allgemeine „Oh nein, wieso nur ausgerechnet diese Person?!“ stellt sich bei mir nicht wirklich ein.

Mein eigenes, kleine Schnabeltier

Mein persönliches 2016 hatte seine Hochs und Tiefs. Ich hatte Schmerzen, ich hatte die heftigsten Glücksgefühle meines Lebens. So sehr geweint wie dieses Jahr habe ich sonst nicht, so starke Hormonschwankungen hatte ich niemals. Kurzum: Ich habe ein Kind bekommen. Mein erstes Kind. Das Schnabeltier kam im ersten Jahresviertel und ist inzwischen so groß und so aktiv geworden, dass ich ihn beinahe nicht wiedererkenne, wenn ich „alte“ Fotos von ihm sehe.

Je nachdem, wen man fragt sieht er sowieso entweder aus wie mein großer Bruder in dem alter, oder wie mein Mann in dem Alter. Ich habe auch schon Leute sagen hören, dass er mir ähnlich sehen würde, aber ich erkenne nur meine Füße an ihm wieder. Aber er ist ein tolles Kind das mich bereits so oft an meine Grenzen gebracht hat, und dennoch sind wir jetzt hier und glücklich miteinander.

Überhaupt meine Männer. Wenn mir vor 6 Jahren, also 2011 jemand gesagt hätte, dass ich  jetzt, diese 6 Jahre später in Brandenburg sitzen würde, verheiratet und mit Kind auf dem Schoß, dem hätte mein damals abimachendes Ich wohl gehörig den Vogel gezeigt.

Ein Kampf dem Gewicht

Während der Schwangerschaft fiel es mir übrigens unheimlich schwer, mich zusammen zu reißen, was Essen angeht. Kein Wunder also, dass ich viel zu viel zugenommen hatte. Wirklich frustriert hatte mich allerdings, dass ich auch 6 Monate später immer noch mit diesen Schwangerschaftsjeans durch die Gegend gerannt bin. Da musste doch was besser gehen.

Irgendwie bin ich dann auf das Buch Fettlogik überwinden gestoßen. Eine Weile lang bin ich nur neugierig darum herum geschlichen. Irgendwann war es mir dann zu viel und ich habe es mir einfach im hiesigen Buchladen gekauft. Ein bisschen länger hat es dann gedauert, bis ich dazu gekommen bin, es zu lesen. Auf der Rückreise unseres Bayernurlaubs lag es allerdings in meiner Tasche, und solange das Schnabeltier schlief konnte ich lesen. Sagte ich lesen? Verschlingen!

Kaum war ich zu Hause angekommen wollte ich unbedingt das, was ich jetzt verinnerlicht hatte umsetzen. Ich stellte die Art und Menge meiner Lebensmittelaufnahme um. Beobachtete mein Essverhalten, schrieb auf was und wie viel ich zu mir nahm. Und am wichtigsten: Ich stieg auf die Waage. Fluchend und Schimpfend, aber ich bin drauf gegangen, habe mir aufgeschrieben wo ich stand, bin runter gegangen und habe mich diszipliniert.

Es war verdammt schwer. Aber irgendwie habe ich es geschafft, bis zum Jahresende 15kg loszuwerden. Und das in einer Zeit, in die diverse Geburtstage und die Weihnachtszeit fallen. Ich bin unendlich stolz auf mich, verdrücke meinen letzten Schokoweihnachtsmann und werde morgen wieder ganz brav von vorne Beginnen. Jetzt, da die Schwangerschaftspfunde weg sind, bin ich gespannt, wie mein Ich im Normalgewicht sein wird. Das sind auch nochmal mindestens so viel wie bereits verloren, aber jetzt habe ich ja den Dreh raus.

Also dann:

Liebes 2016, ich mochte dich. Dennoch sagte ich hiermit „Auf Wiedersehen“

Liebes 2017, ich freue mich dich kennen lernen zu dürfen. Wir werden sehen, wie wir uns verstehen.

PS: Das Beitragsbild wurde von der wundervollen Katja Scherle – Festtagsfotografien geschossen, die bereits unsere Hochzeitsbilder gemacht hat. Sollte jemand darüber nachdenken zu heiraten und schöne Bilder zu machen: Sie ist ihr Geld wert. Immer!…

Von Katzen und Kindern

Oft werden wir gefragt: “Und, wie reagieren die Katzen auf den Kleinen?” Theoretisch sollte die Antwort stets die selbe sein, doch da mit der Zeit mehr passiert, verändert sich die Antwort jedes Mal ein kleines bisschen von der Aussage her. Die gleichen Worte bekomme ich sowieso niemals hin. Entsprechend versuche ich mich mal am “Best of Antworten im Laufe der Zeit”

 

Vor der Geburt: Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe das beste, unsere Monsterchen sind ja eigentlich recht umgänglich mit allem und jeden. Aber sie sind halt auch ihre Ruhe gewöhnt und irgendwie… ich weiß es nicht.

Ich hab super Angst, dass es Probleme geben wird. Keine Ahnung, dass das Kind eine Katzenhaarallergie hat, oder es ihnen so auf die Nerven geht, dass sie aggressiv reagieren. Im Prinzip ist das meine größte Angst: dass die drei nicht miteinander zurecht kommen. Durch den Umzug haben wir ja ein extra Kinderzimmer, das die Katzen nicht kennen. Wir lassen da immer die Tür zu, damit sie sich gar nicht erst dran gewöhnen. Klappt bisher nicht ganz, sie haben realisiert, dass da eine Tür ist und wollen unbedingt rein. Vor allem, wenn Meckermannfrau-Mann oder ich da drinnen sind, um Wäsche aufzuhängen. Aber wir bekommen das hin.

Ich hoffe so sehr, dass sie sich vertragen.

 

Kurz nach der Geburt: Wir sind gerade aus der Klinik heim gekommen. Für uns ist die Situation total ungewohnt. Bisher waren wir zu zweit (okay, viert) hier in der Wohnung, und jetzt sind wir einer mehr. Die Tür zum Kinderzimmer haben wir jetzt offen, weil wir die ersten Tage da auf dem Sofa schlafen. Sonst passt die Wiege gar nicht neben das Bett.

Die Katzen erfreuen sich des neuen Zimmers und sind dort schon auf Erkundungstour gegangen. Das Zimmer gehört aktuell erst mal ihnen.

Wir wurden von ihnen ziemlich doof angeschaut, als wir ihnen das schlafende Baby präsentiert haben. Wahrscheinlich haben sie sich gefragt, was wir da schon wieder angeschleppt haben, und wann das wieder gehen wird. Viel Interesse haben sie noch nicht dran gezeigt.

 

Baby ist zwei Wochen alt: Okay, also wirklich mögen tun sie ihn nicht. SIe kommen gar nicht mehr zu uns ins Bett zum kuscheln. Kurz hatten sie das Beistellbett als Schlaffläche neben meinem Bett angenommen, als sie allerdings gesehen haben, dass “das Ding” da schläft, war es mit dem dort liegen vorbei. Ein Glück waren meine Mutter und meine kleine Schwester ein paar Tage da, bei denen haben sie sich ihre Streicheleinheiten abgeholt. Ich kann ihnen kaum noch Kraulliebe geben, da sie sich vom Kind fernhalten, ich das Kind aber quasi 24/7 um mich rum habe. Die Armen Monsterchen 🙁

 

Drei Wochen: Okay, sie haben sich ihm mal kurz genähert um an ihm zu schnuppern, als er geschlafen hat. Kaum hat er im Schlaf gezuckt, sind sie direkt wieder abgehauen.


Ein Monat: Lux will ihre Streicheleinheiten. Dafür traut sie sich auch immer näher an den Kleinen ran. Am ehesten noch, wenn er schläft. Da kann man ihn ignorieren und sich an Frauchen ran machen. Sobald er sich bewegt, ist sie allerdings direkt wieder weg. Gwen war eh immer die, die eher an meinem Mann gehangen hat, entsprechend wenig Babykontakt hat sie.

 

Zwei Monate: Jetzt, wo das Schnabeltier immer länger wach ist, haben wir erste Annäherungsversuche gestartet. Lux liegt inzwischen gerne wieder bei uns im Bett zum schlafen oder kuscheln. Das Schnabeltier hat seine Arme noch nicht so sehr unter Kontrolle, dass er sie manchmal gegen das Katzenfell wirft. Meistens haut sie dann auch direkt wieder ab. Manchmal bleibt sie auch liegen. Die Zeit nutze ich dann, um selbst die Katze zu kraulen und gleichzeitig das Schnabeltier kraulen zu lassen “Eieiei”, natürlich immer, indem ich seine Hand halte und kontrolliere, dass er sie nicht packt.

 

Drei Komma fünf Monate: Das Kind lag wach auf seiner Spieldecke und hat vor sich hin gezappelt. Da ist dann Lux gekommen und hat sich dazu gelegt. Einfach so. Nachdem sie ein paar mal die Babyhand an der Nase hatte, hat sie nur ihren Oberkörper von seinem weg bewegt, sodass die beiden als V da gelegen haben. Das Schnabeltier hat sich nicht wirklich für sie interessiert, aber das Bild war unheimlich niedlich!

 

Vier Monate: Beide Katzen sind inzwischen mutiger, was den Kleinen angeht. Wenn wir auf dem Sofa sitzen kommen sie beide zum Kuscheln zu uns und reiben ihr Köpfchen auch an seinen Füßen/Händen/Kopf. Je nachdem, wo sie gerade ran kommen. Wir freuen uns da auch immer total drüber, weil sie das natürlich nur machen, wenn er gerade schläft und sie ihn damit wecken (Wer Ironie findet…und so).

 

Jetzt: Ich habe das Gefühl der Besuch von Freunden mit ihren Kindern hat irgendwas ausgelöst im Schnabeltier. Die Kinder waren drei und 1,5 Jahre alt und waren super begeistert von den Katzen, was bei denen auf absolut keine Gegenliebe gestoßen ist. Aber kurz nach dem Besuch hat der Kleine ebenfalls angefangen, die Katzen wirklich wahrzunehmen. Da er jetzt auch langsam mobil wird, beobachtet er die beiden Fellnasen gerne dabei, wie sie durch die Wohnung laufen oder einfach nur in seinem Blickfeld sitzen. Wenn er sie sieht, dann freut er sich und gluckst auch mal glücklich vor sich hin. Meistens versucht er schon, nach ihnen zu greifen. Gwen hat diesen Kontakt bisher nicht erlaubt, aber Lux hat es schon ein paar Mal zugelassen. Ich passe immer darauf auf, was er macht, dass er seine Hände nicht ins Fell krallt und sie fest packt – was nicht immer klappt. Einmal hatte ich schon Katzenzähne, bei einem Befreiungsversuch meinerseits, an der Hand. Aber da es eher unwilliges knabbern als ernstes Beißen war und bisher nur einmal vorgekommen ist, hab ich damit kein Problem. Kaum war sie frei, ist sie dann auch einfach gegangen. Und später durften wir trotzdem noch streicheln.

 

Alles in allem würde ich sagen, es wird. Klar muss man sich aneinander gewöhnen und aufpassen, dass das Kind die Katzen nicht in die Ecke drängt, aber wir sind auf einem guten Weg, und das freut mich ungemein.

 

Und selbst? Kinder und Haustiere, wie klappt das, oder könnt ihr euch das gar nicht vorstellen? 

PS: Am Tag nachdem ich diesen Text schrieb, wachte ich mit einem ruhigen Kind neben mir auf. Nicht, dass er noch schlief, nein. Er beobachtete Lux, die direkt neben ihm lag und glücklich schnurrte. Ich bin Glücklich.