Der Wurm

So langsam fängt es sich an einzupendeln. Kind geht in die Kita, Mama geht arbeiten. Sollte man zumindest denken. Also, ich würde das denken. Irgendwie. Ich weiß ja, dass ich durch Teilzeit jetzt einen komplett anderen Rhythmus fahren muss als zuvor. So richtig kann ich mich glaube ich noch nicht daran gewöhnen. Und das geht auch gar nicht. Kleiner Auszug?

Woche 1:

Wie schon geschrieben. Kind hat Bronchitis und darf nicht in die Kita. Notfallversorgung wurde ins Leben gerufen und hat auch irgendwie hin gehauen.

Woche 2:

Mir gehts am ersten Tag nicht gut, bringe das Kind zur Kita und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Unterwegs beschließe ich spontan kehrt zu machen und direkt meinen Hausarzt anzufahren. Keine schlechte Idee, denn in dessen Bad kann ich eher nochmal über das Frühstück nachdenken, als auf dem Weg zur Arbeit.

Woche 3:

So gut. Es fängt so gut an. Bis das Kind Nachts durch husten und anschließendes Weinen seinerseits ankündigt, dass er nochmal über das Essen nachdenken musste. Also am morgen erstmal einen Termin beim Kinderarzt organisieren, damit der junge Mann putzmunter den Rest der Woche krank geschrieben wird. Oaaaarrrrr….

Woche 4:

Wirkriegendashinwirkriegendashin…. Am Montag beschließt das Schnabeltier, dass bisher ein begeisterter Kitageher war, dass es zu Hause doch am schönsten ist, und er gar nicht hin möchte. Unter Tränen und „Nein! Mama! Nein! Papa“-Gebrüll wird er mir von der Erzieherin abgenommen. Mir wurde schon erzählt, dass das passieren kann aber…mein Mutterherz blutet. Beim abholen ist er der fröhlichste Mensch auf diesem Planeten und will eigentlich gar nicht so recht nach Hause. Tags drauf das gleiche Drama. Und Tags drauf ebenso…

habe ich erwähnt, dass nebenher für Donnerstag der Streik des öffentlichen Dienstes in unserer Kita angesagt war? Keine Ahnung, warum die das schlussendlich doch nicht gemacht haben. Wenns nicht eh meinen Mann erwischt hätte diese Woche, hätte ich den Mini wohl mit ins Büro genommen. Wenigstens weiß mein Mann jetzt auch, wie es ist, ein heulendes Elend abgeben zu können.

Woche 5:

Hat noch nicht angefangen, aber wird mit einem Besuch bei der Diabetesberatung beginnen. Spaßspaßspaß….

Aber echt mal. Der Wurm darf dann auch mal nach Hause gehen. Bei uns ist voll.…

Soziale Netzwerke

Wenn du gerade zwei Jahre Elternzeit hinter dir hast…

Wenn sich das Schnabeltier ohne Probleme in dem Monat davor an die Kita gewöhnt hat….

Wenn du dich an die 100 km Entfernt von der Familie befindest….

Wenn du aufgrund von Schwangerschaft eh nur zwei Monate auf Arbeit bist…

Wenn das Kind gleich Geburtstag hat…

DANN kannst du dir sicher sein, dass das Kind in deiner ersten Arbeitswoche Bronchitis haben wird und nicht zur Kita darf.

Betreuungsmöglichkeiten? Eh…

Danke an meine Mama, die ihren Urlaub bei uns ein paar Stunden verlängert hat, um sich zwei Tage um den kleinen zu kümmern.

Und Danke an meinen Schwiegervater, der die restlichen Tage der Woche jeden Tag 80 Kilometer (einfach) gefahren ist, um Zeit mit dem Schnabeltier zu verbringen.

Danke, dass ihr dafür gesorgt hat, dass mein Mann und ich in der Zeit arbeiten gehen konnten. Unsere Kinderkranktage konnten wir so für wirklich böse Sachen sparen. Fürs erste zumindest. Irgendwann hoffe ich auf ein Näheres soziales Netzwerk. Aber bis das steht, bin ich euch unendlich Dankbar!…

Pfffffferde

Pfffffferde

Wenn die Oma mit ihrem Auto da ist, dann kann man am Wochenende auch ein bisschen andere Dinge unternehmen, als man das ohne Auto ansonsten macht. Gestern zum Beispiel. Wir haben ein bisschen geschaut, was es in der Umgebung denn für kaltes Wetter und kleine Kinder so geben könnte. Dabei sind wir auf einen Kinderbauernhof gestoßen, der tatsächlich einmal in einer Ecke liegt, in der ich früher hin und wieder unterwegs war – mein Mann hatte um die Ecke gewohnt, als wir noch nicht verheiratet waren.

Also haben wir Frauen das Kind dick eingemummelt und sind mit dem Auto los gebraust, mein Mann durfte daheim ausspannen, der musste am Samstag noch arbeiten. Vor Ort war es kalt und windig. Brrr. Viel war nicht los, was bei dem Wetter nicht verwundert hat. Wir haben ein bisschen Ziegen und Schafe angeschaut, das Kaninchen- und Meerschweinchengehege gefunden und konnten sogar ein paar von den Flauschepopos streicheln. Das Schnabeltier fand es super.

Sonntag ab 14 Uhr

Draußen wurde es auch langsam voller. Wir waren gerade so kurz vor 14 Uhr angekommen, und ab 14 Uhr ist Sonntags Ponyreiten angesagt. Nach kurzem „Mh, wollen wir, wollen wir nicht?“, haben wir uns dann doch in die, zu der Zeit noch nicht lange, Schlange eingereiht. Kaum war das Pferd von der vorherigen Runde wieder da, durfte er also drauf. Ganz toll festgehalten hat er sich, gegangen wurde nur die kurze Runde einmal um den Stall herum, und geschnaubt hat das Opapferd auch noch ganz toll. Klar ist, dass meine Mutter und ich ihn ganz dolle festgehalten haben – so ein Pferderücken wackelt doch ganz dolle hin und her.

Nur so streicheln hat er sich nicht getraut, während es in Bewegung war. Klar, festhalten ist ja auch wichtig. Dafür durfte er Clyde – so hieß der alte Herr – nach dem kurzem Ritt über den Hals streicheln. Und ganz ehrlich: Ich war neidisch. Ich würde auch so gerne mal wieder reiten gehen.

Danach ging es nochmal kurz zu den Kaninchen und ich habe ein bisschen Futterspende, die davor eingepackt worden war, abgegeben. Danach war es meiner Mutter und mir aber endgültig zu kalt und wir haben uns auf den Weg nach Hause gemacht. Auf dem Weg zum Auto ist uns der Ponyexpress noch einmal entgegen gekommen und das Schnabeltier wusste sofort „Mei Pfff!“ (Sprich: Mein Pferd!)

Daheim

Wieder zu Hause mussten wir dann natürlich nicht nur die gemachten Bilder zeigen, sondern auch Papa gleich erzählen, was wir erlebt hatten.

„So Schnabeltier, dann sag dem Papa mal, dass du vorhin auf einem Pferd geritten bist!“
„BABA! Du! Pfff! …Bobo!“ und zeigte auf seinen Popo.
Hach, ich finde es so schön, ihm beim Sprechen lernen zuzusehen <3…