Soziale Netzwerke

Wenn du gerade zwei Jahre Elternzeit hinter dir hast…

Wenn sich das Schnabeltier ohne Probleme in dem Monat davor an die Kita gewöhnt hat….

Wenn du dich an die 100 km Entfernt von der Familie befindest….

Wenn du aufgrund von Schwangerschaft eh nur zwei Monate auf Arbeit bist…

Wenn das Kind gleich Geburtstag hat…

DANN kannst du dir sicher sein, dass das Kind in deiner ersten Arbeitswoche Bronchitis haben wird und nicht zur Kita darf.

Betreuungsmöglichkeiten? Eh…

Danke an meine Mama, die ihren Urlaub bei uns ein paar Stunden verlängert hat, um sich zwei Tage um den kleinen zu kümmern.

Und Danke an meinen Schwiegervater, der die restlichen Tage der Woche jeden Tag 80 Kilometer (einfach) gefahren ist, um Zeit mit dem Schnabeltier zu verbringen.

Danke, dass ihr dafür gesorgt hat, dass mein Mann und ich in der Zeit arbeiten gehen konnten. Unsere Kinderkranktage konnten wir so für wirklich böse Sachen sparen. Fürs erste zumindest. Irgendwann hoffe ich auf ein Näheres soziales Netzwerk. Aber bis das steht, bin ich euch unendlich Dankbar!…

Pfffffferde

Pfffffferde

Wenn die Oma mit ihrem Auto da ist, dann kann man am Wochenende auch ein bisschen andere Dinge unternehmen, als man das ohne Auto ansonsten macht. Gestern zum Beispiel. Wir haben ein bisschen geschaut, was es in der Umgebung denn für kaltes Wetter und kleine Kinder so geben könnte. Dabei sind wir auf einen Kinderbauernhof gestoßen, der tatsächlich einmal in einer Ecke liegt, in der ich früher hin und wieder unterwegs war – mein Mann hatte um die Ecke gewohnt, als wir noch nicht verheiratet waren.

Also haben wir Frauen das Kind dick eingemummelt und sind mit dem Auto los gebraust, mein Mann durfte daheim ausspannen, der musste am Samstag noch arbeiten. Vor Ort war es kalt und windig. Brrr. Viel war nicht los, was bei dem Wetter nicht verwundert hat. Wir haben ein bisschen Ziegen und Schafe angeschaut, das Kaninchen- und Meerschweinchengehege gefunden und konnten sogar ein paar von den Flauschepopos streicheln. Das Schnabeltier fand es super.

Sonntag ab 14 Uhr

Draußen wurde es auch langsam voller. Wir waren gerade so kurz vor 14 Uhr angekommen, und ab 14 Uhr ist Sonntags Ponyreiten angesagt. Nach kurzem „Mh, wollen wir, wollen wir nicht?“, haben wir uns dann doch in die, zu der Zeit noch nicht lange, Schlange eingereiht. Kaum war das Pferd von der vorherigen Runde wieder da, durfte er also drauf. Ganz toll festgehalten hat er sich, gegangen wurde nur die kurze Runde einmal um den Stall herum, und geschnaubt hat das Opapferd auch noch ganz toll. Klar ist, dass meine Mutter und ich ihn ganz dolle festgehalten haben – so ein Pferderücken wackelt doch ganz dolle hin und her.

Nur so streicheln hat er sich nicht getraut, während es in Bewegung war. Klar, festhalten ist ja auch wichtig. Dafür durfte er Clyde – so hieß der alte Herr – nach dem kurzem Ritt über den Hals streicheln. Und ganz ehrlich: Ich war neidisch. Ich würde auch so gerne mal wieder reiten gehen.

Danach ging es nochmal kurz zu den Kaninchen und ich habe ein bisschen Futterspende, die davor eingepackt worden war, abgegeben. Danach war es meiner Mutter und mir aber endgültig zu kalt und wir haben uns auf den Weg nach Hause gemacht. Auf dem Weg zum Auto ist uns der Ponyexpress noch einmal entgegen gekommen und das Schnabeltier wusste sofort „Mei Pfff!“ (Sprich: Mein Pferd!)

Daheim

Wieder zu Hause mussten wir dann natürlich nicht nur die gemachten Bilder zeigen, sondern auch Papa gleich erzählen, was wir erlebt hatten.

„So Schnabeltier, dann sag dem Papa mal, dass du vorhin auf einem Pferd geritten bist!“
„BABA! Du! Pfff! …Bobo!“ und zeigte auf seinen Popo.
Hach, ich finde es so schön, ihm beim Sprechen lernen zuzusehen <3…

Ohjemineohjemine

Nach wie vor kann ich es nicht fassen, wie schnell die Zeit verfliegt. Und vor allem, wie groß mein kleiner großer Junge inzwischen ist. Wie groß und wie weit und wie unglaublich cool. Dennoch haben wir jetzt ein Thema vor uns, dass mir wahrscheinlich mehr Angst macht, als ihm selbst. Zumal er ja noch gar nichts damit anfangen kann, egal wie viel ich davon rede.

Morgen gehen wir in die Kita

Jawohl! Richtig gelesen. Der erste Tag der Kitaeingewöhnung steht an. Und während mein Schnabeltierchen sich immer freut, wenn ich das erzähle, wird mir mit jeder Stunde immer mulmiger im Bauch. Ich hab sogar heute Nacht davon geträumt, ihn da hin zu bringen. Und dabei ist das doch eigentlich nichts!

Gerade in den ersten Tagen Kitaeingewöhnung bin ich doch dabei. Und so wie ich mein Kind kenne, wird es ihn total freuen. Andere Kinder (Okay, erst einmal daneben stehen und schauen wird Standard), viel Spielzeug, viel Toben, viel Chaos machen.

Und ich als Mama werde daneben sitzen, zu sehen wie das Kind sich freut. Sich einlebt. Und irgendwann gehen dürfen. Mein Kind ein paar Stunden alleine lassen. Wie so viele andere Eltern vor mir. Und ganz viele nach mir ebenso. Die haben bestimmt auch ein mulmiges Gefühl im Bauch.

Und eine Umgebung, die sagt „Ach, das ist doch gar nicht so schlimm.“

Natürlich ist das gar nicht so schlimm. Theoretisch weiß ich das. Sagt das aber mal meinem Bauch. Mein Bauch hat in den letzten zwei Jahren das Kind nur sehr selten aus den Augen gelassen. Und wenn, dann eben an die Omas. Für ein paar Stunden. Einmal. Einen Tag lang. Für meinen Bauch ist das was anderes.

Ich weiß, dass wir das schaffen werden. Ein komisches Gefühl bleibt trotzdem. Also nur noch eine Nacht schlafen.

Augen zu und durch!…