Irland 2 – Wasserfälle – Häuser – Iren

Irland 2 – Wasserfälle – Häuser – Iren

Der nächste Tag sollte sehr entspannt beginnen. Im Zimmer unter uns hatte meine Mutter gehört, dass das Schnabeltier wach war. Die Akustik in irischen Häusern ist nicht für Menschen gedacht, die komplette Ruhe brauchen. Wenn man im Wohnzimmer saß, dann kann man die leiseste Bewegung in den oberen Zimmern hören, weil der Boden – also die Decke – unglaublich knarzt. Und das Haus, in dem wir waren war ziemlich neu! Daran hat es also nicht gelegen. Laut meiner kleinen Schwester ist das in allen irischen Häusern so. Meine Mutter ist also nach oben gekommen, schnappte sich das Schnabeltier aus dem Bett, sodass mein Mann und ich noch ein bisschen schlafen könnten.

An diesem Morgen war das Fieber weg, dafür hatte sich ein seltsames Geräusch in seinen Atem hinein geschlichen. Wenn er beim Jammern einatmete klang das wie ein ganz gemeines Bellen. Da er allerdings nicht viel jammerte, haben wir uns in der Hinsicht nicht viele Sorgen gemacht. Nach einem späääätem, langem Frühstück hat sich das Kind dann erst einmal wieder zum schlafen hingelegt. Die Zeit haben wir genutzt ein paar Flyer durchzuschauen, zu lesen, erste Blogeinträge zu schreiben.

Wasserfall

Als der kleine dann wieder wach war, haben wir uns alle zusammen gepackt und ins Auto geschmissen, denn unsere erste Station stand an: Der Torc Waterfall im Killarney National Park. Das ist ein Wasserfall am Fuß eines Berges…ach wisst ihr was. Lest den Wikipedia-Artikel dazu, wenns euch interessiert. Mehr als das kann ich eh nicht schreiben.

Wir hatten auf jeden Fall Glück mit unserer Familienkutsche einen Parkplatz zu finden und sind einfach mal den ganzen anderen Touristengruppen langsam in Richtung Wasserfall gefolgt. Es gibt da eben einen Weg nach oben, der am Wasser entlang führt. Quer durch einen Wald, der so unglaublich grün ist, dass man beinahe vor lauter „ICH BIN IN IRLAND!!“ erschlagen wird. Unterwegs haben wir schon gaanz viele Fotos gemacht. Vor allem mein Mann war super gut darin Fotos ohne andere Foto machende Menschen zu schießen. Ich habe mich dann auf Fotos mit Schnabeltier oder fotografierendem Mann konzentriert. Irgendeiner von uns muss ja den Touristenkram machen.

Der Wasserfall selbst ist … wunderschön. Und laut. Und ebenfalls voller Touristen. Von dort aus gibt es eine Treppe den Berg weiter hoch den…ich höhenangstbedingt nicht gegangen bin. Die anderen sind den Berg hoch gestiefelt und haben wunderschöne Fotos von der Aussicht mitgebracht, ich habe mich am Wasserfall unten damit beschäftigt andere Menschen zu beobachten, und Fotos zu machen. Eine Familie hatte mich sogar gebeten, Fotos von ihnen vor dem Wasserfall zu machen, also kein Ding. Nachdem nach einer Weile immer noch keiner aus meiner Gruppe da war, beschloss ich mich doch ein paar Stufen die Treppe hoch zu quälen und wie der Zufall es wollte kamen sie mir dann da drauf entgegen. Yeah.

Auf dem Rückweg zum Auto haben wir dann noch in einem Stückchen Wald Pause gemacht, um Schnabeltierfotos zu machen. Und die sind so süß geworden, dass ich mich selbst dafür in den Po beißen könnte, dass ich keine Kinderfotos veröffentlichen will. Er ist so unheimlich niedlich. Allerdings wurde er in der Zeit auch langsam wieder quengelig, sodass wir unsere Pläne umwerfen mussten. Ursprünglich war geplant gewesen zu Fuß zur nächsten „Attraktion“ zu laufen, denn die 1-2 Kilometer fand keiner von uns wirklich anstrengend. Naja, bis auf das Schnabeltier eben. Also haben wir uns doch wieder ins Auto gesetzt und sind weiter gefahren.

Haus

Unser nächster Stop war das Muckross House, ein Herrenhaus aus dem Jahr 1839. Mit seiner riesengroßen Parkanlage gehört auch dieses zum National Park und war wie gesagt nicht allzu weit vom Wasserfall entfernt. Meine Mutter, kleine Schwester und der Freund meiner kleinen Schwester haben sich eine Führung durch das Haut angeschaut. Mein Mann, das Schnabeltier und ich sind in der Zeit selbstständig durch den Park gezogen.

Nur ein Teil des Hauses. Alles auf einmal fotografieren war unmöglich

Vor Ort (auch schon am Wasserfall) gibt es diverse Pferdekutschen, mit denen man sich durch die Gegend fahren lassen kann. Gerade im Park wurden wir diverse Male von den Kutschern angesprochen, ob wir uns nicht fahren lassen wollen würden. Sowas mag ich sowieso schon nicht unbedingt. Ein Blick auf die Pferde ließ mich innerlich dann wirklich NEIN brüllen. Die armen Tiere sahen so ungepflegt aus, das war schon nicht mehr schön.

Wer genau hinsieht kann sogar den Wasserfall an des Schnabeltieres rechter Hand finden
Ich habe vieeeele Blumen fotografiert

Außerdem kann man zu Fuß viel besser einfach stehen bleiben, Fotos machen und durch die Gegend klettern. Während wir unterwegs haben wir mehrmals unser Ziel angepasst. „Okay, wir gehen hier um die Ecke.“ „Oh, den See will ich von Nahem sehen.“ „Schau mal, da ist ein rot leuchtender Baum! Da will ich hin!“ Fotos machend sind wir dann durch die Gegend gezogen. Und gezogen. Und gezogen. Manchmal ist das Schnabeltier gelaufen, manchmal wurde er getragen, manchmal saß er im Buggy. Die Fotos sind auch hier toll geworden, wir hatten elendig viel Spaß, obwohl ich doch eigentlich ursprünglich die Führung mitmachen wollte. Aber die Umgebung war so toll, das hat mich sehr entschädigt.

Er wollte unbedingt selbst schieben

Wir haben es auch tatsächlich geschafft gleichzeitig mit dem Führungsende mit unserer Spaziergehrunde durch zu sein, haben unsere Gruppe wieder gefunden und sind erst einmal wieder zurück ins Ferienhaus gefahren. Abends hatten wir noch einen Termin, davor durfte allerdings das Schnabeltier noch einmal schlafen. Irgendwie waren wir alle vom Vortag (oder allgemein) ein bisschen angeschlagen, weswegen ich ebenfalls nur einfach rumgelegen habe, meine kleine Schwester samt Freund sich auch nochmal aufs Ohr gehauen haben.

Iren

Der letzte Termin des Tages – und unser Abendtermin – war ein Abendessen, zu dem wir von den Gasteltern meiner Schwester geladen wurden. Hab ich schon erwähnt, dass die Familie ungefähr zwei, drei Orte weiter wohnt? Also wirklich nah an unserem Feriendomizil. Dort angekommen wurden wir direkt sehr freundlich begrüßt, wunderten uns allerdings schon ein bisschen: der Tisch war für sechs Personen gedeckt: genau so viele Leute, wie wir waren.

Und ja, wir durften uns an den Tisch setzen und wurden mit Essen versorgt, während die Gasteltern neben uns saßen und … nichts aßen. Einfach nur saßen und sich mit uns unterhielten. Ein total seltsames Gefühl, obwohl meine kleine Schwester erklärte, dass deren Abendessenszeit sowieso immer früher sei. Und das Essen war wirklich gut. Es gab gemischtes Gemüse mit Kartoffelbrei, Gravysauce, und Fleisch. Da meine kleine Schwester mich als Vegetarier angemeldet hatte, bekam ich stattdessen einen Fisch vorgesetzt, was ich total lieb fand – aber nicht wirklich notwendig gewesen wäre.

Ein bisschen ein schlechtes Gewissen hatte ich, weil das Schnabeltier sich seinen üblichen Essenspaß gemacht hatte: Alles überall verteilen. Also war ich teilweise mit Essen, teilweise mit Schnabeltierchaos vermeiden beschäftigt. Von den Seiten kamen zwar Kommentare wie „Kein Problem, wir haben schon vier Kinder gehabt und das gewohnt.“, aber man muss ja nicht alles liegen lassen. Im Anschluss gab es noch frisch gebackenen Apfelkuchen mit Eis. Da hätte ich mich reinlegen können, das war wirklich unheimlich gut!

Familienfernsehen

Im Anschluss daran musste das Kind gewickelt werden, als ich wieder zurück in der Küche war, hatte sich ein Teil der Familie in den Sunroom zurück gezogen. Sunrooms sind, wie meine Schwester mir erklärte, ein allgemein bekannter Teil der irischen Architektur. Anscheinend werden die Häuser hier nicht komplett geheizt. Stattdessen gibt es eben einen Raum im Haus, der viele große Fenster hat, sodass die Sonne ihn aufwärmen kann – genau so wie in unserem Ferienhaus (da hatte ich das als „Sonneneck“ bezeichnet. Zusätzlich zu diesem Zimmer gibt es dennoch Wohnzimmer – im Haus der Gastfamilie nochmal ein extra Raum. Finde ich total spannend. Auf jeden Fall hatten sich ein paar der Familie in diesen Raum zum fernsehen zurück gezogen, und da ich das Schnabeltier habe laufen lassen, hat er beschlossen sich dort auch umzusehen. Immerhin gab es da auch Spielzeug von den jüngeren Töchtern!

Irgendwann haben sich dann auch alle zusammen in diesem Raum versammelt, es wurde ein bisschen fern gesehen, es wurde ein bisschen geredet, und dann sind wir auch langsam nach Haus gefahren – das Kind musste ja auch langsam wieder ins Bett. Auf der Rückfahrt haben wir uns darüber unterhalten, dass anscheinend ein großer Teil des Familienlebens vor dem Fernseher stattfindet, auch wenn der Opa oder so da ist. Dann wird halt geschaut und geredet. Das finde ich irgendwie faszinierend, weil richtiges fernsehen für mich inzwischen höchstens im Urlaub bei anderen Menschen stattfindet. Daheim streamen wir – höchstens. Und schon gar nicht, wenn Besuch da ist.

Dennoch fand ich diesen Einblick in das irische Familienleben total spannend und ich bin nach wie vor neidisch auf meine kleine Schwester, die noch viel mehr davon mitbekommen darf. In diesem Sinne jetzt einen ganz dicken Drücker nach Irland! Wenn ich irgendetwas falsch dargestellt haben sollte, werde ich hoffentlich noch berichtigt. Das war es auf jeden Fall von unserem erstem richtigem Tag in Irland!…

Irland 1.2 – Killarney

Irland 1.2 – Killarney

Tatsächlich liegt das Städtchen Killarney, in dem wir das Ferienhaus gebucht hatten, etwa eine viertel Stunde mit dem Auto vom Flughafen entfernt. Eine Viertel Stunde, in der meine Mutter sich an das Fahren auf der falschen Straßenseite gewöhnen, das Kind wieder wegdösen, und wir uns die tolle Landschaft anstaunen konnten.

Ich liebe es, dass die irischen Namen immer mit auf den Schildern stehen

Wusstet ihr, dass es in Irland keine richtigen Hausnummern gibt? Wir hatten den Straßennamen, wir hatten ein Bild von dem Haus, das wir suchten. Und wir hatten keine Ahnung. Die Straße war eine Hauptstraße, aber irgendwie waren wir vom Auto aus nicht in der Lage, das Haus zu finden. Also wurde das Auto abgestellt und die Jungs sind los gelaufen, die Straße auf und ab zu laufen, bis wir wussten, wo es hin gehen sollte. Zum Glück kam nur ein kleines Stück der Straße in Frage. Mein Mann fand es dann hinter der ersten Häuserreihe versteckt! Da muss man erst einmal drauf kommen. Meine Mutter durfte ein bisschen vor sich hin fluchen, denn die Einfahrt war verdammt eng.

Okay, wir hatten das Haus gefunden und es war…leer! Ja, wir waren ein paar Minuten vor der verabredeten Zeit da, aber nicht so unendlich viel. Nachdem wir ein paar Minuten gewartet hatten, wurde uns klar, dass hier erst einmal niemand vorbei kommen würde, um uns den Schlüssel in die Hand zu drücken. Zum Glück hatten wir die Buchungsdetails ausgedruckt, auf denen auch die Telefonnummer der Besitzerin geschrieben stand, sodass dort angerufen werden konnte. Niemand hat abgenommen, aber meine Mutter hat es ganz souverän geschafft, auf Englisch auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Ein paar Minuten später hatten wir als Antwort eine SMS, dass wir uns den Schlüssel in einem Pub in der „Innenstadt“ abholen sollte. Rein theoretisch hätte es diese Information per Email von der Webseite, auf der das Haus gebucht worden ist, geben sollen, aber wer weiß, wer da mal wieder geschlafen hatte.

Erste Einblicke

Aber so hatten wir immerhin die Gelegenheit uns noch ein bisschen zu Bewegen und einen Blick in die Touristenstraße zu werfen. Die war zum Glück keine fünf Minuten zu Fuß entfernt, weswegen wir einfach den Buggy ausgepackt haben und zusammen losmarschiert sind. Die Straße, auf der wir zuvor schon mit dem Auto gefahren sind ging es wieder runter. Vorbei an all den süßen, irischen Reihenhäuschen und einmal um die Ecke und ZACK! Eine belebte Straße voller Pups, kleinen Shops, irgendwie so irisch, wie man es sich nur irgendwie vorstellen kann. Okay, die Autos müssten nicht zwingend sein, aber auch die kann man verkraften.

Der Freund meiner kleinen Schwester war unser Navigator und hat als solcher erst einmal leicht versagt. Eigentlich hätten wir einfach die Straße lang gemusst, sein Handy führte uns in eine kleine Nebengasse, von dort aus auf eine Straße und dann…war da nicht das, was wir gesucht hatten. Also mussten wir doch noch einmal einen Mann ansprechen, der gerade da war, uns uns direkt zurück auf die Straße geschickt hat. Und da, keine drei Häuser weiter war dann auch der Gesuchte Pub.

Und auch der war irgendwie, wie man sich das in Irland halt vorstellt. Klein, eng, dunkel, mit netten Menschen gefüllt. Ich glaube mit dem Buggy hätte ich theoretisch nicht rein fahren müssen, aber alleine draußen bleiben wollte ich auch nicht. Total problemlos wurde uns darin ein Umschlag in die Hand gedrückt, in dem sowohl der Schlüssel, als auch eine Wegbeschreibung zum Haus selbst steckten!

Wegbeschreibung! Na ein Glück wussten wir jetzt, wo wir hin mussten. Yeah.

Brrrrrr

Zurück am Haus haben wir dann erst einmal die Koffer ausgepackt, einen kurzen Blick durch das Haus geworfen und meine Mutter und der Freund meiner Schwester sind noch einmal los gefahren, um Letztere auch abzuholen.

Das Kind, mein Mann und ich sind mit dem Schnabeltier im Haus geblieben. Wir wollten es unserem kleinem Fieberkind nicht unbedingt antun noch einmal quer durch die Gegend Autofahren zu müssen. Den ganzen Tag hatte er noch nicht wirklich durch die Gegend sausen können – jetzt hatte er die Zeit und den Platz dazu. Während er also ein bisschen Energie loswurde, haben wir vor uns hin gefroren und versucht herauszufinden, wie wir das verdammte Haus geheizt bekommen.

Die Besitzerin hatte einen Ordner im Wohnbereich deponiert, in dem alles mögliche Beschrieben war. Unter anderem, dass die Heizung Morgens und Abends laufen würde, wenn das nicht reiche, könnte man XYZ machen, um von „Hand“ zu heizen. XYZ wurde sowohl von meinem Mann als auch von mir ausprobiert und es tat sich…nichts. Absolut gar nichts. Die anderen Knöpfe der Heizung waren dick und fett mich „DON‘T TOUCH“ Beschriftet, weswegen wir davon die Finger gelassen haben.

Als es uns allerdings wirklich zu kalt wurde und ich mich mit dem Mini in die Sonnenecke verzogen hatte, rief mein Mann dann eben noch einmal bei der Besitzerin an und lies sich von ihr das Ok geben, doch mal auf die Don‘t Touch-Knöpfe zu drücken. Anscheinend hätte der Hausmeister die Heizung anmachen sollen, bevor wir angekommen sind, aber irgendwie ist das wohl unter gegangen. Egal. Wärme!

Unser Ferienhaus

Das Haus selbst war übrigens echt toll! Wahrscheinlich ein bisschen typisch-Irisch, gemischt mit ein bisschen Ich-bin-ein-Ferienhaus-Architektur. Das gesamte Erdgeschoss war ein großer, offener Raum. Begonnen beim Sonneneck, in ein Wohnzimmer übergehend, das schließlich zu einem Esszimmer wird. Am Ende gab es dann noch die große offene Küche und unter der Treppe die Toilette dieses Stockwerkes. Wenn man die mit flauschigem Teppich ausgelegten Treppen nach oben ging, waren da zwei große Schlafzimmer mit je einem Doppel- und einem Einzelbett. Jedes der Zimmer hatte ein eigenes, wunderschönes, großes Bad. Das eine mit Badewanne, das andere mit Dusche. In einem der Schränke hatten wir sogar ein Baby-Reisebett gefunden. Wir mussten ein bisschen Rätseln, haben es aber geschafft es aufzubauen und als Rausfallschutz neben unser Bett zu schieben. Ursprünglich wollte ich das Schnabeltier ja wirklich in dem Bett schlafen lassen, aber er war so fertig…

Ein bisschen gruselig war die Aussicht aus dem hinterem Schlafzimmer. Auf einer Anhöhe hinter dem Haus befand sich eine Nervenheilklinik, die auch genau so aussah. Groß, dunkel, herrschaflich. Als wäre sie aus dem nächstbesten Gruselspiel/Film geklaut und dort auf der Anhöhe aufgebaut worden. Mein Mann und ich haben uns dann das andere Schlafzimmer ausgesucht… Die Sonne hatte es so schön aufgewärmt. Jawoll.

Versteht ihr, was ich meine? Es sah schon echt gruselig aus.

Meine Mutter wollte sich zu keinem der Pärchen mit ins Zimmer drängeln. Deswegen hat sich eine der Einzelbett-Matratzen geschnappt und es sich im Wohnzimmer bequem gemacht. Aber natürlich erst, nachdem wir zwei Stunden auf die Ankunft der drei gewartet haben, hungrig und durchgefroren waren! Die Gastfamilie meiner kleinen Schwester hatte noch zu Tee geladen und danach waren sie noch zum Lidl zum einkaufen gefahren. Na gut, dann gab es immerhin noch ein kleines Abendessen. Nur so viel: der Freund meiner kleinen Schwester darf seitdem keine Eier mehr für uns kochen. Wir haben noch ein bisschen beisammen gesessen und gequatscht, aber weil das Schnabeltier müde war, sind wir auch bald ins Bett gegangen.…

Irland 0 – die Vorbereitungen

Ich bin ja kein Reiseblogger, aber…
Weil meine kleine Schwester sowieso gerade sowieso in Irland verweilt, dachten wir uns dass wir einfach auch einmal einen kleinen Ausflug auf die Grüne Insel machen könnten. Wir, also des Schnabeltieres Oma, seine Eltern und der Freund seiner Tante. Und irgendwie habe ich mich nicht daran gewöhnt, dass meine kleine Schwester jetzt Tante ist. Tante, das klingt so alt. Und alt, das ist sie nun wirklich nicht, mit ihren acht Jahren weniger als ich habe….

Aber ich schweife ab. Wir haben uns jedenfalls für die Woche vor Ostern gesammelt frei genommen und beschlossen ein bisschen Irland zu erkunden, soweit uns das möglich war. Und über diese Reise möchte ich jetzt und höchstwahrscheinlich in kommenden Beiträgen berichten.

Vorgeplänkel

Erst einmal soll es hier um die Vorbereitungen und den Flug gehen. Ich musste ja unbedingt meine Familie fernab meiner Restfamilie gründen. Also ging das Reisechaos schon sehr früh los: Wie bekommen wir denn drei Familienteile aus drei verschiedenen Ecken der Welt (Berlin -Frankfurt – Irland) an die selbe Ecke zum Urlaub machen. Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, dass wir uns gemeinsam London anschauen gingen. Nach viel hin und her wurde dann aber klar: So kurzfristig , wie wir dran waren, war London einfach viel zu teuer für uns.

Also kam der Plan mit Irland auf. Dublin oder Kerry? Nordirland oder Republik? Bed & Breakfeast, Hotel, Ferienwohnung? Aufgrund der schieren Menge an Personen, die verreisen wollten, waren diese Fragen schnell beantwortet. Denn bei keinem von uns saß das Geld superlocker. Also wurde es Kerry, die Gegend, in der meine Schwester ihr Gastjahr verbringt. So viele Menschen bekommt man am günstigsten in einem Ferienhaus unter, das Schwesterchen und Freund online herausgesucht und für uns passend empfunden haben.

Nun fehlte nur noch das hinkommen: Zwei aus Berlin, zwei aus Frankfurt, eine schon in der Ecke. Und dann bestenfalls alle zeitnah am gleichen Flughafen? Da mein Mann und ich sowieso Elternzeit haben, wir uns entsprechend nicht viel frei nehmen müssen, bot ich an, bereits im Vorfeld mit dem Zug nach Frankfurt zu kommen, sodass wir alle gemeinsam fliegen könnten. Weiterer Vorteil (für mich): Ich konnte ein bisschen Zeit mit meiner Mutter verbringen, was ja auch nicht immer so selbstverständlich ist. Hach ja, Entfernungen…

Mit dem Zug durch die Gegend

So kam es also, dass wir Kleinfamilie eines Abends alle sieben(tausend) Sachen in einen Koffer stopften, morgens früh aus dem Bett fielen um uns in einen Zug zu setzen, der uns direkt zu den Hessen trug. Über die Zugfahrt selbst muss ich glaube ich nicht allzu viele Worte verlieren. Das habe ich an anderer Stelle schon einmal erledigt.

Wir hatten uns eben drei Plätze in einem Abteil reserviert. Vom Kleinkindabteil desillusioniert genug, hat mir ein ganz normales Abteil gereicht, das wir uns eben mit einem älterem Ehepaar und einem Businessreisendem geteilt haben. Das Schnabeltier machte glücklich sein übliches Chaos, schlief ein bis zwei Stunden auf dem Sitz, mein Mann leerte unseren Reiseproviant, ich kam ein bisschen zum lesen. Außerdem wurden Bahnmagazine zerrissen und aus den Fetzen Papierschiffe gebaut. Und ein Flieger. Und ein Hut. Ich glaube wir haben unsere Abteilgenossen ein bisschen angestrengt – die durften ganz froh gewesen sein, als wir endlich ausgestiegen sind.

Meine Mutter war bei unserer Ankunft arbeiten, aber wir wurden am Bahnhof abgeholt und mit einem Schlüssel für ihre Wohnung versorgt – die dann auch direkt von einem Kleinkind höchst professionell auseinander genommen wurde. Für seine Verhältnisse relativ spät (etwa gegen fünf), hat er dann nochmal ein bisschen geschlafen, sodass er den Abend bis 10 Uhr durchgehalten hatte.
Erst gnz spät an dem Abend fiel mir dann ein anderes Thema wie Schuppen von de Augen: Der Reisepass unseres Winzlings! An alles hatte ich gedacht, nur dieses eine, wichtige Dokument für die Reise hatte ich TOTAL übersehen.

Scheiße. Mist. Verdammt. Panik.

Zum Glück haben wir eine unheimlich liebe Nachbarin, die unsere Katzen versorgt. In der selben Nacht bekam sie von mir eine verzweifelte SMS mit der detaillierten Beschreibung wo der verdammte Pass vergessen worden war, zehntausend Entschuldigungen und der Bitte ihn uns so schnell wie irgend möglich nachzusenden. Und noch mehr Entschuldigungen.

Parallel dazu erkundigte sich meine Mutter bei einer Freundin, die in der Gemeindeverwaltung arbeitete, wie man möglichst schnell an Reisedokumente für ein Kind herankommen kann. Daraus resultierte, dass wir direkt nach dem Aufstehen am nächsten Morgen ins Bürgerbüro gedüst sind. Unsere Bitte nach eine vorläufigem Personalausweis wurde erst einmal ein bisschen ungläubig bestaunt („Die wohnen nicht einmal hier!“). Nachdem wir uns auch hier einige male Entschuldigt und Erklärt hatten, wurde versprochen mal zu schauen was sie tun könnten. Mit der Ankündigung, dass das dauern könnte.

Unsere beiden Personalausweise wurden kopiert und eine Anfrage an unsere Heimatgemeinde gestellt. Wenn ich gut wäre wüsste ich jetzt den genauen Antragsnamen. Irgendetwas von Ausweisunbedenklichkeitsanfrage oder so. Erst als unsere Heimatverwaltung 2 Stunden später antwortete – wir hatten in der zwischenzeit endlich gefrühstückt – konnten die Damen im Bürgerbüro uns einen Papierpersonalausweis für unser Kind ausstellen.

In der Zwischenzeit hatte auch unsere Nachbarin den Reisepass gefunden und uns per Expressversand nachgeschickt. Am folgenden Tag vor zwölf Uhr kam er auch an. Nach dem Motto „Sicher ist Sicher“ hatten wir jetzt also erst einmal zwei Ausweisdokumente für den Mini. So konnten wir beruhigt den Online-Check-In durchführen, Dokumente ausdrucken und uns ganz gepflegt dem Allgemeinem Reisewahn hingeben.

Und den gibts die nächsten Tag/Wochen häppchenweise hier auf dem Blog.…