Irland 0 – die Vorbereitungen

Ich bin ja kein Reiseblogger, aber…
Weil meine kleine Schwester sowieso gerade sowieso in Irland verweilt, dachten wir uns dass wir einfach auch einmal einen kleinen Ausflug auf die Grüne Insel machen könnten. Wir, also des Schnabeltieres Oma, seine Eltern und der Freund seiner Tante. Und irgendwie habe ich mich nicht daran gewöhnt, dass meine kleine Schwester jetzt Tante ist. Tante, das klingt so alt. Und alt, das ist sie nun wirklich nicht, mit ihren acht Jahren weniger als ich habe….

Aber ich schweife ab. Wir haben uns jedenfalls für die Woche vor Ostern gesammelt frei genommen und beschlossen ein bisschen Irland zu erkunden, soweit uns das möglich war. Und über diese Reise möchte ich jetzt und höchstwahrscheinlich in kommenden Beiträgen berichten.

Vorgeplänkel

Erst einmal soll es hier um die Vorbereitungen und den Flug gehen. Ich musste ja unbedingt meine Familie fernab meiner Restfamilie gründen. Also ging das Reisechaos schon sehr früh los: Wie bekommen wir denn drei Familienteile aus drei verschiedenen Ecken der Welt (Berlin -Frankfurt – Irland) an die selbe Ecke zum Urlaub machen. Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, dass wir uns gemeinsam London anschauen gingen. Nach viel hin und her wurde dann aber klar: So kurzfristig , wie wir dran waren, war London einfach viel zu teuer für uns.

Also kam der Plan mit Irland auf. Dublin oder Kerry? Nordirland oder Republik? Bed & Breakfeast, Hotel, Ferienwohnung? Aufgrund der schieren Menge an Personen, die verreisen wollten, waren diese Fragen schnell beantwortet. Denn bei keinem von uns saß das Geld superlocker. Also wurde es Kerry, die Gegend, in der meine Schwester ihr Gastjahr verbringt. So viele Menschen bekommt man am günstigsten in einem Ferienhaus unter, das Schwesterchen und Freund online herausgesucht und für uns passend empfunden haben.

Nun fehlte nur noch das hinkommen: Zwei aus Berlin, zwei aus Frankfurt, eine schon in der Ecke. Und dann bestenfalls alle zeitnah am gleichen Flughafen? Da mein Mann und ich sowieso Elternzeit haben, wir uns entsprechend nicht viel frei nehmen müssen, bot ich an, bereits im Vorfeld mit dem Zug nach Frankfurt zu kommen, sodass wir alle gemeinsam fliegen könnten. Weiterer Vorteil (für mich): Ich konnte ein bisschen Zeit mit meiner Mutter verbringen, was ja auch nicht immer so selbstverständlich ist. Hach ja, Entfernungen…

Mit dem Zug durch die Gegend

So kam es also, dass wir Kleinfamilie eines Abends alle sieben(tausend) Sachen in einen Koffer stopften, morgens früh aus dem Bett fielen um uns in einen Zug zu setzen, der uns direkt zu den Hessen trug. Über die Zugfahrt selbst muss ich glaube ich nicht allzu viele Worte verlieren. Das habe ich an anderer Stelle schon einmal erledigt.

Wir hatten uns eben drei Plätze in einem Abteil reserviert. Vom Kleinkindabteil desillusioniert genug, hat mir ein ganz normales Abteil gereicht, das wir uns eben mit einem älterem Ehepaar und einem Businessreisendem geteilt haben. Das Schnabeltier machte glücklich sein übliches Chaos, schlief ein bis zwei Stunden auf dem Sitz, mein Mann leerte unseren Reiseproviant, ich kam ein bisschen zum lesen. Außerdem wurden Bahnmagazine zerrissen und aus den Fetzen Papierschiffe gebaut. Und ein Flieger. Und ein Hut. Ich glaube wir haben unsere Abteilgenossen ein bisschen angestrengt – die durften ganz froh gewesen sein, als wir endlich ausgestiegen sind.

Meine Mutter war bei unserer Ankunft arbeiten, aber wir wurden am Bahnhof abgeholt und mit einem Schlüssel für ihre Wohnung versorgt – die dann auch direkt von einem Kleinkind höchst professionell auseinander genommen wurde. Für seine Verhältnisse relativ spät (etwa gegen fünf), hat er dann nochmal ein bisschen geschlafen, sodass er den Abend bis 10 Uhr durchgehalten hatte.
Erst gnz spät an dem Abend fiel mir dann ein anderes Thema wie Schuppen von de Augen: Der Reisepass unseres Winzlings! An alles hatte ich gedacht, nur dieses eine, wichtige Dokument für die Reise hatte ich TOTAL übersehen.

Scheiße. Mist. Verdammt. Panik.

Zum Glück haben wir eine unheimlich liebe Nachbarin, die unsere Katzen versorgt. In der selben Nacht bekam sie von mir eine verzweifelte SMS mit der detaillierten Beschreibung wo der verdammte Pass vergessen worden war, zehntausend Entschuldigungen und der Bitte ihn uns so schnell wie irgend möglich nachzusenden. Und noch mehr Entschuldigungen.

Parallel dazu erkundigte sich meine Mutter bei einer Freundin, die in der Gemeindeverwaltung arbeitete, wie man möglichst schnell an Reisedokumente für ein Kind herankommen kann. Daraus resultierte, dass wir direkt nach dem Aufstehen am nächsten Morgen ins Bürgerbüro gedüst sind. Unsere Bitte nach eine vorläufigem Personalausweis wurde erst einmal ein bisschen ungläubig bestaunt („Die wohnen nicht einmal hier!“). Nachdem wir uns auch hier einige male Entschuldigt und Erklärt hatten, wurde versprochen mal zu schauen was sie tun könnten. Mit der Ankündigung, dass das dauern könnte.

Unsere beiden Personalausweise wurden kopiert und eine Anfrage an unsere Heimatgemeinde gestellt. Wenn ich gut wäre wüsste ich jetzt den genauen Antragsnamen. Irgendetwas von Ausweisunbedenklichkeitsanfrage oder so. Erst als unsere Heimatverwaltung 2 Stunden später antwortete – wir hatten in der zwischenzeit endlich gefrühstückt – konnten die Damen im Bürgerbüro uns einen Papierpersonalausweis für unser Kind ausstellen.

In der Zwischenzeit hatte auch unsere Nachbarin den Reisepass gefunden und uns per Expressversand nachgeschickt. Am folgenden Tag vor zwölf Uhr kam er auch an. Nach dem Motto „Sicher ist Sicher“ hatten wir jetzt also erst einmal zwei Ausweisdokumente für den Mini. So konnten wir beruhigt den Online-Check-In durchführen, Dokumente ausdrucken und uns ganz gepflegt dem Allgemeinem Reisewahn hingeben.

Und den gibts die nächsten Tag/Wochen häppchenweise hier auf dem Blog.…

Elternzeit mit Papa: Mehr Da Da da!

Elternzeit mit Papa: Mehr Da Da da!

Wie versprochen haben wir uns natürlich auch den Berliner Zoo angeschaut. Sogar noch in der selben Woche, in der wir im Tierpark waren. Vielleicht war das ein Fehler, schließlich waren wir ja schon voller Tiere, als wir los sind. Aber am besten, ich fange wieder am Anfang an, oder?

Im Beitrag über den Tierpark erwähnte ich ja bereits, dass ich „nur“ eine BC-Karte habe, um den Berliner Nahverkehr zu er“fahren“. Für diejenigen, die das System der BVG nicht kennen, hier einmal kurz angerissen: Berlin und Umgebung ist Tariftechnisch in drei Bereiche eingeteilt:
A: Alles innerhalb des S-Bahnrings, also quasi die Innenstadt. Man könnte auch die Touristenbereiche sagen.
B: Alles, was Berlin ist und außerhalb des S-Bahnringes liegt. Der Flughafen Tegel ist zum Beispiel im B-Bereich.
C: Außerhalb der Berliner Stadtgrenzen, aber noch im Tarifbereich der BVG. Die S-Bahn, die nach Potsdam fährt, ist zum Beispiel per C-Ticket zu benutzen.
Da ich außerhalb der Stadtgrenzen wohne, aber immer noch regelmäßig in selbige hinein fahre, nur eben nicht so tief, lohnt sich für mich nur ein BC-Ticket, in dem ich mich in diesen beiden Tarifbereichen frei bewegen kann. Mein Mann, der einen Teil der Ringbahn fahren muss, um zur Arbeit zu kommen, hat ein ABC-Ticket, weil er eben auch durch alle drei Bereiche muss.

So viel zur Theorie. Als wir am Bahnhof ankamen für unsere S-Bahn gerade los. Und wie das eben so ist, wenn man auf „dem Land“ wohnt, mussten wir eben 20 Minuten auf die nächste warten. Kein Problem, denn das Schnabeltier ist inzwischen wirklich gut zu Fuß unterwegs und hatte Spaß daran am Bahnsteig auf- und abzulaufen. Als ich auf die Anzeige schaute und las, dass die Bahn nur noch 2 Minuten entfernt war, fiel es mir auf einmal wie Schuppen von den Augen: Verdammt, ich hatte vergessen mir ein Anschlussticket zu kaufen!

Also husch, schnell zum einzigen Automaten und…warten, bis die zwei Frauen vor mir Tickets gezogen hatten. Und dann auch noch die beiden Kerle, die zusammen gehörten, und beide einzeln ihre Tickets ziehen mussten und mit 10-Euro scheinen bezahlen. Na danke. Als der letzte auf sein Geld wartete, fuhr die Bahn bereits ein und ich beschloss zumindest bis zur ersten A-Station mitzufahren. Wenn ich dort aus der Bahn springen würde, könnte ich mir immer noch mein Anschlussticket kaufen und dann mit der Ringbahn weiter.

Im Nachhinein bin ich auch ganz froh, dass wir das so gemacht hatten: In unserem Teil der SBahn wimmelte es auf einmal vor… Frauen. Weibern. Insgesamt 5 Weibliche Wesen mit zwei Kindern, die auch irgendwo hin wollten und sowas von laut und… schlimm waren. Als die eine anfing mit „Also mein Jack hatte ja gestern und heute Durchfall, aber inzwischen gehts ihm wieder gut“, und das Herzchen dabei mit Apfelstückchen fütterte, hörte es bei mir persönlich ganz auf, und ich war wirklich froh, da raus zu kommen. In der Station, in der wir ausgestiegen sind, um ein Anschlussticket zu kaufen stand unsere SBahn dann auch noch so lange, dass wir nach dem Ticketkauf wieder einsteigen und weiterfahren konnten.

Der Zoo

Der Zoo selbst ist sowas von Mitten in Berlin, dass man sich davor nur einmal umdrehen muss und gefühlt schon zig Tourisachen gesehen hat. Nach A ist das Theater des Westens, nach B kommt der Ku’damm, die Gedächtniskirche, das KaDeWe. Der Breitscheitplatz, der wohl aktuell vielen Deutschen ein Begriff sein wird. Und nach C natürlich der Zoo. Wahrscheinlich waren wir vom Tierpark verwöhnt, aber die Schlange, die sich um halb 12 an einem Wochentag bereits vor dem Eingang gebildet hatte, hat uns beide ein bisschen kalt erwischt. 10 Minuten mindestens durfte ich das Kind bespaßen, während Papa angestanden ist, und nebenher lesen, was aktuell alles nicht anzusehen geht.

Anscheinend kommen hier eher die Touristen hin. Allein beim Warten haben wir bestimmt 5-6 verschiedene Sprachen gehört. Aber gut, sobald wir die Karten hatten, konnten wir rein und hatten, im Gegensatz zum Tierpark, wirklich direkt den Tieroverkill um uns herum. Hier waren Elefanten, dort die Giraffen, ein paar Meter weiter Flamingos. Eigentlich. Denn aufgrund der Geflügelpest, die aktuell anscheinend grassiert, waren die alle zusammen in ihrem Haus eingesperrt. Aber ich habe sie gesehen! Und als Kind, das mit dem Tierpark Hellabrunn aufgewachsen ist, gehören die Flamingos einfach an den Anfang des Zoos. Sonst stimmt was nicht. (So, bin ich das auch mal los.)

Wie bereits im Tierpark hatten wir uns entschieden erst einmal den Außenbereich abzugrasen und dann zu sehen, wie weit wir rein kommen würden, bevor unsere Füße uns diesmal umbringen würden. Nun: Nach zwei Stunden waren wir einmal Außen im Kreis gelaufen. Inklusive stehen bleiben und genauer beobachten Beispielsweise der Affen. Und der Nashörner. Und der Okapis.

Was ich damit sagen will: Im direkten Vergleich ist der Zoo kleiner. Viel, viel kleiner. Dafür wird man aber auch von allen Seiten direkt mit Tieren beworfen. Allgemein sind die Tiergehege ein bisschen schöner gemacht. Das war uns im Tierpark schon aufgefallen, dass es dort bisweilen ein wenig trostlos zuging. Und die Tierauswahl war..zooiger. Also, es waren eher die Tiere, die man von einem Zoo erwarten würde. Gorillas, Orang-Utangs, Nashörner, Flusspferde, Okapis…

Gleichzeitig ist er auch voller. Vielleicht ist das jetzt unfair, weil ich Montagnachmittag gegen Freitagmittag/Nachmittag setze. Dennoch war die Menschenmenge doch bedeutend größer, als im Tierpark. Als menschenscheue Wesen, die wir beide sind, fanden wir das nicht so toll. Dem Schnabeltier war das egal, er konnte Tiere schauen und drauf zeigen.

Da wir ihn diesmal nicht hingelegt hatten, bevor wir losgegangen waren, ist er uns auf halben Weg durch den Park eingeschlafen. Und er ist nicht irgendwo eingeschlafen. Er ist eingeschlafen, kurz bevor wir bei den Pinguinen und Seehunden waren! Aber für mich kein Problem, so hatte ich später wenigstens einen Grund, noch einmal hier vorbei zu kommen. Während er schlief, haben mein Mann und ich die Runde durch den Zoo vollendet. Das war auch gar nicht schwer, denn die gesamte Vogelwelt war wie bereits schon erwähnt eingesperrt.

 Bauarbeiten quer durch

Und nebenher wurde gebaut: Das gesamte Raubtierhaus war geschlossen, die Tiere in anderen Zoos untergebracht. Dazu wurde Mitten im Zoo selbst das neue Pandahaus gebaut. Also war da eine große Baustelle, an der man Menschen hätte beobachten können. Nicht, dass wir es für nötig gefunden hatten, aber selbst das Hauptrestaurant war wegen Umbau geschlossen. Der erste Imbiss, an dem wir vorbei gekommen sind, hat nur Eis verkauft. Als wir uns entschieden hatten, etwas zu essen, mussten wir erst einmal den Imbiss suchen und da wieder ewig anstehen. Nur, um dann festzustellen, dass alles „gute“ verkauft war, der Ofen neu, weswegen Baugettes verbrannt sind und mein Mann Brezn gekauft hat. Für einen Preis, den ich gar nicht laut aussprechen möchte.

Aber direkt nebenan war der Streichelzoo! Diesmal musste ich ihn mit dem Schnabeltier einfach erforschen. Also Mann mit dem Kinderwagen draußen geparkt und Kind rein geschleppt. Der brauchte einen Moment, um mit dem Geblöcke der Schafe warm zu werden, hatte dann aber beim Ziegen streicheln die Zeit seines Lebens. Berührungsängste mit Tieren hat das Kind auf jeden Fall nicht. Die dortigen Ponys haben den Besuch allerdings vorzeitig beendet: eines von ihnen war der Meinung, Finger anknabbern zu müssen. Alles noch dran, ein paar Tränen sind geflossen, aber im allgemeinen ist nichts schlimmes passiert.

Und ansonsten? Wir hatten einen schönen Tag, irgendwann allerdings einfach keine Lust mehr, sind 1,5 Mal durchgelaufen. Mit dem wachen Kind mussten wir schließlich nochmal zu den Pinguinen und den Seehunden. Dann sind wir allerdings raus. Es hat uns gereicht.

The long way home

Aber da wir schon einmal Mitten in der Stadt waren, wollte ich nicht auf direktem Weg nach Hause. So sind wir noch ein bisschen den Ku’damm entlangflaniert und haben den Legoshop und das KaDeWe besucht. Ich habe mich noch nie so fehl am Platz gefühlt wie im KaDeWe. Alles voller teurer Sachen (ein Koffer für 35000€…wirklich?!) und Menschen, die zwei kaputte Zoobesucher schräg angeschaut haben. Ja, wirklich zwingend muss ich dann da auch nicht mehr hin.

Endlich wieder am S-Bahnhof haben wir dann auch noch feststellen dürfen, dass der Verkehr zu uns nach draußen unterbrochen war. Irgendwelche Weichen sind gestört gewesen. Tja, also sind wir so weit gefahren, wie wir kamen, eine Station zu Fuß gegangen und haben beschlossen bei unserem Lieblingsinder zu Essen, bis die Bahnen wieder fuhren. Uns hats geschmeckt, dem Schnabeltier hats Geschmeckt und als wir fertig waren, sind auch die Bahnen wieder gefahren.

Und, wart ihr schon einmal in beiden Tierbesuchsstätten in Berlin? Welches hat euch besser gefallen und warum? Würde mich echt interessieren.…

Elternzeit mit Papa: Da da da!

Elternzeit mit Papa: Da da da!

Jetzt, da das Schnabeltier ganz offiziell kein Baby mehr ist – und ich mir noch abgewöhnen muss, es so zu nennen – da nimmt der Papa sich auch mal seine Zeit mit uns. Obwohl ich ein paar mal angesprochen habe, dass er sich auch gerne alleine auf das gesamte Kinder-hüten-Thema stürzten könnte, war die Aussage doch immer: „Nee, das traue ich mir nicht zu.“ Ich finds niedlich, weil ich es ihm mehr als nur zutrauen würde. Aber gut, wir haben gemeinsame Elternzeit. Das heißt wir kümmern uns zusammen ums Kind und versuchen in den beiden Monaten einiges zu erledigen. Denn: So viel Zeit zusammen werden wir kaum jemals wieder haben.

Jetzt was sehen!

Jetzt wohnen wir also schon seit 6 Jahren – in meinem Fall – in und um Berlin herum. In dieser Zeit haben wir es aber kaum geschafft, uns einmal die „Sehenswürdigkeiten“ dieser Stadt anzuschauen. Schande über unsere Häupter, aber wir sind nun einmal schlecht verbesserliche Couch-Potatoes. Aber jetzt, mit Kind und dem wunderschönem Wetter im Hintergrund dachten wir uns: „Jetzt aber mal raus!“ Außerdem haben wir eine Liste geschrieben mit Dingen, die wir tun wollen, sowohl unternehmungen, als auch umräumtechnisch in der Wohnung. Einer der Punkte war „Zoo“, das Wetter war toll. Also los.

Los. Ja. Gerade in Berlin findet sich ja mehr als ein Ort an, an dem man Tiere beschauen kann. Wohin also zuerst? Während also das Schnabeltier ganz unbedarft sein Vormittagsschläfchen abhielt wurden Fahrzeiten zu Zoo und Tierpark miteinander verglichen. Für diesen Montag gewann der Tierpark. Also schnell ein bisschen Knabberkram zusammengeworfen, ein kleines Mittagessen gegessen, und pünktlich zum Geläut der Mittagszeit waren wir unterwegs. unsere Verkehrsmittel hießen S-Bahn und Tram, und ich war glücklich, dass ich kein Anschlussticket für den Innenstadtbereich brauchte – als Sparfuchs habe ich mir nur ein BC-Jahresticket gekauft. Knapp 40 Minuten später hatten wir es auch geschafft.

Im Park selbst mussten wir uns erst einmal sortieren und orientieren. Tickets können weggepackt werden, ebenso die Gutscheinheftchen, die es dazu gab. Interessanter war der Parkplan, der schon einmal eine Menge dies und das versprach. Aber wo wollten wir lang gehen? Recht, Links, geradeaus? Entschieden haben wir uns für eine Tour außenrum, und dann noch querfelddurch. Und nach rechts, denn in der Richtung versprach der Plan das Raubtierhaus. Und ich stehe auf Raubtiere!

In den Tierpark!

Dem Kind wurden die Tiere gezeigt, die da waren. „Schau mal, Schnabeltier! Da, ein Bison! Ne…halt. Ein Zebu!“ Am Anfang brauchte unser kleiner Mann ein bisschen, um zu verstehen, was wir von ihm wollten. Das war ja sein erster Besuch. Und gerade die ersten Meter im Tierpark waren eher so..Meh. Ja, direkt am Eingang war einer Herde Zebus zu begutachten. Aber dann war da lange Zeit…Wald. Außerdem wollte das Kind nicht im Kinderwagen fahren, da saß es immerhin schon auf der ganzen Hinfahrt und selbst laufen wird aktuell total zum Renner bei uns. Mit ein bisschen gut Zureden und einer Banane haben wir den Weg zum nächsten Gehege dann aber gut rum bekommen. Und was für ein Gehege das war.

„Plitsch, Platsch“, machte da der Eisbär, der das gute Wetter nutzte, um in seinem Riesenpool mit einem Wasserball zu spielen. Das fand dann nicht nur das Schnabeltier spannend, sondern auch sein Vater und ich. So einen aktiven Eisbären hatten wir bei unseren bisherigen Tierparkbesuchen bisher noch nicht gesehen. Wunderschön.

Je weiter wir kamen und je mehr Tiere es zu entdecken gab, desto mehr taute auch unser Schnabeltier auf. Da wurde gezeigt und „Dadada!“ gemacht, was das Zeug hielt. Ein bisschen gewundert hatten wir uns über einen Bereich mit Nutztieren, aber auch die fand der Kleine unheimlich toll. Probleme hatten wir dann damit, ihn von den Shetland-Ponys wegzubekommen, die sich direkt am Zaun von den Besuchern streicheln ließen. Um so trauriger war ich dann, dass wir am Streichelzoo vorbei gegangen waren. Der lag nicht direkt auf der Route, aber „Wir können ja nachher nochmal vorbei gehen.“

Im Raubtierhaus konnte man dann – wie sollte es anders sein – die wenigsten Bewohner direkt finden. Ein Leopard hatte sich zu unserer Ankunft dekorativ auf einen Ast platziert. Ein Serval ist vor unseren Augen in ein uneinsehbares Teil des Geheges verschwunden und die Löwen sind im Urlaub, wie uns ein kleiner Junge entgegen quarkte, als wir uns diesen Raubkatzen näherten. Aber Nager und Vögel konnten wir einige antreffen. Immerhin.

Und obwohl die Löwen nicht da waren: Die Tiger haben wir gefunden. Gleich zwei Rassen der gestreiften Raubkatzen haben wir gefunden: Sibirische und Sundra Tiger. Die Gehege fast direkt nebeneinander, sodass man direkt unterschiede sehen konnte. Und wie alle Raubkatzen: Sehr beeindruckende Tiere. In meinem Fall ganz besonders beeindruckend, denn noch während ich das Schnabeltier hochhielt, damit es einen Blick auf die Katzen werfen konnte, schoss die Horrorvorstellung des Tages durch meinen Kopf: Wenn ich jetzt nicht richtig aufpasse, wenn ich eine falsche Bewegung mache, und mir das Kind auskommt, und es dann runter ins Gehege fällt … nicht nur, dass er sich alle Knochen brechen würde, weil aktuell gar kein Wasser im Becken war. Nein, er wäre dann bei diesen Tieren drinnen, und die sahen nicht so aus, als würden sie meinen kleinen Specki einfach ignorieren. GRAUSAM.

Und mein Kopf hört nach einem Gedanken ja nicht auf, nein. Der macht weiter. Und weiter. So lange, bis man das Schnabeltier ganz dicht an sich gedrückt weggetragen hat. Weit, weit weg. Weg aus dem Tierpark, weg aus Berlin, weg von dieser Welt! Aber nein, ganz so weit sind wir nicht gegangen, aber daher läuft mir noch immer ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke.

Nach einer kleinen Brezn-Pause ging es dann weiter. Die Elefanten fand das Schnabeltier besonders toll, und das war auch langsam der Punkt, in dem er endgültig nicht mehr sitzen, sondern selbst laufen wollte. Also, eigentlich wollte er am Gitter stehen und gucken. Und während ich noch mit meinem Mann scherzte, dass er da ja ohne weiteres drunter durch passen würde, hatte er sich schon auf den Po niedergelassen und versuchte unter dem Zaun durchzukrabbeln. Der versteht was ich sage, ich schwöre!

Die Giraffen waren für den Kleinen leider etwas zu weit weg, und irgendwie haben wir den richtigen Weg zum Giraffenhaus verpasst. Aus der Ferne haben wir sie allerdings galoppieren gesehen, wozu mein Mann meinte, dass das immer aussähe, als würde es in Zeitlupe abgespielt werden. Recht hat er ausnahmsweise.

So langsam taten uns dann auch die Füße weh, aber wir hatten doch noch lange nicht den gesamten Park mitgenommen! Wir wurden mit unserem Vorsatz „Alle Tiere anschauen“ ein bisschen schluderiger, gingen ein bisschen hier lang und ein bisschen da lang, immer grob den Weg vor Augen. Auf den Wegen zwischen den Tieren wurde das Schnabeltier mit allem bespaßt, was wir dabei hatten, und wenn es der Tierparkplan war, den er lesen durfte.

"Da müssen wir noch hin"

Ganz besonders süß von der Idee her fand ich den Vari-Wald. Das ist ein extra eingezäunter Bereich, in dem die Lemuren frei herumlaufen und von den Besuchern gestreichelt werden können – wenn sie sich denn heranwagen. Weil keine Kinderwagen erlaubt waren, musste mein Mann außen herum und ich bin mit dem Schnabeltier zu Fuß durch. Zwei von den Tieren sind auch direkt zu Anfang an uns vorbei gesaust um ins Häuschen zu kommen. Dort drin war dann Lemurenparty – im Wald selbst habe ich noch einen versteckt gesehen, aber der kam leider nicht ran.

Ebenfalls groß im Plan angekündigt war die Begehbare Känguru-Anlage, die ich persönlich aber nicht so spannend fand. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass die Kängurus nicht geneigt waren, sich mit den Besuchern (also uns) zu beschäftigen.

Schön für das Schnabeltier waren auch die Affen – die bewegen sich ja immer ganz viel. Um so mehr zu schauen – und zu zeigen hat dann natürlich so ein kleiner Mensch. Je mehr, desto besser. Aber ganz ehrlich: Bis wir am Affenhaus waren, waren wir echt schon ganz schön durch. Das Kind tragen, schieben und laufen lassen kann nämlich ganz schön auf die Arme und den Rücken gehen. Dennoch haben wir beschlossen noch einmal kurz die Tour ins „Gebirge“ zu gehen, und uns dann in Richtung Ausgang zu orientieren. Durch das Gebirge-Gebiet sind wir tatsächlich eher spaziert, als das wir uns die Tiere angeschaut haben. Außer die Luchse. Die mussten nochmal bestaunt werden. Allerdings fand auch hier das Kind nicht genug Bewegung vor sich, um begeistert zu werden. An diesem Punkt des Parkes waren wir aber wirklich enorm alleine und konnten beinahe vergessen, dass wir in Berlin waren.

Von dem hoch und runter waren wir aber endgültig geschafft und ganz froh, jetzt doch den Ausgang suchen zu dürfen. Am Schloss vorbei, und dann noch quer durch den Park. Und durch den Park, und durch den Park….

Schloß im Tierpark Berlin #lumia950xl #nofilter #berlin

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An dem Punkt, den mein Mann da fotografiert hatte, haben wir vielleicht die Hälfte geschafft gehabt. Rechts und links von uns gab es auch noch einiges an Rehen zu sehen, aber die haben wir dann wirklich nur noch im vorbeigehen gesehen.

Erinnert sich noch jemand an das „Wir können nochmal zum Streichelzoo“ vom Anfang? Ja. Ich mich auch. Aber das musste nicht sein. Echt nicht. Zumal es schon nach 18 Uhr war, und der Park offiziell ab 18 Uhr zu macht. Und das Kind hatte auch noch nicht sein zweites Schläfchen gemacht, und wir hatten Hunger und sowieso. Also haben wir beschlossen den Streichelzoo einfach bei unserem nächsten Besuch mitzunehmen. Und einen nächsten Besuch wird es sicherlich geben, wir haben den Tag nämlich allesamt sehr genossen.

Aber beim nächsten mal schauen wir uns erst einmal an, was der Zoo so zu bieten hat. Bis dann!