Manchmal, wenn es einfach viel ist

„Schnabeltier?“
Keine Regung
„Schnabeltier, aufwachen“ Durchs Gesicht streicheln.
Das Schnabeltier zuckt ein bisschen mit den Fingern und schläft weiter.
„Schnabeltier. Rate mal wer hier ist. Der Papa ist daheim.“
Das Schnabeltier öffnet verschlafen die Augen. Guckt den ihn Ansprechenden an. Und beginnt direkt wunderbar zuckersüß zu lächeln und sich zu freuen.

Kurze Momente

Wenn man den Tag damit verbracht hat, gehauen zu werden, oder gebissen. Oder ignoriert. Oder sonst irgendwie alles. Wenn alles doof ist, und man trotzdem da ist zum trösten, wenn das Schnabeltier wieder hingefallen ist, weil es die Duplosteine auf den Boden gepfeffert hat und nun drüber gestolpert ist. Und wenn man dann nur ein weinerliches „Baba! Baba!“, als Satz des Tages zu hören bekommt. Immer und immer wieder.

Dann ist eben der Moment erreicht, in dem die oben beschriebene Szene, die als solches unheimlich niedlich und zuckersüß ist, einfach zu viel ist. In der man irgendwie versucht Würde behaltend den Raum zu verlassen und sich an die schlafende Katze kuschelt, um wenigstens ein bisschen Liebe zu erhalten.

Sollen die beiden mal machen. Meine Batterien werden wieder aufgeschnurrt.…

Verwandschaft für das Schnabeltier

Verwandschaft für das Schnabeltier

Ich mag meine Familie. Wirklich. Wir sind ein großer, verrückter Haufen, der allen Anschein nach weniger Probleme miteinander hat, als manch Andere. Zumindest, wenn man dem Internet so glaubt. Ich hab sie alle unglaublich lieb und freue mich immer, wenn wieder mal ein Treffen ansteht. Normalerweise ist das immer zu Weihnachten der Fall, aber diesmal wird sich das alles wohl ein bisschen verschieben.

Allerdings hat sich meine Familie dieses Jahr auch vergrößert. Sogar beinahe in meinem direktem Umfeld. Will sagen: Mein großer Bruder hat geheiratet. Im Gegensatz zu meinem Mann und mir sehr klein und unaufgeregt, aber es wurde ein Ehevertrag unterschrieben, viel Kuchen gegessen und einen Tag lang miteinander geredet.

Ich freue mich unheimlich für ihn. Die Frau, die er sich da ausgesucht hat, ist eine echt Tolle. Ich freue mich, sie als „zweite Schwester“ bei uns in der Familie verbuchen zu können. Zumal die beiden Glücklich miteinander sind, was will man also mehr?

Nachwuchs!

Achso. Ja. Da war noch etwas. Einen Monat davor hatte ich durch eine Erwähnung ihrerseits bereits etwas erraten. Offiziell gemacht wurde es allerdings zur Hochzeit: Sie ist schwanger. Ein kleines Cousinchen (männlich, weiblich….man weiß es nicht) für das Schnabeltier wird kommen. Es wird dann wohl etwa 26 Monate jünger sein als unser Schnabeltierchen und läuft aktuell meines Wissens nach unter dem Projektnamen „Wallaby“. Es scheint wohl ein kleines Treterchen zu sein.

Ich werde Tante! Als letzte in meinem Familienkreis quasi. Und ich freu mich unglaublich. Ein bisschen schade finde ich es, dass die Familie so weit weg ist, und ich vom Wallaby nur aus der Entfernung hören werde. Aber andererseits geht es denen mit dem Schnabeltier ja nicht anders. Dazu nur: Krüml, selbst schuld, wenn du so weit weg ziehen musst.…

Irgendwas ist immer zuende

Nennt es jammern auf hohem Niveau, aber: Warum ist am Ende des Geldes eigentlich so viel Monat übrig?!

Okay, Frage gestellt, bitte weiter gehen.

Nein? Okay, dann will ich noch ein paar Worte dazu verlieren. Ich weiß sehr wohl, dass ich auf einem sehr hohem Niveau meckere. Aber manchmal muss eben auch dieses gemeckere sein. Und weil mein Blog eben der Ort ist, an dem ich am ehesten mein Meckern loswerden kann, bekommt der das alles ab. Wer es nicht lesen will, der sei versichert, dass er jetzt gerne diesen Browsertab schließen darf.

Die Grundsituation

Wie manche hier vielleicht wissen, bin ich jetzt in meinem zweiten Jahr Elternzeit. Und wer die Regelungen zur Elternzeit kennt, der weiß, dass es zwei Jahre Elterngeld nur gibt, wenn man sein Geld für ein Jahr halbiert und sich die andere Hälfte im zweiten Jahr auszahlen lässt. Das ist genau das, was ich mache. Immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass für Notzeiten ja noch ein Sparkonto da ist, auf das wir zurück greifen können.

Irgendwie hat es das erste Jahr ohne Probleme geklappt. Wir sind Geldtechnisch hingekommen. Ich habe zwar gemerkt, dass es eben weniger war, dass ich auf dem Konto hatte, aber es wurde nie „zu“ wenig. Seit mein Mann nun seine zwei Monate Elternzeit hatte, ist es irgendwie anders. In der Zeit ist ja auch ein Teil seines Gehalts weg gefallen, zeitgleich haben wir viel unternommen. Das ist unseren Kontos nicht unbedingt gut bekommen.

Jetzt arbeitet er seit ein paar Monaten bereits wieder, und wir sind immer noch am überlegen, wie wir hinkommen. Und wie gesagt: es ist ein Luxusproblem. Solang wir noch das teure Futter für unsere Katzen und die Kochboxen für uns bestellen können, sind wir nicht arm. Ein Glück. Zurück zu KitteKat und Co. möchte ich meine Vierbeinern nicht antun. Die können ja am wenigsten dafür, dass ich unbedingt zwei Jahre Babypause machen wollte. Unsere Konsequenz ist jetzt erst einmal, nicht die teuren Lebensmittel aus der Region, sondern die Discounterware zu kaufen, wenn sich das anbietet. Mal eine Kochbox aussetzen, wenn es gerade eh nichts gutes gibt. Kein technisches Spielzeug – und keine DVDs! – für uns beide mehr kaufen. Solche Sachen eben, bis wir wieder in einer Situation sind, in der ich nicht am Ende des Monats überlegen muss, schon wieder einen Teil vom Sparkonto auf meines zu schieben, nur damit wir was zum Essen bezahlen können.

Raus da

Bestimmt gäbe es andere Möglichkeiten für uns. Ich könnte das Schnabeltier früher als gewünscht in einer Kita anmelden und doch Teilzeit arbeiten gehen. Ich könnte mich besser mit den ganzen Anträgen, die es so gibt auseinander setzen und überlegen, wo ich denn besser noch Hilfen beantragen kann. Aber das will ich nicht. Aktuell geht es uns ja noch gut genug, dass mein Gemecker eben nur Gemecker ist. Wir kommen zurecht miteinander. Und Kitaplätze sind bei uns im Ort so rar wie überall anders aktuell eben auch.

Zumal ich ja nach meiner Elternzeit höchstwahrscheinlich sowieso in Teilzeit arbeiten gehen werde. Eine 45-Stunden Woche mit Kind zu Hause (aka in der Kita) will ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen. Also wird auch in Zukunft das Geld immer irgendwie knapper sein, als vor der Geburt. Das war aber von Anfang an klar. Wir zwei werden uns da schon durchbeißen. Und wenn es sein muss, werde ich schauen, dass ich für die restlichen Monate etwas finde, dass ich am Wochenende machen kann, um auch ein bisschen Geld zu verdienen. Dann muss halt der Papa auf den Kleinen aufpassen. Die beiden können ja gut miteinander.

Wir packen das alles. Krümlgemecker over.…