Klack Klack

Das ist dieses typische Geräusch von Absatzschuhen. Ein Geräusch, dass meine Ohren sehr selten Dauerhaft zu hören bekommen. Das ist das Geräusch, dass ich mit schick gemachten Weibern oder Karrierefrauen in Verbindung bringen würde. Dieses Geräusch klingt energisch, es klingt zielstrebig, es klingt schick!

Als Freund von Turnschuhen ist das alles, nur nicht mein Alltagsgeräusch. Flache Sohlen waren und sind immer mein Lieblingskleidungsstück. Zusammen mit irgendeinem Shirt und irgendeiner Hose, die ich halt gerade aus dem Kleiderschrank ziehen kann.

Klack Klack Klack Klack

Das alles sind Gedanken, die mir im Kopf herum schweben, während ich Nachmittags aus dem Haus verschwinde. Mann und Kind lasse ich hinter mir. Nur dieses eine Geräusch begleitet mich auf meinem Weg zum S-Bahnhof. Dieses eine Geräusch, dass doch eigentlich nicht zu mir gehört. Ob man mir das wohl ansieht, frage ich mich. Ob man mir ansieht, dass ich eine Mama bin, die gerade ihr Kind allein bei seinem Vater gelassen hat, um mal raus zu gehen?

Klack Klack

Als wäre es ein Verbrechen, selbst mal raus zu gehen. Neulich war mein Mann drei Abende in der Woche unterwegs. Mal beim Sport, mal auf einem Spielmacherfestival, mal mit Freunden Pen&Paper spielen. Alles Aktivitäten, die ich auch gerne gemacht hätte, von denen mich das Kind allerdings abhält. Einer muss ja zu Hause bleiben und aufpassen. Und ich hab ja noch anderen Sport als Volleyball, mein Mann sollte sich auch mal bewegen. Das Spielemachen interessiert mich nur nebenher, ohne ihn würde ich da gar nicht hingehen. Und das waren eben seine Freunde beim Pen & Paper.

Dafür habe ich jetzt diesen Abend für mich! Quasi. Irgendwie. Ein Freund hat halt zum Geburtstag geladen. Theoretisch auch uns beide, aber einer muss ja beim Kind bleiben. Also darf ich raus, ins Freie! Seltsam, als wäre ich mit Kind eingesperrt und nur ein Zootier.

Klack, Klack, Klack

Zootier ist wohl das falsche Wort. Ein Zootier ist hinter Gittern, immer am selben Ort und wird den ganzen Tag angestarrt. Ich bin frei mich zu bewegen, kann überall hin, wo ich will – solang ich es schaffe einen Kinderwagen oder Buggy dort hin zu bringen. Am Einfachsten den unterschied zu jetzt zu unterscheiden ist eben dieses eine Geräusch, das sich immer und immer wieder wiederholt, als ich an der nächsten S-Bahn-Station aussteige und mich in Richtung Tram bewege.

Ich bin kein Freund von hohen Schuhen im Alltag, auch wenn sie noch so gut aussehen. Ich kann damit nicht viel laufen, ohne dass mir die Füße weh tun, ich bin froh, wenn ich drauf stehen kann. Wieso sollte ich versuchen auf Absätzen zu balancieren, während ich mein Schnabeltier durch die Gegend schleppe? Für andere Frauen mögen diese Fragen eigentlich anders beantwortet werden, aber ich sehe den Grund nicht, mich hübsch zu machen, wenn ich eigentlich gerade im Kinderbetreuungsmodus bin.

Klack, Klack!

Deswegen ist dieser Abend für mich eben so etwas besonderes. Ich habe mal versucht mich ein bisschen schick zu machen. Zusammenpassende Klamotten, ein bisschen geschminkt, und eben diese hohen Schuhe. Seltsam, was für Assoziationen durch meinen Kopf laufen, während ich so durch Berlins Straßen stöckel.

Ja verdammt, es ist nur ein Geburtstag von einem Freund. Wir sitzen zu einer Hand voll Leuten in seiner Wohnung, essen und quatschen. Ich kenne beinahe niemanden von den Leuten, die hier sind. Und dennoch, ich hatte meinen Spaß. Ich habe ein paar Stunden lang einfach mal das Mamaverantwortlichsein abgeben dürfen. Trotzden habe ich an mein Kind gedacht und von ihm geschwärmt.

Ich konnte aber auch an so vieles Anderes denken. Geburtstage, alte Zeiten, gemeinsame Freunde, Museenbesuche, Kunst, Katzen, Essen. Ich hab die Zeit vergessen und musste viel zu früh wieder weg, als mein Mann verzweifelt nach Hilfe rief.

Klack Klack, den ganzen Weg durch Berlins leere Straßen und volle U-Bahnen zurück nach Hause. Zurück in den Alltag, zurück in das Chaos. Die hohen Schuhe wieder zurück in die Ecke, aus der ich sie gezogen habe. Für dieses Jahr hat es sich ausgeklackt. Und ich freue mich auch schon wieder auf das Kind, denn irgendwie bin ich von ihm ebenso abhängig wie er von mir.

Tropf, Tropf….…

Mehr schreiben

Rein theoretisch würde ich gerne mehr. Mich mehr einbringen, mehr im Blog schreiben, meinen Blog irgendwie bekannter machen, mich vernetzen, mehr Kommentare unter anderen Blogs schreiben. Irgendwie sowas halt. Aber ganz ehrlich: Schaff ich aktuell nicht.

Ich habe mein online-Leben im letzten Jahr ärger eingeschränkt, als ich es gedacht hätte. Gut, während der Schwangerschaft ging noch alles, aber seitdem wird es immer weniger. In des Schnabeltieres ersten Monaten hat er noch so viel geschlafen, da konnte ich noch dies oder das oder jenes. Eine Freundin hatte mich mal gefragt, ob ich überhaupt Fotos von ihm habe, bei denen er die Augen offen hat – war tatsächlich schwer.

Inzwischen hat sich sein Schlafverhalten auf neue „Tiefpunkte“ eingepegelt. Einmal Vormittags und einmal Nachmittags. Und wenn ich nicht bei ihm im Bett liegen bleibe, dann wacht er nach einer halben Stunde wieder auf, ist quengelig und will aber auch beim besten Willen nicht einschlafen. Klar KÖNNTE ich in der Zeit viele viele Beiträge mit meinem Handy schreiben aber mal ehrlich: der letzte Blogeintrag war übers Handy geschrieben und hat mich einiges an Nerven gekostet. Ich hasse Handytastaturen!

Freizeit? Kennichnich

Also bleibt mir die Zeit, in der er im Bett ist für mich. Also so ab 20 ~21 Uhr etwa. In der ich meinen PC anmachen kann, einmal quer lesen, was auf meinen Lieblingsblogs so los ist und bestenfalls eine kurze Runde spielen kann. Um dann auch schon festzustellen, dass es 22 Uhr ist, mein Mann langsam ins Bett geht, weil er morgens früh raus muss, ich eigentlich auch schon K.O. bin und dann auch direkt wieder ausmache und ebenfalls ins Bettchen falle.

Aktuell kann ich nicht einmal mehr Serien durchsuchten, was ich bis vor kurzem Tagsüber gemacht habe, weil das Schnabeltier eben auf meinem Arm geschlafen oder sich anderweitig in der Wohnung beschäftigt hat. Neben dem hinterherräumen/kochen/reglos auf dem Sofa sitzen ging halt doch ein bisschen Serienmaterial den Bach flöten. Nun ist auch das Schnabeltier gewachsen und zeigt zunehmend Interesse an dem, was sich da auf dem Fernseher abspielt. Muss ich nicht haben. Also bleibt der auch aus. Man soll ja eh nicht den ganzen Tag vor der Flimmerkiste hocken. Mit uns als Eltern wird der Kleine früh genug die Faszination von Computern kennen lernen, fürchte ich.

Also, was ich sagen wollte: Ich will mehr schreiben hier, und das werde ich auch irgendwann tun. Gerade das Thema „Namensgebung“ habe ich ganz groß und dick auf dem Schirm. Irgendwann wollte ich auch noch meine Erinnerungen an die Geburt herunterschreiben. Ist geplant, ich weiß nur nicht genau, wann ich dazu komme. Nur um das mal gesagt zu haben.

 …

Das wars also mit 2016

Das wars also mit 2016

Das war es also, dieses seltsame Jahr 2016. Das Jahr, von dem es im Internet heißt, dass es das schlimmste überhaupt war (oder so ähnlich), weil unheimlich viele Stars unserer Generation gestorben sind. Um ehrlich zu sein: Wirklich beroffen haben mich von „all den vielen Menschen“ genau drei Stück. Bud Spencer, mit dessen Filmen ich quasi groß geworden bin. Alan Rickman, der einen wunderbaren Professor Snape und Metatron gespielt hat und Carrie Fisher, die ich, wie wahrscheinlich die meisten Menschen, als Prinzessin Leia kenne.

Vielleicht klinge ich ein bisschen arrogant, wenn ich nur diese drei benenne und auch nur diese Rollen aufzähle. Ich war noch nie gut im Fangirlen und Betroffenheit heischen, wenn doch eigentlich gar keine da ist. Und meine Betroffenheit hält sich in Grenzen, wenn Menschen sterben, die ich nicht kenne. Ja, ich mag den Tod im allgemeinen auch nicht und mir tut es natürlich um die Menschen und deren Familien leid. Aber dieses allgemeine „Oh nein, wieso nur ausgerechnet diese Person?!“ stellt sich bei mir nicht wirklich ein.

Mein eigenes, kleine Schnabeltier

Mein persönliches 2016 hatte seine Hochs und Tiefs. Ich hatte Schmerzen, ich hatte die heftigsten Glücksgefühle meines Lebens. So sehr geweint wie dieses Jahr habe ich sonst nicht, so starke Hormonschwankungen hatte ich niemals. Kurzum: Ich habe ein Kind bekommen. Mein erstes Kind. Das Schnabeltier kam im ersten Jahresviertel und ist inzwischen so groß und so aktiv geworden, dass ich ihn beinahe nicht wiedererkenne, wenn ich „alte“ Fotos von ihm sehe.

Je nachdem, wen man fragt sieht er sowieso entweder aus wie mein großer Bruder in dem alter, oder wie mein Mann in dem Alter. Ich habe auch schon Leute sagen hören, dass er mir ähnlich sehen würde, aber ich erkenne nur meine Füße an ihm wieder. Aber er ist ein tolles Kind das mich bereits so oft an meine Grenzen gebracht hat, und dennoch sind wir jetzt hier und glücklich miteinander.

Überhaupt meine Männer. Wenn mir vor 6 Jahren, also 2011 jemand gesagt hätte, dass ich  jetzt, diese 6 Jahre später in Brandenburg sitzen würde, verheiratet und mit Kind auf dem Schoß, dem hätte mein damals abimachendes Ich wohl gehörig den Vogel gezeigt.

Ein Kampf dem Gewicht

Während der Schwangerschaft fiel es mir übrigens unheimlich schwer, mich zusammen zu reißen, was Essen angeht. Kein Wunder also, dass ich viel zu viel zugenommen hatte. Wirklich frustriert hatte mich allerdings, dass ich auch 6 Monate später immer noch mit diesen Schwangerschaftsjeans durch die Gegend gerannt bin. Da musste doch was besser gehen.

Irgendwie bin ich dann auf das Buch Fettlogik überwinden gestoßen. Eine Weile lang bin ich nur neugierig darum herum geschlichen. Irgendwann war es mir dann zu viel und ich habe es mir einfach im hiesigen Buchladen gekauft. Ein bisschen länger hat es dann gedauert, bis ich dazu gekommen bin, es zu lesen. Auf der Rückreise unseres Bayernurlaubs lag es allerdings in meiner Tasche, und solange das Schnabeltier schlief konnte ich lesen. Sagte ich lesen? Verschlingen!

Kaum war ich zu Hause angekommen wollte ich unbedingt das, was ich jetzt verinnerlicht hatte umsetzen. Ich stellte die Art und Menge meiner Lebensmittelaufnahme um. Beobachtete mein Essverhalten, schrieb auf was und wie viel ich zu mir nahm. Und am wichtigsten: Ich stieg auf die Waage. Fluchend und Schimpfend, aber ich bin drauf gegangen, habe mir aufgeschrieben wo ich stand, bin runter gegangen und habe mich diszipliniert.

Es war verdammt schwer. Aber irgendwie habe ich es geschafft, bis zum Jahresende 15kg loszuwerden. Und das in einer Zeit, in die diverse Geburtstage und die Weihnachtszeit fallen. Ich bin unendlich stolz auf mich, verdrücke meinen letzten Schokoweihnachtsmann und werde morgen wieder ganz brav von vorne Beginnen. Jetzt, da die Schwangerschaftspfunde weg sind, bin ich gespannt, wie mein Ich im Normalgewicht sein wird. Das sind auch nochmal mindestens so viel wie bereits verloren, aber jetzt habe ich ja den Dreh raus.

Also dann:

Liebes 2016, ich mochte dich. Dennoch sagte ich hiermit „Auf Wiedersehen“

Liebes 2017, ich freue mich dich kennen lernen zu dürfen. Wir werden sehen, wie wir uns verstehen.

PS: Das Beitragsbild wurde von der wundervollen Katja Scherle – Festtagsfotografien geschossen, die bereits unsere Hochzeitsbilder gemacht hat. Sollte jemand darüber nachdenken zu heiraten und schöne Bilder zu machen: Sie ist ihr Geld wert. Immer!…