Wie man ein Baby wickelt

Auf dem Weg ins Zimmer mit der Wickelkommode wird das Baby beim Namen gerufen. Eventuell entscheidet es ja selbst, dass es dazu stoßen möchte.

Feuchttücher und eine neue Windel werden bereit gelegt. Erneut sollte man das Baby rufen. Danach begibt man sich auf die Suche nach der Schutzcreme, die sich unter dem Wickeltisch befindet.

Schließlich werden alle Utensilien, die nicht gebraucht werden aus dem Weg geräumt, ansonsten erledigt das Baby das für einen.

Wenn nun alles Vorbereitet ist, kann das Baby gesucht werden – im Normalfalle befindet es sich am anderen Ende der Wohnung und spielt mit dem Katzenklo. Oder den Katzen. Oder den Topfdeckeln. Vielleicht auch dem Geschirrspüler. Oder….das übliche eben.

Mit Baby im Arm geht es nun zurück zum Wickeltisch. Nun legt man das Baby hin. Da es sich direkt hingesetzt hat, legt man es erneut hin. Nach dem ausziehen der Hose sowie dem Öffnen des Bodys, wird das Feuchttuch aus der Hand des Babys genommen und selbiges wieder hingelegt. Die Windel wird geöffnet und der Inhalt mit dem gerade geklautem Feuchttuch entfernt. Während man das Baby mit einer Hand am davonkrabbeln hindert, wird mit der anderen das Feuchttuch gehalten und der entsprechende Bereich gesäubert.

Die Feuchttücher sowie die Windel werden weggeworfen. Inzwischen steht das Baby. Nein halt, es kuschelt mit dem Wickelnden im stehen und drückt dabei gekonnt mit den Füßen die Wickelunterlage beiseite. Mit einiger Balance ist es dennoch machbar, das Kind einigermaßen aufrecht zu halten, die Tube mit der Creme zu öffnen und einen Teil davon auf dem Po zu verteilen. Bestenfalls wird die Tube mit einer halben Hand nun wieder verschlossen.

Tatsächlich erfordert es einiges an Übung, dem sehr instabilem Kind nun die Windel anzuziehen und fachgerecht zu schließen. Vor allem wenn es dabei Zappelt. Und wegkrabbelt. Oder versucht sich in den Abgrund zu stürzen. Deshalb an dieser Stelle daran denken: Immer eine Hand am Kind! Und die restlichen drei an der Windel. Angeblich soll es auch für diesen Fall gemachte Hosen-Windeln geben, aber der Versuch das Kind alleine in eine solche zu befördern endet zumeist abenteuerlicher als mit der klassischen Version.

Die Windel ist an und halbwegs fest geschlossen? Kein Pipi irgendwo auf dem Tisch/dem zu Wickelnden/dem Baby verteilt? Wunderbar, dann ist bereits beinahe alles geschafft. Nun muss man nur noch den Body schließen. Aber damit auch dies nicht zu langweilig wird, beschließt auch hier, das Baby davon zu krabbeln. Oder sich hinzusetzen und selbst am Verschluss zu spielen. Alternativ kann es auch immer wieder aufstehen und sich wackelig am Wickelnden festhalten, dabei aber mit den Beinen strampeln. Man sieht also: Es wird NIE langweilig.

Doch auch dieser Part ist irgendwann geschafft und das Baby kann vom Wickeltisch gehoben werden, denn die Hose zieht man ihm doch sowieso am besten im Sitzen an. Und sobald das geschafft ist, kann man das Kind auch direkt auf den Boden setzen, damit es zum Katzenklo krabbeln kann. Oder den Katzen…. Oder…naja, das übliche halt.

Keine Angst, nach drölfzig Wiederholungen hat man irgendwann den Dreh raus.…

Kinderlieder (um)gedichtet #3

Unser kleiner Zahnputzsong. Nicht umgedichtet. Aber existierend.

Zähneputzen das macht Spaß,
das macht Spaß,
das macht Spaß.
Zähneputzen das macht riesenspaß.

Zähneputzen das ist toll,
das ist toll,
das ist toll.
Zähneputzen das ist Wundertoll.

Neeeeein, wir würden nie versuchen das Unterbewusstsein unseres Kindes zu beeinflussen.

Zähne Zähne

Wer sich noch nie ernsthaft mit Babys auseinander gesetzt hat, dem mag es vielleicht seltsam erscheinen, aber: Diese kleinen Menschen kommen tatsächlich ohne Zähne zur Welt. Okay, meistens zumindest. Beim Rest der Welt müssen die Kauwerkzeuge tatsächlich erst einmal rauskommen. Erst die Milchzähne, später die bleibenden (und noch später die Dritten, wenn man Pech hat.) Man nennt diesen Vorgang meistens „Zahnen“ und hat ein wenig Angst davor.
Denn die Zähne erscheinen oft mit einigen Begleiterscheinungen: Vermehrtem Rumkauen auf Gegenständen, Speicheln (Sabbern), Fieber, Jammer, Weinen, Schmerzen, Schlaflose Nächte. Und dann sind da natürlich diese weißen Dinger im Mund, die das wunderhübsche Zahnlose Lächeln zerstören. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es sogar einen groben Ablauf gibt, in welcher Reihenfolge welche Zähne rauskommen, ich bin noch nicht dazu gekommen herauszufinden, ob das bei uns stimmt.

Unser Schnabeltier kaute schon immer auf allem herum, das ihm in die kleinen Finger kam. Seit er drei Monate alt ist, wird uns daher prophezeit: Der bekommt bestimmt demnächst seine Zähne.
Ja, gut. Lächeln, sich seinen Teil* denken und weiterziehen.

Nun ist es seit Anfang September tatsächlich so weit: Beim morgendlichem Aufstehritual** war etwas hartes an meinem Finger zu spüren. Sollte das etwa…? Zugegebenermaßen brauchte es ein bisschen Überzeugungsarbeit, bis das Kind mir Einblick auf die betreffende Stelle gewähren wollte, aber dann war es klar: da scheint etwas weißes durch.
Oh je, sie werden so schnell groß.
Er wurde ein bisschen quengeliger, kaute auf Sachen rum, wie auch davor aber ansonsten ging alles. Nichts, was man nicht mit ein paar Karotten aus dem Kühlschrank und Beißringen befriedigen konnte. Und ja: eine Karotte in der Hand eines knabberndem Kind ist ganz wunderbar. Er bekommt noch nichts ab, es ist kühl und schmeckt irgendwie anders und macht Spaß zu essen. Aktuell haben wir ständig überall in der Wohnung geschälte Karottensticks rumfliegen, die das Schnabeltier angesabbert, aber nicht aufgegessen hat.
Wenn ich gewusst hätte, wie schwierig das mit dem einschlafen während dem Zahnen werden könnte, hätte ich mir wahrscheinlich noch andere Pläne zurecht gelegt, aber wie das Leben so ist: Gerade am Wochenende wurde es wirklich schlimm, einschlafen ging gar nicht mehr, die Temperatur ging höher – nicht in den Babyfieberbereich aber dennoch nicht mal eben das, was normal ist.
Das ist dann immer dieses Moment, in dem ich mich frage: Fieberzäpfchenzäpfchen gegen die Schmerzen oder nicht? Einerseits hat er ja kein Fieber, andererseits sind die eben auch gegen Schmerzen und wurden uns grundsätzlich von der Kinderärztin verschrieben für, wenn er mal selbige hat. Aber will man sein Kind einfach mal ruhig stellen, weil es nicht so funktioniert, wie man das gerade will? Aber es hat doch Schmerzen, oder? Man will ihn ja auch nicht unnötig quälen.
Nach vielem hin und her haben wir ihm etwas gegeben, weil wir nicht mit ansehen konnten, wie er sich jedes Mal, wenn die Augen zugefallen sind, wieder aufriss und jammerte.
Kaum hatte das Mittel angefangen zu wirken, war er auch schon eingeschlafen – also doch eine gute Entscheidung.

Wie bereits erwähnt war es Wochenende, also auch keine Zeit, sich noch Alternativen zu kaufen (vor allem, wenn man Samstags zu spät überlegt ob man etwas brauchen könnte).
Direkt am Montag bin ich aber in die Apotheke gewandert und habe Zahnungsgel gekauft, das  einen betäubenden Effekt haben soll. Angeblich würde man auch Onasit geben können, aber wenn ich meinem Kind Zucker zu essen geben will, hab ich billigeren im Küchenregal.
Zahnungsgel ist bestimmt so etwas wie Brandsalbe: Man hat es daheim, damit man es nicht braucht. Tatsächlich war seit Montag der ganze Spuk erst einmal vorbei. Und der Grund für das anstrengende Wochenende war kurz danach auch gefunden: der zweite Zahn kam direkt mit raus.
Jetzt haben wir also ein Schnabeltier mit seinen ersten beiden Schneidezähnen unten in der Mitte.

„Ich hab euch doch gesagt, der bekommt seine Zähnchen.“
Ja. Vor zwei Monaten.

PS: Inzwischen muss man wirklich aufpassen keinen Finger in den Babymund zu bekommen. Beißen kann er. Und „Aua“ ist für ihn aktuell leider nur ein guter Witz.
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*Ja natürlich bekommt er Zähne. Zahnlos sind bisher wohl die wenigsten Menschen geblieben. Ob es Jetzt schon so weit ist bezweifle ich.
**Wach werden, versuchen das Kind nochmal zum schlafen überreden, Schnuller in den Mund, Stillen, Schnuller in den Mund, hin und her wiegen, versuchen die Augen nicht zu öffnen, die Hand zum spielen bereit stellen, auf der Hand rumgekaut bekommen. Augen öffnen. Jammern. Das Übliche also.…