Zähne Zähne

Wer sich noch nie ernsthaft mit Babys auseinander gesetzt hat, dem mag es vielleicht seltsam erscheinen, aber: Diese kleinen Menschen kommen tatsächlich ohne Zähne zur Welt. Okay, meistens zumindest. Beim Rest der Welt müssen die Kauwerkzeuge tatsächlich erst einmal rauskommen. Erst die Milchzähne, später die bleibenden (und noch später die Dritten, wenn man Pech hat.) Man nennt diesen Vorgang meistens „Zahnen“ und hat ein wenig Angst davor.
Denn die Zähne erscheinen oft mit einigen Begleiterscheinungen: Vermehrtem Rumkauen auf Gegenständen, Speicheln (Sabbern), Fieber, Jammer, Weinen, Schmerzen, Schlaflose Nächte. Und dann sind da natürlich diese weißen Dinger im Mund, die das wunderhübsche Zahnlose Lächeln zerstören. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es sogar einen groben Ablauf gibt, in welcher Reihenfolge welche Zähne rauskommen, ich bin noch nicht dazu gekommen herauszufinden, ob das bei uns stimmt.

Unser Schnabeltier kaute schon immer auf allem herum, das ihm in die kleinen Finger kam. Seit er drei Monate alt ist, wird uns daher prophezeit: Der bekommt bestimmt demnächst seine Zähne.
Ja, gut. Lächeln, sich seinen Teil* denken und weiterziehen.

Nun ist es seit Anfang September tatsächlich so weit: Beim morgendlichem Aufstehritual** war etwas hartes an meinem Finger zu spüren. Sollte das etwa…? Zugegebenermaßen brauchte es ein bisschen Überzeugungsarbeit, bis das Kind mir Einblick auf die betreffende Stelle gewähren wollte, aber dann war es klar: da scheint etwas weißes durch.
Oh je, sie werden so schnell groß.
Er wurde ein bisschen quengeliger, kaute auf Sachen rum, wie auch davor aber ansonsten ging alles. Nichts, was man nicht mit ein paar Karotten aus dem Kühlschrank und Beißringen befriedigen konnte. Und ja: eine Karotte in der Hand eines knabberndem Kind ist ganz wunderbar. Er bekommt noch nichts ab, es ist kühl und schmeckt irgendwie anders und macht Spaß zu essen. Aktuell haben wir ständig überall in der Wohnung geschälte Karottensticks rumfliegen, die das Schnabeltier angesabbert, aber nicht aufgegessen hat.
Wenn ich gewusst hätte, wie schwierig das mit dem einschlafen während dem Zahnen werden könnte, hätte ich mir wahrscheinlich noch andere Pläne zurecht gelegt, aber wie das Leben so ist: Gerade am Wochenende wurde es wirklich schlimm, einschlafen ging gar nicht mehr, die Temperatur ging höher – nicht in den Babyfieberbereich aber dennoch nicht mal eben das, was normal ist.
Das ist dann immer dieses Moment, in dem ich mich frage: Fieberzäpfchenzäpfchen gegen die Schmerzen oder nicht? Einerseits hat er ja kein Fieber, andererseits sind die eben auch gegen Schmerzen und wurden uns grundsätzlich von der Kinderärztin verschrieben für, wenn er mal selbige hat. Aber will man sein Kind einfach mal ruhig stellen, weil es nicht so funktioniert, wie man das gerade will? Aber es hat doch Schmerzen, oder? Man will ihn ja auch nicht unnötig quälen.
Nach vielem hin und her haben wir ihm etwas gegeben, weil wir nicht mit ansehen konnten, wie er sich jedes Mal, wenn die Augen zugefallen sind, wieder aufriss und jammerte.
Kaum hatte das Mittel angefangen zu wirken, war er auch schon eingeschlafen – also doch eine gute Entscheidung.

Wie bereits erwähnt war es Wochenende, also auch keine Zeit, sich noch Alternativen zu kaufen (vor allem, wenn man Samstags zu spät überlegt ob man etwas brauchen könnte).
Direkt am Montag bin ich aber in die Apotheke gewandert und habe Zahnungsgel gekauft, das  einen betäubenden Effekt haben soll. Angeblich würde man auch Onasit geben können, aber wenn ich meinem Kind Zucker zu essen geben will, hab ich billigeren im Küchenregal.
Zahnungsgel ist bestimmt so etwas wie Brandsalbe: Man hat es daheim, damit man es nicht braucht. Tatsächlich war seit Montag der ganze Spuk erst einmal vorbei. Und der Grund für das anstrengende Wochenende war kurz danach auch gefunden: der zweite Zahn kam direkt mit raus.
Jetzt haben wir also ein Schnabeltier mit seinen ersten beiden Schneidezähnen unten in der Mitte.

„Ich hab euch doch gesagt, der bekommt seine Zähnchen.“
Ja. Vor zwei Monaten.

PS: Inzwischen muss man wirklich aufpassen keinen Finger in den Babymund zu bekommen. Beißen kann er. Und „Aua“ ist für ihn aktuell leider nur ein guter Witz.
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*Ja natürlich bekommt er Zähne. Zahnlos sind bisher wohl die wenigsten Menschen geblieben. Ob es Jetzt schon so weit ist bezweifle ich.
**Wach werden, versuchen das Kind nochmal zum schlafen überreden, Schnuller in den Mund, Stillen, Schnuller in den Mund, hin und her wiegen, versuchen die Augen nicht zu öffnen, die Hand zum spielen bereit stellen, auf der Hand rumgekaut bekommen. Augen öffnen. Jammern. Das Übliche also.…

Wunde Babypos

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Eigentlich wollte ich heute ja über ein anderes Thema schreiben. Allerdings kam ich nicht dazu, mich vorzubereiten und das hier ist bei mir gerade recht aktuell, also schreibe ich darüber.

Aktuell bin ich zu Besuch bei meiner Mutter (aka des Schnabeltiers Oma), und habe da einige Sachen über Kinder gelernt. Es ist zum Beispiel auch für die größeren Kinder immer wieder toll, nach Hause zu kommen.
Man kann Freunde mitbringen, und die sind direkt in die Familie integriert. Oder Beziehungen von alten Freunden.

Selbst wenn das mit dem Auszug nicht zur eigenen Befriedigung geklappt haben sollte (man wurde quasi mit Ansage rausgeworfen), und deshalb mit seiner Mutter böse ist, kann man sich doch irgendwann selbst wieder fassen, und wieder vorbei schauen. Reden. Lachen. Spaß haben.
Und: Manche Babys haben Stahlhintern. Denen kannst du eine Woche die Windel nicht wechseln, der Po wäre trotzdem weich und zart wie eh und je.

Meins gehört leider nicht zu der Sorte. Eigentlich haben wir daheim recht wenige Probleme mit dem Schnabeltierpo. Er tut was er soll und sieht dabei immer klasse aus. Daheim. Wo wir alles haben, was wir zur Pflege benötigen.
Bisher war ich mit meinem Sohn nur kurz übers Wochenende bei den Schwiegereltern, da war die Benutzung von Alternativpflegemitteln kein Problem. Die Zeit war kurz genug, damit nichts passieren kann. Tja, und dann kamen die 1,5 Wochen bei meiner Mutter.
Wir kamen am Mittwoch Mittag an (ICE Sprinter sind die beste Erfindung seit… es …eh…sie sind gut!) und sind beinahe direkt in den Drogeriemarkt unseres Vertrauens gefahren. Da ich allein mit dem Kind unterwegs war, wollte ich nicht mehr mitnehmen, als ich brauchen würde. Schließlich kann man ja auch in Hessen einkaufen gehen und findet, was man benötigt. Gekauft haben wir Windeln für die Zeit, meine Lieblings-Babycreme für den Windelbereich und sensitive Feuchttücher.
An dieser Stelle greife ich einem anderen Eintrag, den ich zu schreiben gedenke, ein bisschen vor. Wir benutzen eigentlich keine Feuchttücher, wenn er sich nicht gerade von unten bis oben vollgemacht hat. Meine Hebamme gab uns den Tipp mit Taschentüchern in einer Box und einer Wassersprühflasche. Allein aus Kostengründen wirklich genial (wie gesagt, ich schreib demnächst darüber!). Nun haben wir bei meiner Mutter keine Wassersprühflasche, also dachte ich mir, dass Feuchttücher ja nicht schaden können.
Falsch gedacht!

Milder als Wasser + x. Das ich nicht lache.

Von Mittwoch bis Sonntag hatte sein Po nicht nur eine ziemlich unhübsche rote Färbung angenommen, sondern auch diversestes an Pickelchen entwickelt. Mein armer kleiner Mann. Ich dachte zu Anfang, dass ich die Entwicklung mit einem mehr an Babycreme verlangsamen stoppen könnte, aber das wollte auch nicht so wirklich. Und nach jedem Wickeln erstmal seinen Unterkörper trocken pusten ist auch eher semioptimal.
Wir brauchten eine andere Lösung. Also wurde Omas Taschentuchbox an den provisorischen Wickelplatz entführt und daneben eine Schüssel mit Wasser gestellt. Anfänglich habe ich mit einer Hand ein bisschen Wasser von der Schüssel zum Toch geschöpft, aber ganz ehrlich? Ne. Ideal ist anders.
Inzwischen haben wir eine Küchenrolle neben dem Wickelplatz stehen und tunken immer eine Ecke ins Wasser, drücken ein bisschen aus und voila! Ein feuchtes Poabwischtuch, das dem Babypo gefällt.
Von Mittwoch bis Sonntag wurde der Po roter und roter, ab Sonntag wurden die Feuchttücher abgesetzt und am Dienstag abend war alles wieder so wunderschön wie zuvor.

Fazit: Weniger Feuchttücher, mehr Wasser und Taschen- / Küchentücher. Der Babypo sagt „Danke!“…