Elternzeit mit Papa: Mehr Da Da da!

Elternzeit mit Papa: Mehr Da Da da!

Wie versprochen haben wir uns natürlich auch den Berliner Zoo angeschaut. Sogar noch in der selben Woche, in der wir im Tierpark waren. Vielleicht war das ein Fehler, schließlich waren wir ja schon voller Tiere, als wir los sind. Aber am besten, ich fange wieder am Anfang an, oder?

Im Beitrag über den Tierpark erwähnte ich ja bereits, dass ich „nur“ eine BC-Karte habe, um den Berliner Nahverkehr zu er“fahren“. Für diejenigen, die das System der BVG nicht kennen, hier einmal kurz angerissen: Berlin und Umgebung ist Tariftechnisch in drei Bereiche eingeteilt:
A: Alles innerhalb des S-Bahnrings, also quasi die Innenstadt. Man könnte auch die Touristenbereiche sagen.
B: Alles, was Berlin ist und außerhalb des S-Bahnringes liegt. Der Flughafen Tegel ist zum Beispiel im B-Bereich.
C: Außerhalb der Berliner Stadtgrenzen, aber noch im Tarifbereich der BVG. Die S-Bahn, die nach Potsdam fährt, ist zum Beispiel per C-Ticket zu benutzen.
Da ich außerhalb der Stadtgrenzen wohne, aber immer noch regelmäßig in selbige hinein fahre, nur eben nicht so tief, lohnt sich für mich nur ein BC-Ticket, in dem ich mich in diesen beiden Tarifbereichen frei bewegen kann. Mein Mann, der einen Teil der Ringbahn fahren muss, um zur Arbeit zu kommen, hat ein ABC-Ticket, weil er eben auch durch alle drei Bereiche muss.

So viel zur Theorie. Als wir am Bahnhof ankamen für unsere S-Bahn gerade los. Und wie das eben so ist, wenn man auf „dem Land“ wohnt, mussten wir eben 20 Minuten auf die nächste warten. Kein Problem, denn das Schnabeltier ist inzwischen wirklich gut zu Fuß unterwegs und hatte Spaß daran am Bahnsteig auf- und abzulaufen. Als ich auf die Anzeige schaute und las, dass die Bahn nur noch 2 Minuten entfernt war, fiel es mir auf einmal wie Schuppen von den Augen: Verdammt, ich hatte vergessen mir ein Anschlussticket zu kaufen!

Also husch, schnell zum einzigen Automaten und…warten, bis die zwei Frauen vor mir Tickets gezogen hatten. Und dann auch noch die beiden Kerle, die zusammen gehörten, und beide einzeln ihre Tickets ziehen mussten und mit 10-Euro scheinen bezahlen. Na danke. Als der letzte auf sein Geld wartete, fuhr die Bahn bereits ein und ich beschloss zumindest bis zur ersten A-Station mitzufahren. Wenn ich dort aus der Bahn springen würde, könnte ich mir immer noch mein Anschlussticket kaufen und dann mit der Ringbahn weiter.

Im Nachhinein bin ich auch ganz froh, dass wir das so gemacht hatten: In unserem Teil der SBahn wimmelte es auf einmal vor… Frauen. Weibern. Insgesamt 5 Weibliche Wesen mit zwei Kindern, die auch irgendwo hin wollten und sowas von laut und… schlimm waren. Als die eine anfing mit „Also mein Jack hatte ja gestern und heute Durchfall, aber inzwischen gehts ihm wieder gut“, und das Herzchen dabei mit Apfelstückchen fütterte, hörte es bei mir persönlich ganz auf, und ich war wirklich froh, da raus zu kommen. In der Station, in der wir ausgestiegen sind, um ein Anschlussticket zu kaufen stand unsere SBahn dann auch noch so lange, dass wir nach dem Ticketkauf wieder einsteigen und weiterfahren konnten.

Der Zoo

Der Zoo selbst ist sowas von Mitten in Berlin, dass man sich davor nur einmal umdrehen muss und gefühlt schon zig Tourisachen gesehen hat. Nach A ist das Theater des Westens, nach B kommt der Ku’damm, die Gedächtniskirche, das KaDeWe. Der Breitscheitplatz, der wohl aktuell vielen Deutschen ein Begriff sein wird. Und nach C natürlich der Zoo. Wahrscheinlich waren wir vom Tierpark verwöhnt, aber die Schlange, die sich um halb 12 an einem Wochentag bereits vor dem Eingang gebildet hatte, hat uns beide ein bisschen kalt erwischt. 10 Minuten mindestens durfte ich das Kind bespaßen, während Papa angestanden ist, und nebenher lesen, was aktuell alles nicht anzusehen geht.

Anscheinend kommen hier eher die Touristen hin. Allein beim Warten haben wir bestimmt 5-6 verschiedene Sprachen gehört. Aber gut, sobald wir die Karten hatten, konnten wir rein und hatten, im Gegensatz zum Tierpark, wirklich direkt den Tieroverkill um uns herum. Hier waren Elefanten, dort die Giraffen, ein paar Meter weiter Flamingos. Eigentlich. Denn aufgrund der Geflügelpest, die aktuell anscheinend grassiert, waren die alle zusammen in ihrem Haus eingesperrt. Aber ich habe sie gesehen! Und als Kind, das mit dem Tierpark Hellabrunn aufgewachsen ist, gehören die Flamingos einfach an den Anfang des Zoos. Sonst stimmt was nicht. (So, bin ich das auch mal los.)

Wie bereits im Tierpark hatten wir uns entschieden erst einmal den Außenbereich abzugrasen und dann zu sehen, wie weit wir rein kommen würden, bevor unsere Füße uns diesmal umbringen würden. Nun: Nach zwei Stunden waren wir einmal Außen im Kreis gelaufen. Inklusive stehen bleiben und genauer beobachten Beispielsweise der Affen. Und der Nashörner. Und der Okapis.

Was ich damit sagen will: Im direkten Vergleich ist der Zoo kleiner. Viel, viel kleiner. Dafür wird man aber auch von allen Seiten direkt mit Tieren beworfen. Allgemein sind die Tiergehege ein bisschen schöner gemacht. Das war uns im Tierpark schon aufgefallen, dass es dort bisweilen ein wenig trostlos zuging. Und die Tierauswahl war..zooiger. Also, es waren eher die Tiere, die man von einem Zoo erwarten würde. Gorillas, Orang-Utangs, Nashörner, Flusspferde, Okapis…

Gleichzeitig ist er auch voller. Vielleicht ist das jetzt unfair, weil ich Montagnachmittag gegen Freitagmittag/Nachmittag setze. Dennoch war die Menschenmenge doch bedeutend größer, als im Tierpark. Als menschenscheue Wesen, die wir beide sind, fanden wir das nicht so toll. Dem Schnabeltier war das egal, er konnte Tiere schauen und drauf zeigen.

Da wir ihn diesmal nicht hingelegt hatten, bevor wir losgegangen waren, ist er uns auf halben Weg durch den Park eingeschlafen. Und er ist nicht irgendwo eingeschlafen. Er ist eingeschlafen, kurz bevor wir bei den Pinguinen und Seehunden waren! Aber für mich kein Problem, so hatte ich später wenigstens einen Grund, noch einmal hier vorbei zu kommen. Während er schlief, haben mein Mann und ich die Runde durch den Zoo vollendet. Das war auch gar nicht schwer, denn die gesamte Vogelwelt war wie bereits schon erwähnt eingesperrt.

 Bauarbeiten quer durch

Und nebenher wurde gebaut: Das gesamte Raubtierhaus war geschlossen, die Tiere in anderen Zoos untergebracht. Dazu wurde Mitten im Zoo selbst das neue Pandahaus gebaut. Also war da eine große Baustelle, an der man Menschen hätte beobachten können. Nicht, dass wir es für nötig gefunden hatten, aber selbst das Hauptrestaurant war wegen Umbau geschlossen. Der erste Imbiss, an dem wir vorbei gekommen sind, hat nur Eis verkauft. Als wir uns entschieden hatten, etwas zu essen, mussten wir erst einmal den Imbiss suchen und da wieder ewig anstehen. Nur, um dann festzustellen, dass alles „gute“ verkauft war, der Ofen neu, weswegen Baugettes verbrannt sind und mein Mann Brezn gekauft hat. Für einen Preis, den ich gar nicht laut aussprechen möchte.

Aber direkt nebenan war der Streichelzoo! Diesmal musste ich ihn mit dem Schnabeltier einfach erforschen. Also Mann mit dem Kinderwagen draußen geparkt und Kind rein geschleppt. Der brauchte einen Moment, um mit dem Geblöcke der Schafe warm zu werden, hatte dann aber beim Ziegen streicheln die Zeit seines Lebens. Berührungsängste mit Tieren hat das Kind auf jeden Fall nicht. Die dortigen Ponys haben den Besuch allerdings vorzeitig beendet: eines von ihnen war der Meinung, Finger anknabbern zu müssen. Alles noch dran, ein paar Tränen sind geflossen, aber im allgemeinen ist nichts schlimmes passiert.

Und ansonsten? Wir hatten einen schönen Tag, irgendwann allerdings einfach keine Lust mehr, sind 1,5 Mal durchgelaufen. Mit dem wachen Kind mussten wir schließlich nochmal zu den Pinguinen und den Seehunden. Dann sind wir allerdings raus. Es hat uns gereicht.

The long way home

Aber da wir schon einmal Mitten in der Stadt waren, wollte ich nicht auf direktem Weg nach Hause. So sind wir noch ein bisschen den Ku’damm entlangflaniert und haben den Legoshop und das KaDeWe besucht. Ich habe mich noch nie so fehl am Platz gefühlt wie im KaDeWe. Alles voller teurer Sachen (ein Koffer für 35000€…wirklich?!) und Menschen, die zwei kaputte Zoobesucher schräg angeschaut haben. Ja, wirklich zwingend muss ich dann da auch nicht mehr hin.

Endlich wieder am S-Bahnhof haben wir dann auch noch feststellen dürfen, dass der Verkehr zu uns nach draußen unterbrochen war. Irgendwelche Weichen sind gestört gewesen. Tja, also sind wir so weit gefahren, wie wir kamen, eine Station zu Fuß gegangen und haben beschlossen bei unserem Lieblingsinder zu Essen, bis die Bahnen wieder fuhren. Uns hats geschmeckt, dem Schnabeltier hats Geschmeckt und als wir fertig waren, sind auch die Bahnen wieder gefahren.

Und, wart ihr schon einmal in beiden Tierbesuchsstätten in Berlin? Welches hat euch besser gefallen und warum? Würde mich echt interessieren.

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