Irland 1.1 – Der Flug

 

Wer ein bisschen Ahnung von Geografie und Billigfliegern hat, der weiß, dass der Ryanair-Flughafen Frankfurt Hahn überall liegt, nur nicht in Frankfurt. Eher in Rheinland-Pfalz. Eine Stunde Fahrt von Mainz entfernt, welches seinerseits sowieso nicht unbedingt direkt an Frankfurt liegt.

Als Entfernung eh schon eine Frechheit, ist auch noch die Anbindung echt miserabel. Mit vier Erwachsenem, einem Kleinkind, Koffern und Buggys kommt man mit einem normalgroßem Auto nicht sehr weit. Eine Bahnanbindung gibt es nicht, also ab in den Bus. Der einmal alle paar Stunden fährt. Dazu sind dann die Informationen zu den Karten widersprüchlich. Die einen sagen, man solle die auf keinen Fall online kaufen, die anderen sagen, das ist die einzige Art sicher zu gehen mitgenommen zu werden. Wir haben uns darauf geeinigt das Risiko einzugehen und unsere Karten erst beim Busfahrer zu kaufen.

Guten Morgen Fiebertraum

So kam es dann, dass es hieß „Am Montag um 13:30 geht unser Flieger, also müssen wir um 6 Uhr aufstehen.“ Als allgemeiner Antifreund des frühen Aufstehens habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut und mich morgens auch noch 5 Mal hin und her gedreht, ehe mein Mann es geschafft hat, mich aus dem Bett zu schubsen. Und auch der Mini wollte nicht unbedingt länger schlafen, wenn Mama und Papa eh schon wach waren. Eigentlich schade, denn das war wirklich stunden vor einem normalen Aufstehzeiten, andererseits okay, dann könnte er unterwegs noch ein bisschen schlafen.

Aber wie es das Leben will hatten wir beide eh nicht viel schlafen können: in der Nacht wach geworden hatte ich festgestellt, dass der Kleine ganz schön glühte. Und auch an diesem morgen war er mehr als nur „ein bisschen warm“. Also haben wir mal eben Fieber gemessen und sind auf 38 Grad gekommen. Autsch. Und schon kam das schlechte Gewissen angeknabbert und meckerte mit mir rum, was für eine schlimme Mutter ich doch sei, mit einem kranken Kind verreisen!

Es geht los

Aber wir waren schon so weit gekommen, da konnte ich jetzt ja schlecht mit dem Kind allein bei meiner Mutter bleiben. Also hieß es hoffen und beten, dass alles gut werden würde, alle fertig gemacht und ab zum Shuttlebus. Wir haben es wirklich geschafft in den Bus zu kommen, unsere Koffer irgendwo drinnen zu verstauen. Der Buggy passte zwar nicht mehr in den Buskofferraum, aber in den Innenraum.

Und so ging dann die Busfahrt los. Mit dem Kind auf meinem Schoß habe ich uns behelfsmäßig gemeinsam angeschnallt. Einen Kindersitz hatte ich ja gar nicht dabei. Aber der Busfahrer hatte nicht gemeckert, da war also nur wieder das schlechte Gewissen, was ich dem Kind denn alles antue. Irgendwann auf der Autobahn ist er dann wieder weggedöst und wir mussten uns auf der Fahrt nicht mit Kinderbüchern und Kuscheltieren bewerfen.

Flughafen

Am Flughafen angekommen hatten wir dann, wie zuvor schon erwähnt, noch ewig Zeit, bis der Flug losging. Wir hatten sogar Zeit totzuschlagen, bevor wir unsere Koffer aufgeben durften. Yeah. Zum Glück hatte der Freund meiner kleinen Schwester einen Stapel Black Stories dabei, so konnten wir uns rätselnd die Zeit vertreiben, während ein Auge auf dem Kind ruhte, das inzwischen wieder wach war. Wenn der Flughafen jetzt noch eine Apotheke gehabt hätte, bei der man eventuell etwas gegen Schmerzen und Fieber hätte kaufen können… ich wäre glücklich gewesen.

Was ich mit so jungem Kind wieder machen würde: Priority-Boarding buchen. Ist ein bisschen teurer als ein normales Ticket, allerdings darf man da mit als erstes in den Flieger. Uns wir durften unsere Sitzplätze aussuchen. Zu dritt haben wir eine Reihe eingenommen und konten unsere Sachen verstauen, bevor die anderen Mitfliegenden mit ihren zig Handgepäcks-Koffern alles dicht machen.

Flughass…angst…hass

Habe ich mal erwähnt, dass ich Fliegen nicht ausstehen kann? Zum einem ist da das Fliegen an und für sich. In einer tonnenschweren Maschine Kilometerweit über dem Erdboden zu sein bekommt mir schon beim Gedanken daran nicht. Und dann sind da noch die elendigen Wartezeiten. Früh genug da sein, Gepäck aufgeben, rumsitzen, warten, bis das Gate auf macht, in einer ewig langen Schlange stehen, bis man ins Flugzeug rein kommt. Irgendwann auf den Sitzplatz gequatscht sein um dann zu warten, bis die anderen sich eingequetscht haben, ihre bekloppten Trollyhandgepäckskoffer irgendwo verstaut haben, doch keinen Platz zu finden und den ganzen Betrieb aufhalten. Himmel, ich kann Menschen manchmal einfach nicht leiden. Und dann das ganze Chaos noch mit Kind…mit krankem Kind. Ich war eigentlich ganz froh, nicht alleine zu sein. Ansonsten hätte ich wohl jemanden erschlagen müssen.

Während das Flugzeug dann gemächlich auf die Startbahn rumpelte und die Sicherheitsanweisungen liefen, ist das Schnabeltier eingeschlafen. Er saß wieder auf meinem Schoß, festgeschnallt mit seinem eigenem Gurt, der an meinem befestigt war. So weit so gut, dann konnte ich meine Flugzeug-Start-Angst wenigstens ganz beruhigt für mich genießen, ohne ihn damit zu belästigen.

Und das Kind schlief, und schlief und… schlief bis irgendwo über Wales. So richtig glücklich war er nicht mit seiner Situation und vertrieb sich und uns die Zeit damit, von meinem Schoß zu dem eines Vaters und zurück zu wechseln. Als ihm das genug war, klaute er meinem Mann das Handy aus der Hand und zoomte und scrollte glücklich auf der Weltkarte herum.

Nach zwei Stunden Flug…Werbeverantsaltung?…Flug sind wir dann in Kerry gelandet.

Habe ich davon geredet, dass Hahn ein kleiner Flughafen ist? Kerry ist WINZIG! Wir waren das einzige Flugzeug weit und breit, es gab ein Kofferanräumband, zwei Menschen, die draußen standen um einen Blick auf unsere Pässe zu werden und danach… Ja, eine kleine Flughafenhalle halt. Bis wir es nach draußen geschafft hatten, war das Flugzeug, mit dem wir gekommen waren bereits wieder auf dem Weg zurück nach Frankfurt.

Wir haben uns dann auf den Weg zur Autovermietung gemacht, um die reservierte Kutsche abzuholen. Es war ein großes Auto – zum Glück, denn von den Gepäckmassen habe ich schon geredet. Während ich meiner Mutter mit dem sprachlichen half, durften die Jungs sich schon einen Kindersitz schnappen, ins Auto einbauen und unser Gepäck verstauen. Ein paar Tipps was wir uns unbedingt in der Gegend anschauen sollten bekamen wir noch mit auf den Weg, eine kurze Wegbeschreibung wo wir hin mussten und viel Spaß gewünscht.

Ein Kommentar bei „Irland 1.1 – Der Flug

  1. Als ich gehört habe, dass ihr den Reiseausweis des Kleinen vergessen habt, dachte ich mir nur so : „Ohh Weiher…Wie konnte das nur gut ausgehen?“ Aber nochmal ein großes Lob an eure Supernachbarin!
    Ich ich lieebe den Kerry Airport…Er ist einfach soo putzig! Ich freue mich auf weitere Beiträge dieser Reihe!

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