Planlose Urlaubsplanung

Wenn ich etwas kann, dann chaotisch sein. Wie gut ich darin bin, wollte ich einmal in meinem Leben anhand des Themas Urlaub aufschreiben. Nur, damit hinterher niemand sagt, ich hätte ihn nicht gewarnt, sollte er jemals mit mir unterwegs sein.

Phase 1: Irgendwann davor

Wir sind irgendwann vor Sommer 2017. Das Schnabeltier ist gerade mal ein Jahr alt, das süßeste Kleinkind der Welt (sowieso), und es ist warmgewittrig. Ich weiß, dass am Ende des Jahres mein Mann seinen 30ten Geburtstag feiern will und beschließe, ihm einen Urlaub zu schenken. Ins Legoland nach Dänemark. Inklusive eben ein paar Tage drum rum. Im Reisebüro hole ich mir einen Katalog mit Ferienhäusern und bin direkt restlos überfordert. Wo will ich genau hin? Was brauchen will? Macht es vielleicht mehr Sinn, noch mehr Menschen mitzunehmen, die Ferienhäuser sind alle so groß. AAAAH.
Aber ich habe ja noch Zeit zum drüber nachdenken.

Phase 2: Also dann doch nicht

Das gleiche Jahr, nur eben im Oktober. Irgendwie habe ich noch keine großen Pläne geschmiedet, mein Mann weiß zwar bescheid und denkt ein bisschen mit. Allerdings Weiß ich noch gar nicht, wie ich Urlaub bekommen kann, wenn ich ab nächstem Jahr wieder arbeiten werde. Wir hatten mit meinem Bruder und seiner Frau drüber philosophiert, ob sie nicht mit uns kommen wollen würden – Interesse bestand. Allerdings wurde dann sie schwanger, ein Sommerurlaub mit frisch geborenem Baby hätte nicht wirklich sein müssen.

Ende des Monats habe dann auch ich von meiner Schwangerschaft erfahren. Also war ich eigentlich ganz froh, nichts festes reserviert zu haben – immerhin. Sommerurlaub mit frisch geborenem Baby…ach nein, das hatten wir schon. Also kein Sommerurlaub. Auch okay.

Phase 3: MIR IST ZU WARM, ICH WILL MEER!

Beim machen der Steuererklärung im Winter/Frühjahr diesen Jahres wurde mir klar, dass wir dieses Jahr ein bisschen Geld wieder bekommen würden. Geld, dass wir nicht komplett in Babyzeit investieren müssten. Außerdem bin ich genervt vom Immer-zu-Hause-sein und dem guten Wetter. Ich mag schwimmen, ich mag weg, ich mag nicht „nur“ Oma oder Freunde besuchen fahren, ich will raus.

Okay, Legoland fällt flach, denn entweder mit Baby oder -Bauch habe ich da keinen Spaß dran. Und auch das Schnabeltier ist noch nicht alt genug, um einen Freizeitpark zu genießen. Das verschieben wir also sowieso auf später. Aber was machen wir, was nicht allzu teuer ist, was ein bisschen Spaß und Abenteuer für den Mini beherbergt? Meine Wahl fiel auf Camping. Als Kind war meine Familie regelmäßig an diversen Campingplätzen. Erst auf den Luxus-Eurocamp-Varianten, später dann jährlich in Kroatien. Weil wir allerdings noch keine Ausrüstung haben – und kein Auto, um geliehene zu transportieren – habe ich mich dann mal über Eurocampingplätze schlau gemacht, mir ein paar heraus gesucht, die uns gefallen hätten und – gewartet. Ohne das Geld in der Hand zu haben, wollte ich nämlich nichts reservieren oder gar buchen!

Phase 4: Warum eigentlich Mittelmeer?

Okay, die Frage ist leicht zu beantworten. Ich hätte vor gehabt, in zwei Steps zu reisen. Einmal von Berlin nach München, um meine Familie zu besuchen, deren Weihnachtsbesuch im letzten Jahr ausgefallen war. Von da aus sollte es dann am nächsten Tag per Nachtzug weitergehen nach Italien – irgendwie in Richtung Venedig. Ein paar tolle Plätze hätte es da gegeben, der Nachtzug wäre nicht allzu teuer geworden, und ein Auto hätte man sich auch reservieren können.

Allerdings gab es durch einen spontanen Ringelrötel-Fall in der Kita ein paar Tage, in denen ich mich und das Schnabeltier beschäftigen musste, wodurch wir einfach mal nach Bayern losgedüst sind, und meine Familie besucht haben. Also, zumindest die Teile, die nicht selbst im Urlaub steckten (verdammt, meine Spontanität wieder….). Also müssten wir gar nicht „da unten“ lang, um eventuell wohin zu kommen. Für mich stand und steht immer Meer auf dem Programm. Meer bedeutet für mich sehr, sehr viel.

Aber auch Deutschland hat ja bekanntlich das eine oder andere Meer zu bieten. Also die Fühler wieder in den Norden ausgestreckt. Nord- oder Ostsee? Nordsee verschwindet, also Ostsee. Und Campen. Wo und wie findet man denn schöne Campingplätze? Internet befragt, Menschen befragt, ein großes Fragezeichen auf dem Kopf gehabt.

Nun ist es nicht so, dass ich per se etwas gegen das campen mit Zelt habe. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich irgendwo in der 30+ten Schwangerschaftswoche sein würde, sollte zelten dieses mal definitiv keine Option sein. Also ein Wohnmobil leihen. Hier oder vor Ort direkt. FUCK IST DAS TEUER.

Phase 5: Pfffffffffft

Warum habe ich mich eigentlich aufs campen versteift? Ich wollte ja etwas, das dem Kleinkind Bewegungsfreiraum gibt. Kontakt zu anderen Kindern. Anderen Welten. Abenteuer, mit seinen 2 Jahren. Das muss ja nicht zwingend in einem Zelt sein. Er liebt doch Tiere. Wie wäre es mit einem Urlaub auf dem Bauernhof?

Okay, Google angeschmissen, nach Bauernhöfen an der Ostsee gesucht. Eine Hand voll für toll befunden. Alle angeschrieben. Zwei von den fünfen haben geantwortet. Miese Quote meiner Meinung nach, zumal von einem der Höfe eine Automatische „Ihre E-Mail ist bei uns angekommen und wir melden uns bald bei Ihnen“-Nachricht kam. Egal. Zwei Antworten hatten wir, eine davon von meinem Favorithof. Nach ein bisschen hin und her haben wir festgestellt, dass im gewünschten Zeitraum keine Ferienwohnung, dafür das -haus frei sei. Ein bisschen teurer, aber für uns dennoch machbar. Die Zahlung vom Finanzamt war inzwischen angekommen, also habe ich zugesagt. Um mal zu zeigen wie spontan es inzwischen war: Die Papiere kamen am Dienstag, am Mittwoch habe ich sie zurück geschickt und am Samstag sind wir losgefahren. Um das Leihauto hatte sich glücklicherweise mein Mann gekümmert. Zumindest ab dem Moment, in dem ich gesagt habe „Wir fahren dann und dann nach Schleswig Holstein, kümmer dich um das Gefährt!“

Tjoar, und dann sind wir halt am Samstag los gedüst und haben Urlaub gemacht. Aber mal ehrlich: Bin ich die Einzige, bei der das so ein chaotisches Hin und Her ist? Ich hab echt Respekt vor den Menschen, die Jahre im Voraus wissen, wo sie hinfahren werden. Wie verbringen andere Familien ihren Urlaub mit Kleinkindern? Gibts Tipps? Und wollt ihr wissen, wo wir waren und wie es war? Ich bin neugierig. Lasst mal hören!

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