Namensgebung Part 2

Ich glaube ich habe vor einer halben Ewigkeit schon einmal erwähnt, dass ich Namensgebung schwierig finde. Vor allem wenn man Bedenken muss, dass das Kind den Rest seines Lebens mit dem leben muss, was man als Eltern zusammenschustert.

Dabei gibt es so wunderschöne Namen! Namen, die ich einem Kind jederzeit geben würde. Weil sie vom Klang her toll sind. Oder wunderschöne Bedeutungen haben. Aber man ist ja nicht allein Verantwortlich dafür. Und was einem selbst gefällt, kann dem Partner nicht gefallen. Das übliche Halt.

Am schlimmsten finde ich allerdings Namen, die man aus anderen Gründen nicht geben kann. Hier meine Top drei:

Platz 3: Loki

In der nordischen Mythologie, in der ich aktuell irgendwie gerne nach Namen grabe, war Loki ein Gott. Der Gott des Feuers, der Lügen und der Täuschung. Wahrscheinlich noch vieles mehr. Eigentlich eine unglaublich interessante Figur und von den Göttern derjenige, der den negativsten Beigeschmack hat. Trotzdem finde ich ihn (vielleicht aufgrund der Buchreihe, die ich gerade gehört habe) irgendwie sympathisch. Und der Name ist auch schöner als Thor oder Odin oder Baldr. ER klingt nicht so hochgestochen, nicht so ehr erbietend. Er wirkt, nur für sich genommen, kurz, frech und frisch.

Das Problem daran? Mein Mann hat mich mit großen Augen angestarrt, als ich es WAGTE diesen Namen in Erwägung zu ziehen. Ich kanns verstehen. Vor ein paar Jahren war die nordische Mythologie vielleicht nicht ganz so „bekannt“, wie sie es heute ist. Marvel sei dank. Auch wenn das, was die Comicindustrie da aus der eigentlichen Mythologie gemacht hat ist allein der Gedanke, das Kind nach einer 0815-Superhelden-Filmfigur zu benennen halt grausam. Schade.

Platz 2: Siiri

Habe ich erwähnt, dass ich gerne in der skandinavischen Ecke Wühle? Dieser Name ist mir schon vor Jahren über die Füße gestolpert. Und ich meine wirklich: Vor Jahren! Keine Ahnung, ob es damals überhaupt schon iPhones und Co. gab. Siiri kommt aus dem Finnischen und steht für „schöne Siegerin“. Toller Name, wunderschöne Klang, tolle Bedeutung. Aber auch hier. Der Ungläubige Blick.

Kann ich was dafür, dass Apple sich einfach ausgerechnet diesen Namen gekrallt hat, um sein beklopptes digitales Sprachassistenzsystem zu benennen?! Nein. Dennoch fällt er genau deswegen flach. Ich könnte heulen.

Platz 1: Lily

Noch bevor ich auf „Siiri“ gekommen bin, war mir klar, dass der Name meiner Tochter eines Tages Lily sein würde. Ganz sicher. Hundert Prozent. Und dann kam die Gesellschaft. Keine Ahnung, woran das lag. Auf jeden Fall hat Lily in der Zeit, in der ich den Namen gerne geben würde einen Sprung in die gefühlte Top10 der Kindernamen gemacht. (schaut euch diese Statistik an!) Und das wiederum will ich nicht.  Vermutlich habe ich das schonmal erwähnt, aber hier noch einmal: Ich finde Modenamen doof. Und ich finde es schrecklich, dass ausgerechnet mein All-Time-Favorite sich zu einem Solchen gemausert hat. Eine Weile lang habe ich daran gedacht, wenigstens als Zweitnamen Lily zu nehmen. Aber auch das wäre mir irgendwie doof vorgekommen.

Ersatz hätte ich sogar gehabt: Ich hätte auch gerne Lilian als „Langform“ genutzt. Das wiederum gefiel meinem Mann, der mit Lily einverstanden gewesen wäre, nicht. Immer die selben Probleme.

Fazit

Mein Hass auf Apple, Marvel und die Gesellschaft aufgrund der Ungebbarkeit dieser Namen ist unendlich.

Aber lasst euch gesagt sein: Sollte es so kommen, wie die Frauenärztin mir prophezeit hat, rein geschlechtlich, dann haben wir eine Namenskombination gefunden. Eine, die uns beiden unheimlich gut gefällt, und die uns bisher noch keine doofen Sprüche eingeheimst hat, wie das bei dem Schnabeltier der Fall war. Achja, wir sind verliebt <3

Und ihr so? Habt ihr Lieblingsnamen, die ihr aus irgendwelchen Gründen nicht geben könnt? Welche? Und warum? Was haltet ihr von meinen Lieblingen? Würde mich wirklich interessieren. Ab in die Kommentare damit!…

Rahnjan Lefael Daeran jah-Rodyn

Rahnjan Lefael Daeran jah-Rodyn

Über die Namensgebung

Eine der ersten Fragen, die wir als Eltern gestellt bekommen haben, war „Oh, wie seid ihr denn auf den Namen gekommen?“ Das ist ein Thema, das mich schon seit Jahren immer wieder umtreibt, und über das ich jetzt mal alle Gedanken runterschreiben wollte.

Und gleich mal vorneweg: Der Name dieses Beitrags ist nicht der Name meines Kindes. Ich war vor Jahren (und bin ein bisschen weniger immer noch) in der Welt der RPG-Foren unterwegs. Also einen Charakter ausdenken, und als dieser Geschichten mit anderen Leuten schreiben. Je Fantasy-Lastiger die Welt wird, desto ausgefallener können die Namen werden. Und ich liebe ausgefallene Namen. Eines Tages kam es dann so weit und ich konnte mich zwischen vier Namen nicht entscheiden. „Tja“, hieß es da, „was hindert dich daran, dem Charakter einfach alle Namen zu geben?“
Stimmt eigentlich, dachte ich mir, und das Namensmonster ward geboren. Auch sonst hatten meine Charaktere gerne ein bisschen seltsamere Namen. Ich hatte eine Lilith, eine Jolea Celia, einen Ejrik, einen Zequoya….ich denke der Trend ist klar: Ich liebe seltsame, verrückte, ausgefallene Namen, die spannend klingen, eine Geschichte erzählen, irgendwie anders sind.

Wenn man jetzt aber ein Baby benennen will, muss man ja nicht nur an sich selbst denken, sondern auch daran, dass dieses Kind für den Rest seines Lebens mit diesem Namen leben wird. Also muss es doch irgendwie ein alltagstauglicher Name werden. Ein Name, keine Bezeichnung. Ein Name, kein Sammelbegriff.
Außerdem sollte auch mein Mann mitreden dürfen, das Schnabeltier ist ja nicht nur mein Kind. Also musste irgendwie eine Idee her, die uns beiden gefallen würde. Ein System, mit dem wir beide arbeiten könnten.

 Listenwirtschaft

Die erste Idee war ganz einfach. Jeder von uns setzt sich mit einem Buch voller Vornamen hin, und schreibt die Namen auf, die ihm gefallen. Einfach so, ohne Sinn und Verstand. Eben alles, was einem an einem Kind gefallen könnte. Anschließend haben wir die Listen verglichen: Denn wenn ein Name doppelt auftaucht, bedeutet das ja, dass er uns beiden gefällt. Dann können wir das Kind so nennen. Soweit die Theorie.

Die Praxis sah dann so aus, dass ich um einiges mehr Namen hatte als mein Mann, und sich absolut kein Name in irgendeiner Art und Weise auch nur ansatzweise gedoppelt hat. Also haben wir jeweils die Namen des anderen genommen und versucht herauszufinden, welche der Namen einem denn ebenfalls zusagen. Zu dem Zeitpunkt wussten wir das Geschlecht des Schnabeltieres übrigens noch nicht, was bedeutete, dass wir uns sogar Namen aus beiden Geschlechtern raussuchen mussten. Interessanterweise fiel es mir leichter, Mädchennamen zu finden, die gut klangen, während mein Mann mehr Interesse an den Jungennamen hatte.

Ein Blick auf die Liste meines Mannes lies mich allerdings stark an seiner Kompetenz zweifeln. Nicht nur, dass sein Schriftbild GRAUENHAFT zu lesen war (Manche Namen konnte selbst er nachträglich nicht entziffern), nein, ich hab auch noch den Fehler gemacht ihm das Buch mit den nordischen Vornamen in die Hand zu drücken.

Raus kamen bei ihm dann Namen wie „Ninja“, „Friso“ und „Guy“. Ernsthaft. Wer will sein Kind denn Guy nennen, von meinem Mann mal abgesehen? (Schatz, wenn du das hier liest: Ich liebe dich dennoch!) Die einzigen Namen von seiner Liste, bei denen ich mitgegangen wäre waren „Jan“ und „Finn“. Nur, dass „Finn“ der Name des Katers meiner Mutter ist und „Jan“ der bürgerliche Name eines meiner Exen. Geht nicht. Gar nicht. Bwaah.

Im Gegensatz dazu habe ich mich aber auch bei meinem Mann nicht mit Ruhm bekleckert, als ich Namen wie „Gabriel“, „Raphael“ oder „Samuel“ auf die Liste gesetzt hatte. Viel zu Religiös angehaucht, wenn man ihn fragt. Dabei hab ich in dem Moment gar nicht an so etwas gedacht, sondern vor allem an den Klang der Namen, den ich sehr schön finde.

Der perfekte Name

Ich glaube, an dieser Stelle nehme ich nichts vornweg, wenn ich sage, dass wir uns auf diese Art einfach nicht einigen konnten. Wir verschoben das Thema einfach erst einmal auf später. Irgendwas würde und sich doch sicherlich im Laufe der Zeit finden lassen.

Ein paar Wochen später war es dann klar: das Kind wird ein Junge. Okay. Problem für mich, die bisher eher mit den Frauennamen geflirtet hatte. Also mussten wir beide noch einmal ran, diesmal miteinander redend: Was ist für uns eigentlich der perfekte Babyname? Also, Was würde uns eigentlich gefallen? Was für Ansprüche an einen Namen haben wir?

Für mich war vor allem klar: ich wollte keinen eingeenglischten Namen. Keinen Dänijel, keinen Robberd. Auch wenn der Klang der beiden Namen im Deutschen sowie im Englisch toll ist, so sind wir doch in Deutschland und es verzieht mir immer ein wenig das Gesicht, wenn ich von sprachlich definitiv im deutschen Raum Lebenden Menschen diese Namen höre. Anscheinend bin ich da sehr konservativ.

Außerdem sollte der Name toll klingen. Von der Theorie her gefällt mir „Mats“ als Name unheimlich gut. sowohl vom schriftlichen, als auch vom (englisch) sprachlichen (Mäds). Wenn man daran aber die erste Regel andockt, dann heißt das Kind eben Mats. Und das klingt für mich eben nach Matz, was zumindest bei mir zuhause ein Begriff für ein freches (?) Kind ist.

Ganz besonders wichtig war uns vor allem, dass es kein Name werden würde, der für uns bereits mit anderen Personen verknüpft war. Also weder Daniel, noch Robert, noch Mathias (in welcher Schreibweise auch immer). Zuletzt gab es dann noch ein paar Kleinigkeiten von beiden Seiten, wie eben die Sache mit den biblischen Namen, mit den nordischen Namen, auf keinen Fall in Chantalismus verfallen, schreibbar sein undundund.

Ojemine, wie nennen wir ihn denn nun?

Die Zeit verging, und eine Antwort auf diese Frage blieb noch immer aus. Hin und wieder warfen wir uns gegenseitig Namen für Jungs an den Kopf, die aber direkt wieder verworfen wurden. Also, eigentlich warf ich, und mein Mann verwarf. Der Blick auf den Listen, auf Namensseiten im Internet, überall. Im Kopf und auf der Zunge wurden Kombinationen ausprobiert, wieder verworfen, gesprochen…es war eine interessante Zeit, in der wir uns nicht einigen konnten.

Bis ich eines Tages einen meiner Lieblingsnamen, an den ich kaum gedacht hatte, aussprach und ihn mit „Johannes“ kombinierte.
„Ja, das klingt gut.“ Wie, gut? Das war es? So sollte unser Sohn heißen? Um Himmels willen, wir hatten einen Namen? Jetzt konnte ich mit dieser Namenskombination spielen, aussprechen, nutzen, mir den Klang anhören und feststellen, dass ich Johannes so gar nicht mochte. Johannes, wer heißt denn bitte schön so? (Sorry an alles Johannes‘ dieser Welt).

Und mein Mann, gerade mein Mann, der so viele Namen abgeblockt hatte, weil sie ihm zu biblisch waren bestand auf einmal auf Johannes! Ich kam mir ein kleines bisschen verarscht vor, auch seine Ausrede, einer seiner Opas habe so geheißen, zog bei mir nicht. Wenn ich schon einen biblischen Namen bekommen sollte, dann doch nicht Johannes bitte!

Also wurde weiter gegrübelt und schließlich kam ich auf einen Namen, der wenigstens ähnlich war. Jonas. Vorname 1 + Jonas klang doch in der Aussprache eben so gut, wie das zuerst vorgeschlagene Johannes. Also alles gut. Mein Mann konnte sich mit dieser Alternative abfinden.

Und wie seid ihr jetzt auf den Namen gekommen?

Die Hauptfigur meines Lieblingsmärchenfilmes heißt so. Welch einfache Lösung. Außerdem habe ich eben festgestellt, dass der Name tatsächlich auf meiner Liste verzeichnet gewesen ist.

Jonas wurde aus der Notwendigkeit heraus geboren, einen Namen zu finden, der Nahe an Johannes ist. Auch hier kam die Inspiration aus einem Buch, dass wir beide kurz zuvor gelesen hatten. Tatsächlich wurde ich erst ein paar Monate nach der Geburt darauf angesprochen, dass ich doch schon einen Jonas kennen würde. an den ehemaligen Mitschüler in meiner Stufe hatte ich wirklich nicht gedacht.

_____

Und wer jetzt noch Namen entziffern möchte, der darf sich gerne in die von uns geschriebenen Listen einlesen, die ich nochmal brav abfotografiert habe. Ein Klick auf die jeweilige Datei öffnet das Bild in groß.…